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Klimaschutzausstellung: Wie sich Landraub bremsen lässt

In den Entwicklungsländern haben viele Einheimische mit Landraub zu kämpfen. Was man selbst dagegen tun kann, zeigt eine Ausstellung im Langener Rathaus.

Europa beansprucht viel mehr Anbauflächen für Nahrungsmittel und Rohstoffe, als der Kontinent selbst dafür zur Verfügung hat. Eine Ausstellung des europäischen Netzwerks Klima-Bündnis im Langener Rathaus zeigt vor allen an Beispielen aus Brasilien, Bolivien und Kamerun, welche Folgen dies für die Menschen dort hat.

Zugleich beleuchtet sie unter verschiedenen Aspekten die globalen Dimensionen. Egal ob Rindfleisch, Reis, Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee, Tropenholz oder Agrarkraftstoffe – die Produktion und der damit verbundene Landverbrauch passiert nicht hierzulande, sondern größtenteils in den Entwicklungsländern der Welt.

Ein besonderes Augenmerk widmet die Schau dem „Landgrabbing“, also dem Landraub, einer besonders aggressiven Form der Enteignung. Nach der Finanzkrise 2007 begannen Investoren und Spekulanten nach sicheren Häfen für ihr Geld zu suchen. Sie erkannten, dass Ackerland in eine Ware umgewandelt werden kann und begannen, Geld dafür zu investieren.

Seitdem wurden Flächen in einer Größenordnung von bis zu 100 Millionen Hektar gekauft oder gepachtet, die meisten in Afrika. Egal ob Scheichs aus Saudi-Arabien, Agrarfirmen aus Indien oder Investoren aus London oder New York: Ein neues Rennen um Ackerland hat begonnen, um Plantagenwaren für den Weltmarkt zu produzieren.

Dies ist immer mit der Enteignung und Vertreibung von Kleinbauern und indigenen Gemeinschaften verbunden, die vorher das Land nutzten. Dabei werden ihre traditionellen Rechte ignoriert. Sie haben in der Regel keine legalen Titel auf die Flächen, die sie seit Generationen bebauen. Zumeist werden sie von „ihren“ Regierungen auch nicht vorab informiert.

Was für die Gewinner eine formal legale Übernahme von Land ist, ist für die Verlierer faktisch ein Raub und damit der Verlust ihrer Existenzgrundlage, gegen die sie sich nicht wehren können. Das Ergebnis: Immer noch leiden rund 900 Millionen Menschen an Hunger, also jeder achte.

Die Ausstellung im Langener Rathaus will das Bewusstsein dafür schärfen, dass es alle mit ihrem Lebensstil selbst in der Hand haben, ob sie den Griff nach Land mit vorantreiben oder auch wieder bremsen, indem sie mehr einheimische und saisonale Produkte bevorzugen und beispielsweise ihren Fleischkonsum einschränken.

Die Präsentation ist noch den ganzen März über im Foyer im ersten Obergeschoss des Langener Rathauses während der regulären Öffnungszeiten, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr, zu sehen. Am Mittwoch, 21. März, ist sie abends ab 19 Uhr geöffnet.

Die städtische Umweltberatung und der Weltladen Langen laden für diesen Termin zu einer Besichtigung ein. Dabei wird der Weltladen auch eine Teestunde mit Verkostung fair gehandelter Lebensmittel aus der Dritten Welt veranstalten und sein Aufgabengebiet vorstellen.

(red)

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