Politisches Engagement

Langen: Schüler wünschen sich freies WLAN an öffentlichen Plätzen

  • schließen

Jugendliche in Langen wollen sich politisch engagieren. Ihr Ziel ist ein Jugendparlament, in dem sie ihre Vorstellungen artikulieren können. Unterstützung finden sie bei Bürgermeister Frieder Gebhardt.

Langen soll noch in diesem Jahr ein Jugendparlament bekommen, die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Die derzeit 26 engagierten Jugendlichen arbeiten eine Satzung aus, die im Mai im Stadtparlament abgesegnet werden soll. Nach den Sommerferien könnte es dann Wahlen für die Mitglieder geben und anschließend eine konstituierende Sitzung. „Wichtig ist uns, dass dies keine Spielwiese für Jugendliche werden soll. Die politische Anbindung an die Stadt und das Parlament sind das erklärte Ziel“, betonte Martina Waidelich, Leiterin des städtischen Fachdienstes Jugend, Migration und Spielplätze.

Initiator des Jugendforums oder -parlaments ist Michael Ackermann. Der inzwischen 18-Jährige hatte im April 2016 eine E-Mail an Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD) geschrieben, dass er mit ihm reden müsse. Das Treffen kam schnell zustande. „Es war eine glückliche Fügung, dass wir das Projekt ,Demokratie leben’ gerade in der Stadt initiiert hatten, und das passte perfekt zusammen“, freut sich Gebhardt, dass das Parlament jetzt nach so viel Vorbereitung endlich Fahrt aufnimmt.

Waren es zunächst 10 Jugendliche, die sich regelmäßig im Pavillon an der Bahnstraße getroffen haben, um die für sie relevanten Themen und Wünsche zu besprechen, sind es inzwischen 26 Schüler, die an dem Projekt mitarbeiten. „Die Zukunftskonferenz im September war der Gipfel unserer Energie, dort haben wir 750 Schüler aus allen drei weiterführenden Schulen erreicht. Wir waren selbst überrascht, wie viele eigene Ideen dort eingebracht wurden. Wir haben jetzt eine riesige und repräsentative Sammlung an Themen, die Jugendliche in unserer Stadt interessieren“, ist Michael Ackermann mehr als zufrieden.

In der Veranstaltung, die der Fachdienst der Stadt, die Arbeiterwohlfahrt und das Stadthallenteam mitorganisierten, wurde bei den Jugendlichen in sechs Workshops, an zehn Mitmachstationen und in einem Plenum in der Neuen Stadthalle die Politikbegeisterung geweckt. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit Kommunalpolitik, den Strukturen und den Gestaltungsmöglichkeiten der Politik in ihrer Stadt. Im Themenfeld „Deine Ideen für Langen“ wünschten sich die meisten Mittelstufenschüler bessere Einkaufsmöglichkeiten, mehr Veranstaltungs- und Freizeitangebote, öffentliches WLAN und mehr Parks und Plätze, an denen sich Jugendliche treffen können.

Ein Ergebnis der Konferenz war auch, dass die Jugendlichen mit den Spielplätzen der Stadt weitgehend zufrieden sind – die Plätze an der Tarsusanlage, im Mühltal und der neue Olympiaspielplatz wurden als besonders beliebt genannt. „Jugendliche wollen partizipieren und sind auch bereit, sich dafür zu engagieren“, betonte Michael Ackermann. Und auch sein Mitstreiter Tim Kolmschlag weiß, dass Projekte, wie beispielsweise ein Pavillon, in dem sich die Jugend auch bei schlechtem Wetter draußen treffen könnte, von Jugendlichen viel besser geschützt und gepflegt wird, wenn sie eine solche Überdachung selbst initiiert haben. „Wenn wir selbst etwas aufbauen, haben wir auch ein Interesse daran, es zu erhalten“, sagt der 17-Jährige.

Die

Rückendeckung

von Bürgermeister Frieder Gebhardt ist den Jugendlichen sicher: „Die Kinder und Jugendlichen sollen ernst genommen werden und ihre Altersgruppe in kommunalpolitischen Entscheidungen vertreten“, sagt der Rathauschef. Die Konferenz und das geplante Jugendparlament seien die richtigen Schritte, um sich mit den Spielregeln der Demokratie vertraut zu machen. „Jugendliche haben den Wunsch mitzureden“, so der Rathauschef. Die Hessische Gemeindeordnung sehe eine Beteiligung explizit vor.

Wer noch Lust hat, sich an dem Aufbau des Jugendparlaments zu beteiligen, ist eingeladen, zu dem nächsten Treffen der Gruppe zu kommen: Am Mittwoch, 18. Januar, kommen die Jugendlichen um 18 Uhr im Pavillon an der Bahnstraße zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare