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Langen dreht jeden Euro um.

Haushalt

Langen will sparen: Weniger Geld für Sicherheit und Bildung

Die städtische Verwaltung hat eine Liste mit möglichen Einsparungen erstellt. Stark betroffen wären die Sektoren Soziales, Bildung, Bauunterhaltung, Grünpflege und Sicherheit.

Den Fachbereich Soziales und Bildung trifft es am heftigsten: 833 000 Euro muss er gemäß der Vorgabe aus den Haushaltsplanberatungen sparen – allerdings sind nach den Worten von Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo lediglich 2,5 Millionen seines Budgets disponibel. Somit wird aus der Drei-Prozent-Vorgabe der SPD eine 33-Prozent-Realität. Und somit kommt der Unterteilung in einen A- und einen B-Teil der Sparliste bei ihm eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn auf Teil B, also dem, der nach Ansicht der Verwaltung noch nicht zwangsläufig umgesetzt werden muss, um das Haushaltsloch zu stopfen (wir berichteten) findet sich eine Halbierung der Zuschüsse für soziale Organisationen: von 270 000 auf 136 400 Euro.

Das hätte starke Auswirkungen beispielsweise für das Zentrum für Jung und Alt, die evangelische Familienbildung, die Langener Tafel sowie Träger in der Jugend- oder Integrationsarbeit. Sie alle müssten ihre Angebote stark einschränken und wären unter Umständen sogar in ihrem Fortbestand gefährdet.

Kein Geld für Möbel

Aber auch Teil A hat es in diesem Sektor in sich: Gut 120 000 Euro weniger würden in die Kitas fließen. Damit wäre kein Geld mehr da zum Kauf von Möbeln, Geschirr, Kleingeräten, Bastelmaterial und Spielsachen. Auch die Bauunterhaltung, der Winterdienst und die Grünpflege würden weiter eingeschränkt, was das Erscheinungsbild der Einrichtungen negativ verändere, sagt Strelow Castillo. Vorgeschlagen werden auch Einsparungen bei der Verpflegung in den Kitas. Für den Einkauf von Lebensmitteln soll zehn Prozent weniger Geld zur Verfügung gestellt werden, was sich in der Qualität der Speisen bemerkbar mache.

Komplett gestrichen würden die städtischen Ferienspiele. Und bei der Jugendarbeit sind Einschränkungen vorgesehen. Nicht ausgenommen von der Streichliste ist die ältere Generation. In den Seniorentreffs und im Begegnungszentrum Haltestelle müsste auf anstehende Sanierungsarbeiten verzichtet werden. Zugleich würde die Barrierefreiheit im Begegnungszentrum – geplant ist der Einbau einer automatischen Tür – auf Eis gelegt.

Später höhere Kosten

Bauunterhaltung, Grünpflege, Sicherheit – das sind Felder, in denen bei den „Diensten für Einwohner und Stadt“ gespart werden soll, in dem 80 Prozent der Ausgaben unveränderbar sind, wie Fachbereichsleiter Carsten Weise sagt. So schlägt er eine Reduzierung der Straßenunterhaltung vor – betont aber auch: „Folge wäre ein Instandhaltungsstau, der in späteren Jahren mit voraussichtlich höheren Kosten abgearbeitet werden müsste.“ Eingeschränkt würden die Reinigung der Spielplätze und die Pflege der öffentlichen Grünflächen – die Folgen wären weithin im Stadtbild zu sehen. Auch bei der Unterhaltung städtischer Gebäude und der Stadtmöblierung würde gespart.

Weniger Sicherheit in der Stadt wird die Einschränkung bei der Citystreife mit sich bringen. Sie soll künftig im Sommerhalbjahr nur noch am Wochenende unterwegs sein. Dreckiger wird es in der Bahnstraße, wo Fachbereichsleiter Joachim Kolbe (Stadtentwicklung, Wirtschaft, Sport, Kultur) den Einsatz des StraßenCarers einschränken würde. Nicht geben dürfte es zudem die geplanten zehn öffentlichen WLAN-Hotspots aus dem Landesprogramm „Digitale Dorflinde“, da die Stadt den 20-Prozent-Anteil an den Kosten streicht.

Von Markus Schaibel

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