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Vom Kunstrasen ist nicht mehr viel zu sehen, an vielen Stellen ist er geflickt und ein dicker Sandbelag ist aufgetragen.

Kunstrasen muss her

Langen

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Welche Rolle werden Sportvereine künftig in der Gesellschaft spielen und welche Erwartungen werden an sie gestellt – dies ist nur eine Frage, die in dem Sportentwicklungskonzept, das für die Stadt Langen entwickelt wird, berücksichtigt werden soll. Auch über eine neue Drei-Felder-Halle wird nachgedacht.

Das Angebot für sport- und fitnessbegeisterte Menschen in Langen ist groß: Zwei große Sportvereine, diverse Spartensportvereine und private Fitnessclubs bieten viele Optionen. Es gibt eine große Bowling-Halle, die Schwimmer haben mit dem Hallenbad, dem Freibad und dem Waldsee beste Möglichkeiten, es gibt viel Wald und Feld zum Joggen und Radfahren, und auch in punkto Hallen ist die Sterzbachstadt recht gut aufgestellt. „Aber mit unseren großen Neubaugebieten kommen viele Langener dazu, das bringt neue Bedarfe mit sich, und wir haben auch das eine oder andere Problem im Bestand“, sagt Joachim Kolbe, Fachbereichsleiter Sport und Kultur und Chef der städtischen Wirtschaftsförderung.

Um den Ist-Zustand, die Optionen für die Zukunft und den potenziellen Bedarf der Stadt zu klären, will Kolbe ein Sportentwicklungskonzept für Langen. „Wir können das nicht allein erledigen, wir brauchen Fachleute und Gutachter, die uns dabei unterstützen“, sagt er. Im kommenden Jahr soll Geld für Beratungskosten und Gutachten in den Haushalt eingestellt werden.

Nach Angaben von Fachbereichsleiter Joachim Kolbe muss sich das Sportentwicklungskonzept für Langen beispielsweise mit folgenden Fragestellungen befassen: Wie wird sich das Verhältnis zwischen vereinsgebundenem, kommerziellem und individualisiertem Sport weiterentwickeln? Welche Rolle werden Sportvereine künftig in der Stadtgesellschaft spielen können, und mit welchen Anforderungen und Erwartungen werden sie seitens der Bevölkerung konfrontiert? Auch werde zu erörtern sein, ob die Organisationsstrukturen der Vereine den sportlichen, administrativen und wirtschaftlichen Anforderungen dauerhaft gewachsen sind.

Beleuchten will Kolbe zudem, welche Sportarten in Zukunft an Bedeutung gewinnen und welche wahrscheinlich verschwinden. Überdies solle ausgelotet werden, wie die aktuelle Infrastruktur der Stadt mit Sport- und Turnhallen, mit Sportplätzen, Sondersportanlagen und Bädern konzeptionell und baulich zu bewerten ist und ob sie künftigen Anforderungen standhält. Können die vorhandenen Kapazitäten ein Bevölkerungswachstum aufnehmen? Wie müssen sie sich womöglich verändern, wie modernisiert oder erweitert werden? Sind Neubauten von Sporthallen und Sportplätzen erforderlich und wenn ja, wo? Das sind laut Kolbe weitere Fragen, die in dem Konzept beantwortet werden müssen.

Die Sanierung der beiden Kunstrasenplätze bei der SSG und dem FC Langen sind schon mit jeweils 300 000 Euro eingepreist. Bei den Fußballern in Oberlinden müsse die Stadt zudem mit einem Bebauungsplan aktiv werden. „Es sind keine Gebäude oder Umbauten geplant. Aber um beispielsweise einen dringend benötigten Maulwurf-Schutzzaun zu errichten, braucht es eine Baugenehmigung. Die bekommen wir nicht, weil wir an dieser Stelle keinen gültigen Bebauungsplan haben“, so Kolbe weiter. Die Mitglieder der Sportkommission (Vertreter des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und von Vereinen) haben inzwischen unisono die Dringlichkeit des Verfahrens bekräftigt. Zugleich haben sie die vorgesehene Sportentwicklungsplanung begrüßt.

Bürgermeister Frieder Gebhardt weiß auch um den Druck bei der Belegung der Sporthallen in der Stadt. „Eigentlich brauchen wir auch noch eine weitere Drei-Felder-Halle. Da müssen wir mit dem Kreis ins Gespräch kommen. Wenn wir sowieso wegen des Neubaugebiets Liebigstraße einen Grundschulstandort vorhalten müssen, wäre das vielleicht die richtige Gelegenheit, über eine neue Sporthalle zu diskutieren“, so Langens Rathauschef.

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