Ironman 2018

Tausende Zuschauer bejubeln rund 3000 Triathleten am Waldsee

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Pünktlich um 6.30 Uhr fällt der Startschuss am Langener Waldsee für den Ironman. Die Athleten stürzen sich in die Fluten. Mit dabei sind zahlreiche Zuschauer, die ihre Stars bejubeln. Auch die heimischen Waldsee-Haie sind gut dabei.

Die Nacht zum längsten Tag des Jahres ist kurz, aber das frühe Aufstehen lohnt sich. Zum 16. Mal trifft sich die Weltelite des Ironman zum Start der Europameisterschaft am Langener Waldsee – und am Sonntagmorgen ist es um 6 Uhr besonders schön an der Kiesgrube. Während die rund 3000 Athleten in der Nervosität vor dem großen Start vielleicht nicht unbedingt den Blick für den schönen Sonnenaufgang und das ruhige Gewässer haben, genießen die Zuschauer, die ebenfalls zu Tausenden gekommen sind, die Szenerie am See.

Indes laufen die Vorbereitungen der Sportler auf Hochtouren. Bevor um 6.40 Uhr der Startschuss fällt, gilt es noch einmal das Fahrrad zu überprüfen, sich den Standplatz gut einzuprägen und sich auch noch an die langen Schlangen der Dixie-Toiletten anzustellen. Es ist erstaunlich frisch kurz nach Sonnenaufgang am Ufer des Sees – das ist für die Triathleten ein echter Vorteil, denn die kühle Luft sorgt auch für niedrige See-Temperaturen.

Um 5.40 Uhr bringt der Geschäftsführer von Ironman Germany, Björn Steinmetz, die frohe Botschaft. „Der See hat 23 Grad. Damit können die Altersklassenathleten im Neoprenanzug schwimmen. Die Bedingungen hier sind perfekt. Der See ist ganz ruhig und glatt“, erwartet Steinmetz einen unkomplizierten Start in Langen.

Tausende feiern am Strand die Superstars der Szene, aber noch mehr Transparente, Fan-Shirts und Support haben die Amateurstarter, die aus der ganzen Welt angereist sind. Jan Frodeno bekommt Jubel, der Darmstädter Patrick Lange, amtierender Weltmeister in Hawaii 2017, beinahe eine Welle der Hysterie, als er zum Start winkend den Strand herunterläuft.

Einen lässigen Tag hat hingegen Vorjahressieger Sebastian Kienle. Er ist nach seinem Sieg in Roth in der vergangenen Woche als Moderator mit an der Strecke. „Ich bin aber trotzdem alles andere als entspannt. Mein Körper ist bei dieser Atmosphäre auf Wettkampf getriggert, und es ist komisch, dass ich jetzt gleich nicht mit losrennen kann“, erzählt der Frankfurt-Sieger 2017 grinsend.

Pünktlich um 6.30 Uhr fällt der Startschuss. Die kraulende Masse, die im sogenannten „Rolling Start“ im Abstand von zehn Sekunden ins Wasser rennt, verwandelt den Waldsee innerhalb von Sekunden in einen schäumenden Whirlpool.

Am Streckenrand ist auch Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt dabei und Sport- und Kulturamtsleiter Joachim Kolbe – letzterer ganz schick im rosa Waldsee-Hai-Shirt. Die Unterstützung der heimischen Sportler ist schließlich alles. Diesmal nicht mit im Waldsee-Hai-Team ist Christoph Oldenburg. In den vergangenen Jahren war er immer eine feste Größe: „Ich habe einen Startplatz in Hawaii und bin schon auf Lanzarote gestartet. Drei Langstrecken in einem Jahr wären einfach zu viel“, berichtet der Langener. Er hat also den Neoprenanzug in eines der 4000 blauen Helfer-Shirts getauscht, die am Streckenrand für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Er verrät dann auch die Stimmung kurz vor dem Start im Team.

„Gerade bei denen, die zum ersten Mal starten, wie Frank Richter und Carina Baumgardt, war die Nervosität groß. Carina hat heute morgen in unsere WhatsApp-Gruppe geschrieben, sie habe geträumt, sie werde heute beim Ironman starten“, erzählt Oldenburg lachend. Er hat die Trainingskollegen gut im Blick. „Der erste von uns wird Alexander Laloi sein“, sagt der Mit-Hai und behält recht.

Laloi sprintet gar nicht so viel später als Jan Frodeno mit einem Schmunzeln zu seinem Rad. Auch die sogenannten „Rookies“ („Erststarter“) Baumgardt und Richter laufen lachend und winkend und noch sichtlich frisch nach dem Schwimmen an Christoph Oldenburg vorbei. „Sie sehen super aus. Das ist doch prima“, ist der Trainingspartner zufrieden.

Als um 9 Uhr die letzten Schwimmer aus dem See kommen, haben sich die Zuschauer schon fast komplett verabschiedet. Die Triathlon-Fangemeinde zieht weiter an die Radstrecke. Dann ist auch bei Rolf Lehmann an der Rettungsstation des Deutschen Roten Kreuzes nichts mehr los: „Es war heute aber überhaupt sehr ruhig. Aufgrund der warmen Temperaturen gab es keine einzige Unterkühlung. Nur ein paar Sportler mit Krämpfen und kleineren Schwächeanfällen. Es sind nur ganz wenige Sportler aus dem Rennen ausgestiegen“, zieht der ehrenamtliche Lebensretter eine gute Bilanz nach dem Schwimmen.

Für die Ersthelfer ist um 11 Uhr schon alles gelaufen. Da wird es am See dann auch schon fast wieder ruhig und beschaulich.

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