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Eine erste Visualisierung zeigt, wie das neue Bürogebäude an der Pittlerstraße aussehen soll.

Wirtschaftszentrum Neurott

Kölner Projektentwickler plant Quartier mit Hotel, Boarding-House und Büros

Es ist eine erfreuliche Entwicklung an einer Schlüsselstelle im Wirtschaftszentrum Neurott: In der Pittlerstraße 48-50 („Langener Stern“) plant die pantera AG einen Mix aus Hotel, Apartments und Büros. Neben dem Komplettumbau des bestehenden Gebäudes ist ein neuer Komplex geplant.

„Main Base Langen“ – mit diesem Namen geht die pantera AG aus Köln an den Start, um in Langen das bisher größte Einzelprojekt der Unternehmensgeschichte zu entwickeln. In dem Quartier gegenüber von Burger King soll eine gemischte Nutzung ermöglicht werden: Zum einen sind zwei Beherbergungsbetriebe, zum anderen ein neues Bürogebäude geplant. Insgesamt umfasst das Projekt eine voraussichtliche Bruttogeschossfläche (BGF) von 23 000 Quadratmetern. Die Investitionen sollen bei mehr als 85 Millionen Euro liegen.

 

220 Zimmer

 

Die Beherbergungsbetriebe mit bis zu 15000 Quadratmetern BGF werden im „Langener Stern“ entstehen. Geplant ist ein Drei- bis Vier-Sterne-Hotel mit etwa 220 Zimmern, dazu kommen noch einmal rund 180 „Serviced Apartments“, also ein Boarding House mit komplett möblierten Räumen, die auf Langzeit-Aufenthalte von Geschäftsleuten zugeschnitten sind. Der bis zu achtgeschossige, ursprünglich 1996 errichtete Massivbau wird für diesen Zweck komplett entkernt und saniert.

Derzeit steht der „Langener Stern“ fast komplett leer, einzig Europcar ist noch im Erdgeschoss eines Nebengebäudes ansässig. Eine Vereinbarung sieht vor, dass der Autovermieter spätestens mit Baubeginn auszieht. Die letzten Büromieter waren Oracle, die aber vor gut zwei Jahren ausgezogen sind.

Vor allem für Übernachtungsgäste gewinne Langen immer mehr an Bedeutung, erläutert pantera AG-Vorstand Michael Ries: „Sowohl privat als auch dienstlich Reisende fragen solche Kapazitäten bereits heute stark nach.“ Vor allem auch bei längeren Aufenthalten in der Region etwa von Geschäftsreisenden mache sich die gute Verkehrsanbindung zu den wichtigen Zielen in der Region vom Flughafen über das Frankfurter Finanzzentrum bis zu den Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt positiv bemerkbar.

Folgen des Brexit

Die Nachfrage an Übernachtungen für mehrere Wochen oder Monate steige bundesweit deutlich an, etwa durch immer höhere berufliche Mobilitätsanforderungen und die von Unternehmen verstärkt praktizierte Projektarbeit. Im Rhein-Main-Gebiet sorgen die Folgen des Brexit zusätzlich für einen besonders starken Anstieg des Bedarfs, erklärt Ries.

Für die Freifläche zum Kreisverkehr von Pittler-, Ampère- und Raiffeisenstraße hin ist ein neues Bürogebäude mit bis zu 8000 Quadratmetern BGF projektiert, das nach modernstem technischem Standard realisiert werden soll. Die genaue Flächen- und Nutzungsverteilung wird im Rahmen des anstehenden Baugenehmigungs-Verfahrens festgelegt. Für das komplette Projekt liegen laut Ries bereits positive Bauvorentscheide vor.

Die pantera AG hofft, dass sämtliche Genehmigungen bis Mitte 2019 vorliegen. Die Bauzeit wird auf etwa zwei Jahre taxiert, so dass eine Eröffnung noch im Jahr 2021 angestrebt wird.

Am Ende sollen die projektierten oder auch komplett fertiggestellten Immobilien an Investoren veräußert werden. Dabei ist ein Verkauf sowohl im sogenannten Share Deal inklusive Baugenehmigung und Offerten von Betreibern sowie Pächtern als auch schlüsselfertig-global an institutionelle Investoren möglich. Die Veräußerung soll nach final erteilter Baugenehmigung erfolgen, gegebenenfalls mit entsprechenden Betreiber-Konzepten sowohl für das Hotel als auch für die Serviced Apartments.

Ries: „Wir sind in beiden Bereichen bereits mit mehreren Anbietern im Gespräch. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Übernachtungen in der Metropolregion Rhein-Main und der guten Verkehrsanbindung gibt es frühzeitig eine hohe Nachfrage von Hotelketten und Boarding-House-Betreibern als auch von Unternehmen, die sich am Standort Langen niederlassen wollen.“

„Das ist ein großer Schritt für diese Fläche“, freut sich der städtische Fachbereichsleiter Joachim Kolbe als oberster Wirtschaftsförderer. „Wir kümmern uns schon seit Jahren darum, dass da was passiert.“ Ein schwieriges Insolvenzverfahren habe die Entwicklung aber verzögert. Das jetzige Projekt sehe er „mit größtem Wohlwollen“.

 

Markus Schaible

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