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Bauboom: An der Elisabeth-Selbert-Allee (vorne) sind bereits viele neue Wohnungen entstanden. Allerdings keine günstigen.

Wohnraummangel

Neue Verordnung soll Mietpreise in Langen im Zaum halten

Vom Sommer an soll auch für Langen eine Mietpreisbremse gelten. Die Stadt erfüllt die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Landesverordnung.

Baukräne bestimmen die Skyline Langens nun schon seit Jahren – und werden es auch noch lange tun: In der Stadt wird in großem Umfang Wohnraum geschaffen. Allerdings: Die meisten dieser neuen Wohnungen und Häuser sind im hochpreisigen Niveau angesiedelt; günstiger Wohnraum ist rar. Damit die Mieten nicht weiter steigen, soll deshalb künftig auch für Langen eine Mietpreisbremse gelten.

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„Unsere Stadt erfüllt die dafür geltenden Kriterien“, erläutert Bürgermeister Frieder Gebhardt. Bislang dürfen in 16 hessischen Städten und Gemeinden die Mieten nur noch moderat erhöht werden. Die schwarz-grüne Landesregierung will die Regelung aber auf 24 Kommunen ausweiten – vor allem auf Orte im Rhein-Main-Gebiet, wo das, was die Wohnungseigentümer verlangen, für immer weniger Menschen bezahlbar ist.

Wo die Bremse gilt, darf die Miete bei Neuvermietungen maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gibt es allerdings bei Neubauten, Sanierungen oder wenn die Miete des Vormieters schon höher war. Voraussetzung für die Bestimmung der Gebiete ist, dass in den Gemeinden die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen zu angemessenen Bedingungen besonders gefährdet ist. Grundlage dafür, wer in Frage kommt, ist ein Gutachten des Darmstädter Instituts Wohnen und Umwelt GmbH (IWU), das nach Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten Ausschau gehalten hat.

Die Fachleute haben fünf Aspekte ins Visier genommen. das Wohnungsdefizit, die Neubauintensität, die Höhe der Mieten, die Mietpreissteigerung und die Leerstandsquote. Kommunen, die mindestens vier dieser fünf Teilbedingungen erfüllen, konnten sich für die Aufnahme in die „Mietenbegrenzungsverordnung“ aussprechen. „Und das haben wir getan“, erklärt Gebhardt.

Langen habe nur ein Kriterium nicht erfüllt: eine Leerstandsquote von mindestens drei Prozent. Laut IWU-Auswertung liegt die Stadt bei lediglich 1,9 Prozent.

Die Mietpreisbremse soll sich dämpfend auswirken und dazu beitragen, dass sich auch Normalverdiener im Ballungsraum noch eine Wohnung leisten können. „Das ist ganz in unserem Sinne“, sagt Gebhardt und hofft, dass das Instrument tatsächlich seinen Zweck erfüllt. Konkret geht es darum, dass es bei einer Wiedervermietung verboten ist, eine mehr als zehn Prozent höhere Miete als die ortsübliche Vergleichsmiete zu verlangen. Einen Mietspiegel hat die Stadt Langen zwar nicht. „Aber wir können auf die Zahlen aus dem Papier für den Kreis Offenbach zurückgreifen“, sagt Gebhardt.

Für ihn ist die Mietpreisbremse zwar kein Allheilmittel. Aber es sei eines von mehreren Steuerungsmöglichkeiten, um den Anstieg im Zaum zu halten. „Vor allem zielen wir aber mit unseren großen Neubaugebieten darauf ab, der Nachfrage Herr zu werden und die Teuerungsraten auf dem Wohnungsmarkt zu begrenzen“, erklärt der Bürgermeister.

Der Entwurf für die neue Mietpreisbremse soll an Ostern durch das Kabinett in Wiesbaden verabschiedet werden. Dann könnte die Verordnung im Sommer in Kraft treten.

(ble)

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