Möglichkeiten der politischen Partizipation

Jugend aktiv für die Demokratie

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Für junge Menschen in Langen soll es zukünftig mehr Möglichkeiten der politischen Partizipation geben. Die Initiative ging sowohl von der Jugendarbeit als auch von Jugendlichen selbst aus.

Jugendliche und auch Kinder sollen in Langen künftig ein Wörtchen mitreden. Sie sollen ihre Ideen, Vorstellungen, Wünsche und Anregungen in die Kommunalpolitik einbringen, mitwirken, mitbestimmen, mitdenken und gehört werden. „Wie das konkret aussieht, ob es in einem Parlament mündet, oder einem Beirat oder noch etwas ganz anderem – das ist noch völlig offen. Wir wollen dem Prozess mit den Kindern und Jugendlichen nicht vorgreifen“, erklärte Martina Waidelich, Fachdienstleiterin im Langener Rathaus.

Die Initiative für mehr Demokratie für die Jugend kam tatsächlich beinahe gleichzeitig aus der Jugendarbeit und von Jugendlichen selbst, die sich als Gruppe von der Dreieichschule Langen beim Bürgermeister im Rathaus gemeldet hatten. „Ziel ist es nicht, Demokratie zu spielen, sondern sie zu praktizieren. Die Kinder und Jugendlichen werden ernst genommen, sie sind keine Statisten, sondern Akteure“, sagte Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne), der wie Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) die ersten Konzeptionen unterstützt.

Die Voraussetzungen für eine strukturierte Form der Beteiligung von jungen Leuten an kommunalen Entscheidungen in Langen seien günstig. Denn: Zum einen gebe es eine Gruppe von etwa zehn Jugendlichen, die sich alle zwei Wochen im Pavillon der Koordinationsstelle Jugendarbeit trifft und sich einbringen möchte – bei der Planung von Veranstaltungen über die Gestaltung von Freizeitflächen bis hin zur Stadtentwicklung. Zum anderen unterstütze das Projekt „Demokratie leben!“ die Mitwirkung von Jugendlichen an politischen Prozessen. Die Stadt Langen nimmt in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt an dem

Bundesprogramm

teil, das vor allem dazu dient, demokratische Einstellungen zu fördern und extremistische zu verhindern, und erhält dafür die finanzielle Ausstattung. Überdies sieht die Hessische Gemeindeordnung vor, Kinder und Jugendliche bei sie betreffenden Themen einzubeziehen.

Das vom Fachdienst Migration, Jugend und Spielplätze entwickelte Konzept sei zunächst ein Rohling, der nun von den Mitwirkenden veredelt werden solle, bevor 2017 der Startschuss falle. Die Jugendlichen und die Mitarbeiter der Jugendarbeit der Stadt wollen bei verschiedenen Institutionen wie Schulen, Vereinen oder dem Jugendzentrum um Delegierte werben. Vorgesehen sind regelmäßige Treffen, und es sollen Arbeitsgruppen zu etlichen Themen gebildet werden. Ihre Anliegen präsentieren können Delegationen dann dem Bürgermeister und dem Ersten Stadtrat.

Und die jungen Leute sollen auch die Möglichkeit erhalten, mit Rederecht Vertreter in die parlamentarischen Ausschüsse und in die Stadtverordnetenversammlung zu schicken. „Schließlich sind sie die Experten, wenn es um ihre Belange geht“, betonte Stefan Löbig. Der Magistrat hat diese Pläne jetzt zur Diskussion und Beschlussfassung in den Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport (3. November) und für die Stadtverordnetenversammlung (1. Dezember) vorgelegt.

Gebhardt und Löbig werben für die Initiative: Es gehe darum, junge Menschen für die Demokratie zu begeistern, sie mit ihren Spielregeln vertraut zu machen und ihr Interesse dafür zu wecken, das Geschehen in Langen aktiv mitzugestalten. Wer sich engagieren möchte, kann sich im Rathaus bei Lea Berend, Telefon (0 61 03) 20 35 38, E-Mail: lberend@langen.de, melden.

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