Vortrag

Pfarrerin hilft Witwen in Nigeria

Witwen haben in Nigeria kaum Rechte. Über den Verein „Widows Care“ unterstützt die Mainzer Pfarrerin Renate Ellmenreich diese Frauen. In einem Vortrag in der Johannesgemeinde berichtet sie von ihrer Arbeit.

Durch die Morde der islamistischen Terrormiliz Boko Haram haben Tausende Frauen in Nigeria ihre Ehemänner verloren. Als Witwen besitzen sie jedoch kaum Rechte und wenig soziales Ansehen. In ihrem Vortrag „Hoffnung für Verzweifelte“ berichtet die Mainzer Pfarrerin Renate Ellmenreich am Donnerstag, 3. Mai, wie ihnen heute geholfen wird.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im evangelischen Johannes-Gemeindezentrum in der Uhlandstraße 24 a. Eingeladen sind alle, die mehr über diesen Teil Afrikas und die Schicksale seiner Menschen erfahren wollen. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss bitten Pfarrerin Christiane Musch, die Kirchengemeinde und die Koordinationsstelle Miteinander die Gäste noch zu einem Umtrunk mit Gesprächen.

2014 gründete Renate Ellmenreich mit sieben Kolleginnen den Verein „Widows Care“, um Schutzlosen zu helfen. Die Theologin versteht die Probleme der verwitweten Frauen nur zu gut. Vor 20 Jahren war sie, zusammen mit ihrem Mann, als Entwicklungshelferin in Nigeria tätig. Als er an einem tropischen Fieber starb, erfuhr die deutsche Pastorin am eigenen Leib, was es heißt, in Nigeria ohne männlichen Schutz zu sein. Sie durfte die Arbeit nicht mehr fortsetzen und wurde gesellschaftlich unterdrückt.

Daraufhin kehrte sie nach Deutschland zurück. Von dort aus engagierte sie sich weiter für die Ärmsten der Armen und macht sich nach ihrer Pensionierung mit dem Verein dafür stark, dass Witwen Fähigkeiten erlernen, mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Alleinstehende Frauen können in Nigeria weder Land besitzen noch ein Geschäft oder Bankkonto eröffnen. Viele von ihnen mussten mit ansehen, wie Terroristen ihre Männer ermordeten, die Söhne zum Kämpfen gezwungen und die Töchter missbraucht haben. Boko Haram zerstörte die Häuser und nahm die Dorfbewohnerinnen mit. Wem die Flucht gelang, der kam in die nordnigerianische Stadt Maiduguri, wo „Widows Care“ den Verfolgten zur Seite steht.

(red)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare