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Eine Statue der Justizia.

Zum zweiten Mal

Prozess um Stalking erneut verschoben

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Ein 40-Jähriger soll seine Ex-Freundin in 195 Fällen gestalkt haben. Doch die Verhandlung am Langener Amtsgericht musste zum zweiten Mal vertagt werden.

Der angeklagte Vorfall ist schon lange her, das ehemalige Paar lebt inzwischen weit voneinander entfernt. Doch die Beziehung beschäftigt noch immer das Amtsgericht Langen. Dem ehemaligen Partner (40) der 48-Jährigen aus Langen wirft die einstige Herzdame 195 Fälle von Stalking vor. Jetzt soll endgültig am 21. November ein Schlussstrich gezogen werden. Ein Termin im Juni war geplatzt, weil der Pflichtverteidiger des Angeklagten behauptete, er habe sich in den Fall nicht ausreichend einarbeiten können. Also musste der Direktor des Amtsgerichtes Langen, Volker Horn, den Prozess unterbrechen.

Zunächst hatte sich das Paar laut Anklage 2016 nur ab und an zu einem Drink getroffen. Dann „funkte es“. Doch der Lagerarbeiter und die Restaurant-Managerin konnten nicht miteinander und dann auch nicht ohne einander. Die Beziehung ging in die Brüche, und man versöhnte sich immer wieder. Schließlich empfand die Frau das Verhalten ihres aufdringlichen Partners als Stalking. Sie zeigte ihn an, erwirkte sogar eine Verfügung, die ihm jede Annäherung an sie oder ihre Wohnung untersagte. Ohne Erfolg, wie sich schnell herausstellte. Aber auch sie nahm die Verfügung eines Richters nicht besonders ernst. Sie, so ihre eigenen Angaben beim ersten Termin vor dem Amtsgericht, verabredete sich mit dem 40-Jährigen zum Schwimmen am Badesee oder anderen Ausflügen.

Was sich 2017 zwischen dem Duo abspielte, zeichnete die Frau danach akribisch auf und zeigte es schließlich an. Im Juni sollte Amtsgerichtsdirektor Horn in Recht sprechen. Aber während der 40-Jährige sagte, er sei krank, und deshalb habe weder er noch sein Pflichtverteidiger sich richtig auf das Verfahren vorbereiten können, plauderte das Opfer ausführlich. Allerdings mit erheblichen Gedächtnislücken. Die 48-Jährige berichtete, ihrer Erinnerung nach sei diese „On-Off-Beziehung“ schon seit 2015 gegangen. Mal sei es eine Woche gut gelaufen, dann wieder nicht mehr. Immer wieder habe der 40-Jährige, nachdem „alles aus“ gewesen sei, Reue gezeigt und versprochen, sich zu bessern. Im Mai oder Juni 2017 sei es am Badesee im Beisein von Freunden zu einem tiefgreifenden Zerwürfnis gekommen. Der Angeklagte habe sie übel beschimpft und öffentlich bloßgestellt.

Diese Woche sollte das Verfahren weitergehen. Bis dahin wollten Angeklagter und Verteidiger sich eingehend vorbereitet haben. Der Angeklagte kündigte schon mal an, bis zum neuen Termin habe er „ausführliche Unterlagen“ fertiggestellt. Doch wegen einer Umbesetzung am Amtsgericht kam es erneut zur Verschiebung des Verhandlungstermins. Volker Horn muss sich bis mindestens Ende des Jahres um Betreuungsfälle kümmern. Bis dahin sind zwei andere Strafrichter für seine „alten“ Fälle zuständig.

(sc)

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