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Kindertagesstätte

Befragung zeigt

Kaum Bedarf an geteilten Kita-Plätzen in Langen

Die Langener Eltern zeigen wenig Interesse an einem Sharing-System für Kita-Plätze. Das hat eine Umfrage des Fachdienstes Kinderbetreuung.

Es klappt bei Autos, Fahrrädern oder Arbeitsplätzen, ist in der Kinderbetreuung aber zumindest in Langen für die meisten Eltern keine Option: das Sharing (englisch für Teilen). Der zuständige städtische Fachdienst hat bei seiner Umfrage zum Platz-Sharing – zwei Kinder teilen sich einen Betreuungsplatz – überwiegend Ablehnung erfahren.

Es war eine Initiative, die im Stadtparlament aufkam: Könnte Platz-Sharing die angespannte Lage bei den Krippen- und Kita-Plätzen bekämpfen helfen? Der Fachdienst Kinderbetreuung startete eine schriftliche Umfrage unter Eltern aller Kinder in Langener Einrichtungen, ebenso bei Familien, die auf der Voranmeldeliste stehen – und sorgte dabei zuerst einmal für eine große Verunsicherung: „Es gab reichlich Beratungsbedarf“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo.

Auf einem Fragebogen konnten die Eltern notieren, ob ein anteiliger Platz für sie zur Debatte steht und in welchem Zeitrahmen die Betreuung für den Nachwuchs aktuell benötigt wird. Etwas weniger als die Hälfte der gut 2200 versandten Briefe landete bis zum Stichtag ausgefüllt zurück im Rathaus.

Mit Vollzeit unvereinbar

„Viele Eltern haben uns zurückgemeldet, dass ein Platz-Sharing-System keinesfalls mit einer Vollzeitstelle vereinbar ist und für sie daher nicht in Frage kommt“, berichtet Erster Stadtrat Stefan Löbig (Grüne). Von den Eltern der halbtags betreuten Kinder konnte sich laut Umfrage niemand vorstellen, den Kita-Platz von Sohn oder Tochter mit anderen Familien zu teilen. Bei den bis 17 Uhr betreuten Mädchen und Jungs erklärten sich zwei Familien bereit, den Platz künftig nur noch bis mittags in Anspruch zu nehmen. Zwei weiteren Kindern konnte der Fachdienst dadurch zeitnah einen verkürzten Nachmittagsplatz anbieten.

„Zusätzliche Angebote durch ein Platz-Sharing können nur dann geschaffen werden, wenn es Eltern gibt, deren Wunsch nach Kinderbetreuung zu den Wünschen anderer Eltern passt“, bilanziert Löbig. Eine tageweise Lösung entspreche offenbar nicht dem Bedarf der Familien in Langen – das haben die Umfrage und die Praxiserfahrungen der Langener Krippe Tausendfüßler (Uhlandstraße) gezeigt, die dieses Betreuungsmodell wegen mangelnder Nachfrage in der Vergangenheit heute nicht mehr anbietet.

Guter Ansatz

„Die finanziellen Auswirkungen des Platz-Sharing können wir nicht exakt darstellen, weil sie im Einzelfall von der Verteilung der Betreuungszeit abhängen“, ergänzt Löbig. Bei einer Beispielrechnung, in der ein Ü 3-Ganztagsplatz von 7.30 bis 17 Uhr in zwei halbe Plätze (7.30 bis 13 Uhr und 13 bis 17 Uhr) geteilt wird, gebe es Mehreinnahmen von 360 Euro pro Monat, allerdings bei einem leicht erhöhten Personalaufwand.

Parallel zur Elternumfrage analysierte der Fachdienst Kinderbetreuung die Erfahrungen anderer Kommunen mit gesplitteten Kita-Plätzen. „Viele bieten Platz-Sharing grundsätzlich an, stellen den Eltern in der Praxis aber Modullösungen zur Verfügung, bei denen freie Betreuungszeiten nicht anderweitig belegt werden“, erläutert Löbig. Positive Erfahrungen in anderen Städten gebe es aber durchaus und auch für Langen sei Platz-Sharing ein guter Ansatz, um weitere Angebote in der Kinderbetreuung zu schaffen. Nach seinen Worten könne eine entsprechende Option auf den Voranmeldebögen ergänzt werden, wenn die Stadtverordneten das wünschen.

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