Adolf-Reichwein-Schule

"RoboKings" entwickeln Bauteil

  • vonWalter Scheele
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Die „RoboKings“ der Adolf-Reichwein-Schule hatten eine pfiffige Idee. Ein Sanitärausstatter im Schwarzwald prüft nun sogar, ob diese verkaufsfertig gemacht werden könnte.

Immer öfter klagen Eltern, ihre Kinder würden von der Schule nicht ausreichend auf das moderne Berufsleben vorbereitet. Dass dies zumindest in der Langener Adolf-Reichwein-Schule (ARS) nicht zutrifft, hat sich am Samstag erwiesen. Schüler aus der ARS nahmen mit elf weiteren Bewerbern am Regionalwettbewerb First Lego League (FFL) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Darmstadt teil. Erfolgreich. Die Idee der Schüler aus dem sechsten bis achten Schuljahr hat inzwischen sogar das Interesse der Industrie geweckt.

Was anfangs als Spielerei von technikbegeisterten Lehrern belächelt wurde, hat sich inzwischen zu einem internationalen Wettbewerb gemausert. Die Ideen, die hier von den Kids im Alter von 9 bis 16 Jahren entwickelt werden, finden nicht nur in der Wirtschaft Interesse, sondern auch an den Hochschulen. Viele Unternehmen unterstützen die jungen Forscher und Techniker bei ihrer Arbeit.

Gute Chancen

Marc Uettinghaus, Lehrer für Physik und Chemie in Langen ist begeistert von IT-Technik und allem, was damit zusammenhängt. Deshalb übernahm er vor drei Jahren die Arbeitsgemeinschaft „RoboKings“. Mit ihr hat er sich in deren und seiner Freizeit mit dem Bau computergestützter Modelle aus Lego-Bausätzen und technischen Fragen, die mit Robotern zusammenhängen, beschäftigt. Aber auch damit, was man mit Wasser außer Händewaschen anstellen kann.

Zum zweiten Mal hat in diesem Jahr die Adolf-Reichwein-Schule an diesem Wettbewerb teilgenommen. Hier gibt es zwei derartige Arbeitsgemeinschaften. Natürlich hofften die „RoboKings“, in diesem Jahr einen besseren Platz als im Vorjahr zu belegen. Dabei hatten sie zunächst bei der Präsentation ihrer Forschungen rund ums Wasser und seine Anwendungen gute Chancen. Denn ihre Idee ist so pfiffig, dass zahlreiche Fachbetriebe der Sanitärbranche in Langen von den Kids und ihrer „Erfindung“ begeistert sind. Nicht nur sie. Ein Sanitärausstatter im Schwarzwald prüft, die Arbeiten der jungen Forscher aus Langen verkaufsfertig zu machen.

Die Idee: Mit Hilfe eines Bauteils für sieben Euro erzeugen sie überall und immer, wo Wasser in einer Leitung fließt, elektrischen Strom. Damit lassen sich über USB-Kabel mit fünf Volt Spannung Zahnbürsten oder sogar Elektrorasierer aufladen oder ohne Verbrauch aus dem Stromnetz betreiben. Größte Sorge von Jurorin Alexandra Jordon: „Kriegt man da nicht einen Stromschlag?“ Die jungen Experten beruhigten: „Alles bestens isoliert, da kann nix passieren!“

Weniger Glück als bei ihrer Forschung hatten die Langener an der Platte, wo selbst gebaute Roboter in einer vorgegebenen Zeit komplizierte Fahrmanöver und Aufgaben rund um Wasser sowie Abwasser lösen mussten. Die Steuerung funktionierte nicht so richtig. In drei Durchgängen waren nur hintere Plätze erreicht worden. Weshalb es in der Endbewertung nur für einen sechsten Platz reichte.

Gewinner und damit im Landesentscheid landeten die „GoetheRobotX“ aus Bensheim vom dortigen Goethe-Gymnasium. Zum vierten Mal dabei waren sie die „Senioren“ des Wettbewerbs. Sie überzeugten, gegen die „Scorpions“ von der Ernst-Reuter-Schule in Groß-Umstadt, an der Platte.

Routinierte Präsentation

Routiniert führten beide Teams ihre aufwendigen Roboter durch den komplizierten Parcours, bei dem Wasser in einen Brunnen gekippt, ein defektes Kanalrohr „ausgegraben“ und ein Feuerwehrauto geborgen sowie Gullydeckel eingesetzt werden mussten.

Ihre Forschungspräsentation begeisterte nicht nur die Jury. Die „RobotX“ haben in Bensheim ein System entwickelt, mit dem man mit einem minimalen finanziellen und technischen Aufwand Abwasserrohre der städtischen Kanalisation nachhaltig reinigen kann. Das System ließ bereits die Fachleute in einigen kommunalen Betrieben aufhorchen. Sie reden von einer großflächigen Erprobung, wollen das einfache, mit Druckluft und ganz wenig Spülwasser arbeitende System in der Praxis einsetzen.

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