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Hiobsbotschaft: Schulleiterin Susanne Fritz blickt skeptisch in Richtung der Sporthallendecke.

Risse in der Decke

Statik-Schock: Sporthalle der Albert-Einstein-Schule muss sofort schließen

Aufgrund von Rissen in der Decke ist die Sporthalle der Albert-Einstein-Schule bis auf Weiteres gesperrt. Auch Vereinssportler sind betroffen.

Langen - Paukenschlag an der Albert-Einstein-Schule: Seit vergangener Woche sind die Turnhalle und der Gymnastikraum für jeglichen Schul- und Vereinssport tabu. Erst standen die Schüler vor verschlossenen Türen, später die Vereinssportler. Hintergrund: Bei einer Begehung der Halle hat ein Statiker Setzrisse in der Decke ausgemacht.

Wie lange die Nutzung der Halle verboten bleiben wird, steht in den Sternen. Die als Schulträger verantwortliche Kreisverwaltung liefert auf Nachfrage die offizielle Darstellung zum Sachverhalt: „Die Turnhalle und der Gymnastikraum an der Albert-Einstein-Schule in Langen wurden am Mittwochnachmittag kurzfristig aus Sicherheitsgründen sowohl für den Schul- als auch den Vereinssport gesperrt.“ Vorausgegangen sei eine Überprüfung der Dächer auf deren Standsicherheit. „Laut Gutachten ist eine eingehende statische Überprüfung und Berechnung zwingend erforderlich. Solange diese nicht vorliegt, dürfen die beiden Gebäude nicht genutzt werden. Die erforderlichen Untersuchungen sind bereits beauftragt. Schule und Vereine sind informiert, für sie wird nach Alternativen gesucht.“

Hiobsbotschaft für die Albert-Einstein-Schule – auch Stadtverwaltung unter Zugzwang

Für die Integrierte Gesamtschule in der Berliner Allee ist das eine Hiobsbotschaft. Ebenso für die Stadtverwaltung, die von jetzt auf gleich unter Zugzwang gerät: Vereine, deren Mitglieder die Halle nutzen, stehen erst mal auf der Straße und erhoffen rasche Ansagen aus dem Rathaus, wo und wann sie ersatzweise unterkommen können.

„Kein Sport – und die Halle fällt auch noch als Veranstaltungsfläche flach: Schlimmer hätte es kaum kommen können“, bilanziert Susanne Fritz, Leiterin der Einstein-Schule. Erschwerend komme hinzu, dass die Aula nach einem Wasserschaden aktuell gerade wieder flottgemacht werde. Überraschung und Fassungslosigkeit stehen Fritz förmlich ins Gesicht geschrieben, als sie in der Schulturnhalle gen Decke schaut.

Durchschimmern lässt die Schulleiterin, dass sie weder das Resultat der Begehung noch deren Begleitumstände so recht nachvollziehen kann. „Wir haben üblicherweise regelmäßige Abnahmetermine, an denen Baufachleute sich quasi in TÜV-Manier akribisch Gebäude für Gebäude vornehmen. Solche Termine werden abgesprochen und sind gerade dazu da, etwaige Mängel so früh wie möglich aufzudecken.“ All das habe die jüngste Visite konterkariert.

Risse in der Decke: Schließung der Sporthalle kam für die Stadtverwaltung aus heiterem Himmel

Nicht weniger verblüfft waren die Adressaten im Rathaus: „Uns ist die Nachricht wie aus heiterem Himmel vor die Füße gefallen“, schildert Joachim Kolbe, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport. Nähere Umstände und Hintergründe der Hallensperrung seien den städtischen Mitarbeitern und ihm zunächst nicht benannt worden. Aber: „Das ist aus städtischer Sicht erst mal zweitrangig. Für uns maßgeblich ist, möglichst allen betroffenen Vereinssportlern Trainingsalternativen bieten zu können.“ Das gelte unter anderem für Judokas, Leichtathleten, Turner oder Fechter. 

Schließung der Sporthalle der Albert-Einstein-Schule: Sicherheit geht vor

Zugleich wirbt Kolbe um Verständnis: „Die Hallenkapazitäten sind begehrt und durchgetaktet, gerade zu den Top-Zeiten am frühen Abend. Da müssen wir sehen, was sich machen lässt.“ Auf der Hand liege obendrein die Priorisierung klassischer Hallensportarten – „insofern gilt: Judokas oder Fechter haben Vorrang vor Fußballern.“

Was aus Sicht der Kreisverwaltung das A und O in dieser Angelegenheit ist, bringt derweil Pressesprecherin Ursula Luh auf den Punkt: „Die Sicherheit von Schülern und Sportlern hat oberste Priorität. Von daher gibt es keine Alternative zum Nutzungsverbot.“ Der Schulträger bitte insofern um Verständnis, doch letztlich lasse die Bewertung von Ursache und Wirkung null Interpretationsspielraum: „Das statische Risiko für die Gebäude liegt beim Kreis“, unterstreicht Luh. „Vor zehn Jahren wurde die Sporthalle umfangreich saniert. Der Installation der Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach war eine statische Prüfung vorausgegangen – die nun aufgetretenen Mängel waren bislang nicht erkennbar.“

In Frankfurt sind die Spielplätze noch nicht frühlingsfit. Teilweise ist auch die Statik schuld. Auf der A66 zwischen Wiesbaden und Frankfurt ist die Salzbachtalbrücke aufgrund von Baufehlern nur noch einspurig in beide Richtungen befahrbar. 

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