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Langen: 90 Jahre alte Trauerweide muss gefällt werden

Das Ende der Trauerweide am Langener Zenja ist besiegelt. Der 90 Jahre alte Baum muss aufgrund von Fäule am Donnerstag gefällt werden.

Sie ist alt, morsch und leider eine Gefahr: Die Trauerweide am Zentrum für Jung und Alt (Zenja) muss deswegen jetzt doch gefällt werden. Im Februar hatte die Stadt noch die vage Hoffnung, den Baum mit einem Rückschnitt retten zu können. Doch aktuelle Untersuchungen von einem unabhängigen Gutachter lassen jetzt keine Zweifel mehr aufkommen, dass die Weide nicht mehr zu erhalten ist. Am Donnerstag dieser Woche wird deshalb nach den Worten von Erstem Stadtrat Stefan Löbig (Grüne) ihr Schicksal besiegelt.

Er betonte, dass es nicht zu verantworten sei, den Baum noch länger stehen zu lassen. Das Gutachten weise unmissverständlich darauf hin, dass mit Astbruch zu rechnen ist oder – schlimmer noch – die Weide von Herbststürmen umgefegt wird. „Deswegen müssen wir schnell handeln“, erklärte Löbig.

Die Trauerweide mit ihrem Weichholz hat rund 90 Jahre auf dem Buckel und steht damit sowieso in der Endphase ihres Daseins. Beim Rückschnitt wurde sichtbar, dass Äste innen hohl und faul sind. Sie können deswegen jederzeit abbrechen. Der Gutachter geht davon aus, dass es im Stamm genauso aussieht.

Für äußerst bedenklich hält er zudem, dass der Baum schon erheblich in Schieflage geraten ist. Umso mehr drohe die Gefahr, dass er umkippt – und das in unmittelbarer Nähe zum Zenja, zu zwei Schulen, zu Sportvereinen und zur neuen Kita Mittendrin, wo sehr viele Kinder und Eltern unterwegs seien, wie Löbig hervorhob. Erschwerend komme hinzu, dass bei den aktuell laufenden Arbeiten für die Fahrradstraße hinter dem Zenja und der Kita Stützwurzeln an der Oberfläche beeinträchtigt würden.

Löbig hat Verständnis dafür, dass viele die Weide um jeden Preis retten möchten. Sie sei für den Standort prägend und ein liebgewonnener Anblick. „Aber wir müssen zuerst an die Sicherheit denken, sie muss im Vordergrund stehen.“ In Abstimmung mit dem Zentrum für Jung und Alt will Löbig nach Abschluss der Bautätigkeiten einen neuen Baum pflanzen. Wenn die Trauerweide am Donnerstag gefällt wird, müssen Besucher der Einrichtung auf umliegende Parkplätze ausweichen.

(fnp)

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