Integration der Flüchtlinge

Interkulturelles Stadtfest: Nationen rücken zusammen

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700 Flüchtlinge haben in Langen eine neue Heimat gefunden, berichtete Bürgermeister Frieder Gebhardt. Sie sollen gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilhaben.

Die feinen Feen in hellen Kleidchen tanzten federleicht über die Bühne. Sie wurden abgelöst von der Gangsterbande, die einen flotten Hip Hop aufs Parkett legte, und die eritreischen Kinder zeigten einen landestypischen Tanz mit außergewöhnlichen Bewegungen, wie sie in Europa nur selten zu finden sind. Das interkulturelle Stadtfest war geprägt von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm der unterschiedlichsten Kulturen. Der afghanische Tanz bekam ebenso viel Beifall wie der brasilianische Kampftanz Capoeira.

Das Fest, das im vergangenen Jahr noch Interkultureller Tag hieß, hat einen frischen Anstrich verpasst bekommen. „Wir wollten, dass diese Veranstaltung, die von Migranten, Flüchtlingen und Ur-Langenern gut angenommen wird, ganz bewusst mit dem Namen schon in die Mitte der Gesellschaft rückt“, erklärte Tzehaie Semere, Fachdienstleiter der Fachstelle Integration im Langener Rathaus.

Neben dem rein kulturellen Programm auf der Bühne der Neuen Stadthalle, hatten die Kulturvereine auch für ein kulinarisches Angebot aus der ganzen Welt gesorgt. Ob türkisch, afghanisch, afrikanisch – die Auswahl der Köstlichkeiten war riesig. Im Foyer lockte das Kinderprogramm die jüngsten Gäste, und die Vereine und Institutionen boten Information über ihr vielseitiges Angebot von Bildung, Unterstützung bis hin zur Unterhaltung.

„Das Fest war ein großartiger Erfolg, es waren so viele junge Familien mit Kindern da. Auch die Flüchtlinge haben wir erreicht und sie so mit der Stadt Langen und ihren Menschen in Kontakt gebracht“, sagte Semere zufrieden. Denn das sei das oberste Ziel: Die Menschen zusammenzubringen und Toleranz zu zeigen.

Das betonte auch Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD). Langen habe schon vielen Menschen in der Vergangenheit eine neue Heimat gegeben. Ob es die fahrenden Händler ganz früher waren, welche die gute Verbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt nutzten, oder die vielen Menschen aus dem russischen Raum, die in dem Hessischen Übergangswohnheim untergebracht waren.

„In den vergangenen Monaten haben 700 Flüchtlinge in Langen eine neue Heimat gefunden. Um sie Teil von uns werden zu lassen, ist es wichtig, dass wir uns ihnen zuwenden, mit Empathie und mit Interesse“, sagte der Rathauschef. Dazu gehöre auch, dass diejenigen, die schon lange hier leben, Neuankömmlinge an die Hand nehmen und ihnen das neue Land näherbringen – als Paten, als Mentoren, Ratgeber und als Begleiter.

„Es wird viel über Integration gesprochen – sie ist dann erst gelungen, wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilnehmen. Das muss unser Ziel sein, und dafür benötigen wir Vorbilder, eben Menschen wie Sie hier im Saal“, bedankte sich Gebhardt ausdrücklich bei allen Ehrenamtlichen, die sich so engagiert für die Flüchtlingsarbeit einsetzen.

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