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Stadtwerke machen dickes Plus

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Von: Nicole Jost

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Die Stadtwerke Langen haben nur beim Wasser leichte Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Ansonsten brummt das Geschäft. Ob sich das auch positiv für den Endverbraucher auswirkt, ist allerdings noch offen.

Zufriedene Gesichter bei der Geschäftsleitung der Langener Stadtwerke und gute Nachrichten für die Kunden: Geschäftsführer Manfred Pusdrowski und sein Team schließen das Jahr 2016 mit einem Gewinn von 4,6 Millionen Euro ab. Das sind zwar 2,8 Millionen weniger als noch 2015, aber immer noch 1,5 Millionen Euro mehr als die ursprünglichen Planvorgaben in Höhe von 3 Millionen Euro.

„Das Unternehmen hat gut gearbeitet, und die hohen Gewinne aus dem vergangenen Jahr waren besonderen Einmaleffekten zu verdanken“, erklärte der Stadtwerke-Chef. Die Anteilseigner, die Stadt Langen mit 75,2 Prozent, die Gemeinde Egelsbach mit 4,8 Prozent sowie die Entega Darmstadt und die Energieversorgung Offenbach mit je 10 Prozent, freuen sich über diese erneuten Gewinne – es winken Ausschüttungen in Millionenhöhe.

Bei Gas und Strom konnten die Stadtwerke die Umsätze um fast fünf Prozent steigern, in absoluten Zahlen sind die Einnahmen um 2,4 Millionen auf insgesamt 52,3 Millionen Euro gewachsen. Die Umsätze beim Wasser sind leicht zurückgegangen, rund zwei Prozent weniger Einnahmen, aber aus einem erfreulichen Grund: Das liege an dem bewussteren Umgang mit Wasser, erklärte Pusdrowski.

Großes Wachstumspotenzial

Das größte Wachstumspotential im Geschäftsgebiet der Stadtwerke hat die Wärme: Um satte elf Prozent steigerte das Unternehmen hier die Gewinne. „Das Wärmegeschäft entwickelt sich sehr gut. Ein Beispiel ist unser neues Blockheizkraftwerk an der Feuerwehr. Das ist ein Vorzeigeprojekt. Damit versorgen wir künftig den Neubau der Kommunalen Betriebe, die Feuerwehr, das Neubaugebiet Belzborn mit dem städtischen Kindergarten und die großen Häuser der Nassauischen Heimstätte in der Südlichen Ringstraße“, erläuterte Pusdrowski. Neu dazu komme noch das Neubaugebiet Leimenkaute, womit dann erstmals auch für Egelsbach Wärme bereitgestellt werde. Damit rechnen sich auch die Investitionen von 5,6 Millionen Euro, unter anderem in das neue Blockheizkraftwerk und in die Sanierung von dessen Pendant am Langener Hallenbad. Inzwischen beliefern die Stadtwerke Energie für 400 Wohneinheiten in Langen.

Ebenso erfreulich ist die Entwicklung im Personennahverkehr: 1,4 Millionen Fahrgäste nutzten die vier Stadtbus- und Anruf-Sammeltaxi-Linien. Das ist ein Plus von 5,6 Prozent. Einen Zuwachs gab es ebenfalls bei den Photovoltaikanlagen. Inzwischen gibt es 280 private Anlagen in der Sterzbachstadt – 17 mehr als noch im Vorjahr. Die Anlagen fangen gemeinsam so viel Sonne ein, dass sie den Strombedarf von 700 Vier-Personen-Haushalten decken können. Die Stadtwerke haben selbst auch in erneuerbare Energien investiert, etwa in den Bürger-Solar-Park in Buchschlag, und das Unternehmen ist außerdem an Windparks beteiligt.

Hoffen auf stabile Preise

Manfred Pusdrowski ist sehr zuversichtlich, dass die Bilanzen der Stadtwerke auch in Zukunft positiv ausfallen. Das Unternehmen sei wirtschaftlich gut aufgestellt. In den kommenden Jahre würden die Bilanzen vermutlich von Grundstücksgeschäften geprägt. Mit dem Verkauf des früheren Betriebsgeländes und der Rodehau-Flächen in der Liebigstraße sei der Weg für den Bau von Wohnungen, Geschäften und einem Hotel frei. Ein größeres Grundstück wird ferner noch im Technologiepark Langen verkauft. Insgesamt spricht der Stadtwerke-Geschäftsführer von 38 000 Quadratmetern an Grundstücken, die vermarktet werden können. „Alle drei Projekte stehen kurz vor dem Abschluss.“

Für die Endverbraucher äußern sich die Stadtwerke-Prokuristen verhalten optimistisch. Die Kosten für die Umlage für die erneuerbaren Energien und die Netzentgelte werden erst Mitte Oktober veröffentlicht. „Solange diese Größe nicht bekannt ist, ist es wie ein Blick in die Glaskugel. Aber wir hoffen, dass wir den Strompreis wie in den vergangenen dreieinhalb Jahren stabil halten können“, so Pusdrowski. Für das Gas zeichne sich sogar ab, dass wie schon im vergangenen Jahr eine Senkung der Preise möglich ist.

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