Bienenzuchtverein

Junge Imker aus Langen im Einsatz

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Der Bienenzuchtverein Langen wurde für sein Imker-Kindergartenprojekt in der Kita am Wald und die Schulimkerei an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Egelsbach ausgezeichnet. Dank des Engagements der Imker lerne der Nachwuchs bereits den richtigen Umgang mit der Natur, sagte Kreisbeigeordnete Claudia Jäger in ihrer Laudatio.

Im Augenblick halten die Bienen auf dem Stadtwerke-Gelände gegenüber der Langener Kita am Wald Winterschlaf. „Wir öffnen die Bienenstöcke auch nicht, das bringt nur unnötig Kälte zwischen die Tiere“, erklärt Erzieherin Tania Mangiarano, Projektleiterin und inzwischen selbst ausgebildete Imkerin der städtischen Kindertagesstätte. „Jetzt spielen wir in der Bienengruppe mehr. Wir empfinden das winterliche Leben der Tiere nach. Eine Königin sitzt in der Mitte, alle anderen rücken eng zusammen, und um sich warm zu halten, rutschen immer andere Kinder in den äußeren Kreis. So funktioniert nämlich das Wärmesystem der Bienen im Winter auch.“

Im Sommer gibt es bei den Bienenstöcken mehr zu tun. Die Kinder beobachten die Tiere, sind in ihren Anzügen bei der Arbeit, und auch der Honig wird selbst bearbeitet, geschleudert, in Gläser verpackt und mit selbst gestalteten Etiketten beklebt. „Es ist ein sehr ganzheitliches Projekt“, erklärt Tania Mangiarano. „Wir bepflanzen auch Beete mit Blumen für die Bienen, kümmern uns um andere Insekten. Die Motivation sind die Kinder selbst, die immer wieder neue Fragen haben und so interessiert und konzentriert an den Tieren arbeiten.“

Schon die Jüngsten lernen so die Relevanz der Insekten kennen und schon die Vierjährigen wissen um die Bedeutung der Bienen, die ja weit über den Honig hinausgeht. Sie unternehmen auch Ausflüge in die Stadtbücherei, um Literatur zu den Bienen zu sichten und führen auch immer wieder jüngere Kinder aus ihrem Kindergarten zwischen den Bienenstöcken hindurch.

Eneas, Milena, Lukas, Amelie, Vincent und noch mehr Kinder aus der Imkergruppe der Kita am Wald in Langen hatten am Dienstagabend im Kreishaus in Dietzenbach dann auch ihren großen Auftritt. In ihren Imkeranzügen in der Größe XXS nahmen sie aus den Händen von Kreisbeigeordneter Claudia Jäger den Umweltpreis des Kreises Offenbach in Empfang.

Der Bienenzuchtverein Langen wurde für das Kindergartenprojekt und die Schulimkerei der Wilhelm-Leuschner-Schule in Egelsbach ausgezeichnet. Die Imker-Gruppe der Grundschule arbeitet auch intensiv mit dem Landwirt des Birkenhofs zusammen, und gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass es in Egelsbach im kommenden Jahr 7000 Quadratmeter Blühfläche für die Bienen und anderen Insekten in der Gemeinde geben wird. Schon im ersten Jahr konnten die jungen Egelsbacher Imker 35 Kilo Honig „ernten“.

Dieser Umweltpreis für die Kinder und Jugendlichen ist mit 1000 Euro dotiert, welche die Bienenzüchter Langen jetzt in die weitere Arbeit mit den Kindern investieren können. „Ich denke, was die Mädchen und Jungen von den erfahrenen Mitgliedern des Bienenzuchtvereins Langen gelernt haben, prägt ihre Einstellung zur Natur ein Leben lang. Genau dieses Bewusstsein, gepaart mit Respekt und Achtsamkeit, macht die Projekte der Umweltpreisträger so nachhaltig und wertvoll“, sagte Jäger in ihrer Laudatio und bedankte sich bei den engagierten Imkern, die diese Projekte möglich gemacht haben.

Den „großen Umweltpreis“, dotiert mit insgesamt 2500 Euro, teilen sich Amphibienschützer aus dem West- und Ostkreis Offenbach. Die Mitglieder des BUND Langen, des Dreieicher Tierschutzvereins Artgerecht und lokale Amphibienfreunde konnten davon 1000 Euro in Empfang nehmen. Seit 1994 engagiert sich die Gruppe für Molche, Frösche und Kröten. Mit dem Bau von Zäunen verhindern sie deren Tod durch den Verkehr. In der Laichzeit werden Eimer gestellt, in welche die Tiere reinfallen und in denen sie dann am Morgen auf die andere Straßenseite getragen werden. Rund 500 Tieren wurde in diesem Jahr auf diese aufwendige Weise das Leben gerettet. Den zweiten Teil des Preises, die 1500 Euro, bekam die AG Amphibien und Fledermäuse des Technischen Hilfswerks Seligenstadt. Auch sie bauten Zäune und trugen die Tier über die Straße.

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