Martina Hofmann-Becker (l.) und Anne Kühl putzen die Stolpersteine in der Bahnstraße.
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Martina Hofmann-Becker (l.) und Anne Kühl putzen die Stolpersteine in der Bahnstraße.

Stolpersteine in Langen

Putzaktion gegen das Vergessen

  • vonLeo Postl
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Die Stolpersteine sollen an die jüdischen Mitbürger in Langen erinnern, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Jetzt wurden die Steine wieder aufpoliert.

Die Passanten am Langener Lutherplatz wunderten sich über eine Gruppe von Menschen, die dort mit Putzeimern, Putzmittel, Lappen und Wasserflaschen stand. Es waren Freiwillige, die zum Stolperstein-putzen angetreten waren. „Wir haben vor ein paar Jahren diese schön glänzenden Stolpersteine verlegt, jetzt sind diese durch die Witterungseinflüsse etwas blind geworden, also verschaffen wir ihnen wieder ihr altes Aussehen“, sagte der Initiator der Stolperstein-Putzaktion, Herbert Walther.

Unter den freiwilligen Putzfreunden waren beispielsweise Renate und Max Goldbach, die immer in vorderster Front stehen, wenn es um ehrenamtliches Engagement geht. Auch Reiner Elsinger schwang gerne den Putzlappen. Für Anne Gebhardt war es ohnehin eine Selbstverständlichkeit, mit dabei zu sein.

Herbert Walther hatte mit einer gewissen Anzahl von Putzwilligen gerechnet und deshalb schon mal einen Arbeitsplan erstellt, um möglichst alle verlegten Stolpersteine reinigen zu können.

Anne Kühl und Martina Hofmann-Becker hatte er die Bahnstraße zugeteilt. „Wenn man mit dem Putzen vertraut ist und das richtige Mittel hat, ist das alles recht schnell erledigt“, meinte das flinke Damen-Team.

Aber auch die anderen hatten ein fleißiges Händchen, so dass alles schneller als erwartet ablief. „Manche Leute wundern sich und entdecken erst jetzt richtig die Stolpersteine, weil wir hier auf den Knien liegen“, beschrieb Martina Hofmann-Becker ihre Beobachtungen. Somit hatte die Putzaktion gleich einen doppelten Erfolg.

(lp)

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