Es geht um Körperverletzung

Streithähne treffen sich vor Gericht wieder

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Es sollte ein schöner Ausflug zum Hunderennen auf der Langener Hundebahn werden. Das jedenfalls hatte sich ein Ehepaar aus Hörstein im bayerischen Untermaingebiet gedacht.

Es sollte ein schöner Ausflug zum Hunderennen auf der Langener Hundebahn werden. Das jedenfalls hatte sich ein Ehepaar aus Hörstein im bayerischen Untermaingebiet gedacht. Doch der angenehme Tag wurde ihnen gründlich vermiest. Schon die Fahrt mit den Hunden im Wagen zur Rennbahn in Langen brachte nichts als Ärger. Das Paar fand den rechten Weg nicht sofort, sondern verfuhr sich.

Was dann an diesem 14. Mai 2015 weiter passierte, war „Horror pur“, befand die 50-jährige Ehefrau des Angeklagten 58-Jährigen als Zeugin. Denn im Oberen Steinberg staute sich der Verkehr. Weil, so hatte der Angeklagte berichtet, es vor ihnen in der Straße wegen eines Geplänkels zwischen zwei jungen Autofahrern zum Stau kam.

Vor ihnen, so berichtete der Angeklagte auf Befragen von Amtsgerichtsdirektor Volker Horn, gerieten der Fahrer eines älteren Golf Cabrio und eine Autofahrerin in „wütenden und lautstarken Streit“. Schließlich floss der Verkehr wieder.

Was dann passierte, war ziemlich unfassbar. Das Paar aus Hörstein fuhr hinter der aufgeregten Dame her in die Steinstraße. Auf der Fahrt dorthin, so der Angeklagte, beschleunigte die Frau mehrfach und bremste plötzlich ruckartig ab, „um mich zu provozieren“, sagte der 58-Jährige aus. Dabei zeigte sie auch – was sie zugab – mehrfach den „Stinkefinger“.

Schließlich bog die aufgebrachte Zeugin (44) in die Zufahrt ihres Hauses in der Steinstraße ein, behauptete sie jedenfalls. Das bestritten sowohl der Angeklagte als auch seine Ehefrau. Beide sagten, die Frau habe die Straße blockiert und mit ihrem Handy Fotos von ihnen und ihrem Auto gemacht. Dabei habe sie ständig auf das Paar eingeschimpft und sehr üble Ausdrücke gebraucht. Selbst „Götz von Berlichingen“ soll zitiert worden sein – was die 44-Jährige bestritt. Ebenso wie die Behauptung des Angeklagten, sie habe mit ihrer großen Sonnenbrille nach ihm geschlagen, was er mit Heben der Arme abgewehrt habe.

Und genau daran hing die Anklage wegen Körperverletzung. Die 44-Jährige, die als Beruf Diplom-Ingenieurin angab, behauptete, geohrfeigt worden zu sein, mit der flachen Hand links gegen den Kopf. Sie gab an, eine Gehirnerschütterung mit kurzer Bewusstlosigkeit, Prellungen an Brustkorb und Rücken erlitten zu haben. Wofür allerdings die Untersuchungsergebnisse in der Langener Klinik keinen hieb- und stichfesten Beweis liefern konnten.

Schließlich schlug Richter Volker Horn einen Kompromiss vor. Es wurde sich schließlich auch darauf geeinigt: Der Angeklagte zahlt 500 Euro Schmerzensgeld an die Ingenieurin und das Verfahren wird beendet. Ohne Urteil. Und so kam es dann auch.

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