"Die Krönung des Lebenswerks"

Langener Ulrich Vedder erhält Bundesverdienstkreuz

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Ulrich Vedder sieht sich selbst als hauptamtlicher Ehrenamtler. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich in der Politik, in der Vereinsarbeit sowie in der Kirchengemeinde in Langen. Nun wurde er für seine Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

„Das ist eine besondere Auszeichnung, ich bin etwas gerührt, dass mich so was nach 30 Jahren Ehrenamt trifft. Es ist wie die Krönung meines Lebenswerks“, erklärte Ulrich Vedder, nachdem ihm Landrat Oliver Quilling (CDU) das Bundesverdienstkreutz am Bande ans Revers geheftet hatte.

Alle waren sich einig: Landrat Quilling, Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt (SPD), Dekan Reinhard Zincke und Jan Werner, Präsident des Turnvereins Langen. Sie alle betonten in ihren Gratulationsreden, dass Ulrich Vedder diese hohe Auszeichnung mehr als verdient habe. „Sie engagieren sich auf Feldern, die das ganze Leben ausmachen. Unter dem Stichworten Kommunalpolitik, Kirche und Sport subsummiert sich der gesamte Alltag der Bürger“, sagte Laudator Oliver Quilling über Ulrich Vedder. Als Finanzfachmann hat der ehemalige Bankkaufmann und Leiter der Bankrevision in den vergangenen 30 Jahren sein Wissen auch ehrenamtlich eingebracht. Schon während seiner Berufstätigkeit ging er in die Politik. Das geplante Jugendzentrum in der Lutherstraße, das er damals nicht unbedingt „vor seiner Haustüre“ haben wollte, führte Vedder zur FWG-NEV. Das war bereits 1990. Insgesamt 15 Jahre gehörte er der Partei an, bevor er am 1. April 2005 in die CDU-Fraktion wechselte. Fast von Beginn seines politischen Engagements an gehört Vedder dem Haupt- und Finanzausschuss an, dessen Vorsitzender er seit April 2006 ist.

Von 1995 bis 2009 war er im Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde, und lange Jahre ist er schon Mitglied der evangelischen Dekanatssynode, in die sich der Bundesverdienstkreuzträger ebenfalls als Mitglied des Finanzausschusses einbringt. Für die Synode sitzt er auch im Evangelischen Regionalverwaltungsverband Starkenburg Ost. Außerdem verstärkt er den Chor der Stadtkirche schon seit vielen Jahren mit seiner Bass-Stimme.

Das dritte ehrenamtliche Standbein von Ulrich Vedder ist der Sport. Seit 2009 ist er im Vorstand des Turnvereins Langen (TVL), mit über 2200 Mitgliedern einer der größten Sportvereine im Kreis Offenbach, im geschäftsführenden Vorstand. Wie sollte es anders sein: Er ist zuständig für Finanzen, Controlling und Organisation. Seit 2014 ist er als Sprecher der Vorsitzende des TVL-Vorstandes.

Das Bundesverdienstkreuz ist nicht Vedders erste Auszeichnung: Den Landesehrenbrief hat er 2002 bekommen, und seit 2010 trägt er den Titel „Stadtältester“ der Stadt Langen. Rathauschef Frieder Gebhardt erinnerte an das geflügelte Wort „Hasiko“, das Vedder für das Haushaltssicherungskonzept (Hasiko) kreiert hat, attestierte ihm eine herausragende Persönlichkeit innerhalb seiner Fraktion zu sein, und dass es beeindruckend sei, was Vedder über die Politik hinaus anpackt.

„Mein persönlicher Liebling von all diesen Tätigkeiten ist eigentlich der Chor-Gesang. Das entspannt mich innerlich und bereitet mir sehr viel Freude. Das ist was für die Seele“, schwärmt der 72-Jährige. Vor der politischen Arbeit habe ihn sein Vater immer gewarnt, und manchmal ärgere er sich über die Ausschusskollegen, die unvorbereitet in die Sitzung kämen.

Auch der TV raubt ihm manchmal den Nerv – der Verein koste Kraft und Zeit. Aber auch für diese Arbeit gab es großen Dank: „Wir stehen sehr viel besser da, seit du bei uns im Team bist und die Finanzen strukturiert hast“, lobte ihn TV-Präsident Jan Werner.

Eigentlich, so Ulrich Vedder, sei er inzwischen ein hauptamtlicher Ehrenamtler. Den größten Dank bekamen daher Frau Inger und Tochter Annika: „Ohne Euren Rückhalt wäre diese Arbeit niemals möglich gewesen.“ Entspannung findet Ulrich Vedder in Südschweden. Zwei bis drei Monate im Jahr lebt er in der Heimat seiner Frau und liest im eigenen Häuschen am Wasser spannende Schweden-Krimis.

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