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Körperverletzung: Milde Strafe für Betrunkenen

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Von: Walter Scheele

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Für so eine körperliche Auseinandersetzung sei er überhaupt nicht geeignet, meinte ein Tennislehrer (34) vor dem Amtsgericht in Langen. Er stand vor dem Kadi, weil er am 3.

Für so eine körperliche Auseinandersetzung sei er überhaupt nicht geeignet, meinte ein Tennislehrer (34) vor dem Amtsgericht in Langen. Er stand vor dem Kadi, weil er am 3. März „voll bis Unterkante Oberlippe“ einem Schreinermeister ein „Veilchen“ geschlagen hatte.

Vor dem Amtsgericht in Langen entrollte sich bei der Verhandlung die Geschichte eines „Geburtstagsbesäufnisses“, das in der Nacht zu dem verhängnisvollen 3. März bei einer privaten Party seinen Anfang genommen hatte. Die alle nicht mehr nüchternen Männer beschlossen, nach dem offiziellen Ende der Party in einem bekannten Etablissement in Sprendlingen weiterzutrinken.

Als auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Bäckerei für ihre Frühstückskunden öffnete, beschloss der 34-Jährige, sich ebenfalls ein Frühstück zu holen. Dass er Croissant und Weck sowie eine Flasche Kakao gekauft hatte – daran konnte er sich vor Amtsrichter Volker Horn noch dunkel erinnern. Doch dann kam der Filmriss.

Zeugen berichteten, der „sturzbetrunkene“ Mann habe versucht, sich in sein Auto zu setzen. Wegen der offenen Fahrertür konnte allerdings ein anderer Wagen nicht vorbei. Dessen Fahrer begann, den 34-Jährigen zu beschimpfen. Der Zimmermann und der Chef des Cafés griffen ein. Damit nichts passieren sollte, wollten sie den Tennislehrer überzeugen, nicht mit dem Auto wegzufahren.

Doch es kam zu einer Auseinandersetzung, bei der schnell die Fäuste flogen. Der Schreinermeister aus Langen sah sein ebenso ruhiges wie regelmäßiges Frühstück gestört. Das Resultat seines Eingreifens: ein „Veilchen“ rechts. Aber auch der Angreifer ging nicht unverletzt zu Boden. Der Handwerker verpasste ihm ebenfalls ein blaues Auge, als er ihn zu Boden brachte. Ein anderer Zeuge verständigte die Polizei,

Die Blutprobe ergab ein Ergebnis von 2,48 Promille zur Tatzeit. Volltrunken im Sinne des Gesetzes, befanden Anklage wie Gericht. Und so kam es, zumal der Tennislehrer sein Auto nicht mehr gefahren hatte, zu einem milden Urteil. Der reumütige Angeklagte erhielt eine Verwarnung unter Strafvorbehalt von 30 Tagessätzen zu je 40 Euro. Zu gleichen Teilen muss er je 500 Euro an den blessierten Schreinermeister und den Weißen Ring zahlen.

(sc)

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