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Triathleten stürzten sich in die kalten Fluten

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Von: Nicole Jost

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Das Wasser war 16,8 Grad kalt. Gewappnet mit Neoprenanzügen stürzten sich die Ironman-Sportler in die Fluten des Langener Waldsees.

Die Wellen, angetrieben vom Wind, tanzten in tausenden kleinen Wogen über den Langener Waldsee, die Außentemperaturen sprachen nicht unbedingt für Ende Mai. Wenigstens regnete es nicht und die Ironmänner und -frauen sind bekannt dafür, dass sie reichlich hart im Nehmen sind. Bevor der Ironman im Juli am Langener Waldsee gestartet wird, hatten die Athleten am Samstag die Gelegenheit, das Freiwasser-Schwimmen auf der Originalstrecke zu trainieren. Rund 180 Sportler nutzten dabei das Angebot der Ironman-Veranstalter, die neue Schwimmstrecke schon einmal zu testen, bevor es im Juli ernst wird.

Kurzer Landgang

Renndirektor Pascal Morillon war mit seinem Team dabei, um die Routenführung professionell zu vermessen. „Wir sind jetzt 13 Jahre fast die selbe Strecke geschwommen, aber es gab Verbesserungspotential“, erläuterte der Ironman Spezialist. Gerade für die Profifrauen seien die zwei Startgruppen und die Streckenführung auf dem See nicht optimal gewesen. Es kam zum Teil dazu, dass die starken Männer der zweiten Startgruppe auf sie aufschwammen. „Manche haben sich beklagt“, so Morillon.

Aus diesem Grund wird es bei den Ironman-Europameisterschaften 2015 einen Landstart geben, um die komplette Wasserfläche des Langener Waldsees auszunutzen, und die Sportler werden in vier Startgruppen in den Ironman starten. „Dann geht es geradeaus und zurück, wie gewohnt mit einem kurzen Landgang, und erst dann schwimmen die Athleten Richtung Süden. Eigentlich ist die Route genau umgedreht wie bisher“, kündigte der Franzose an.

Erster Abschnitt bewältigt

Bei 16,8 Grad Wassertemperatur waren die Ironmänner am Trainingstag froh um die Neoprenanzüge – für Hände, Füße und den Kopf wurde es auf den 3,8 Kilometern dennoch reichlich kalt und so manch ein Sportler kam nach der Hälfte der Strecke schon wieder raus. Der erste, der nach den kompletten 3,8 Kilometern wieder auf den Sand lief, war Jan Wolfgarten. Nach 48 Minuten hatte er den ersten Abschnitt des Ironmans am Trainingstag bewältigt. „Der Wellengang heute ist brutal, aber ich bin sehr zufrieden, denn ich bin in dieser Woche das erste Mal überhaupt wieder vier Mal die Woche geschwommen. Da geht noch mehr“, sagte Wolfgarten.

Dass seine Zeit im Training nur drei Minuten unter den Spitzenzeiten von Jan Frodeno und Sebastian Kienle aus dem vergangenen Jahr lag, ist nicht verwunderlich: Der in München lebende Schwimmer, aufgewachsen in Langen, ist der Schwimmtrainer des Vorjahresgewinners und Hawaii-Siegers Sebastian Kienle. „Ich kann also noch mithalten, das beruhigt mich,“ meinte der Sportler.

Ebenfalls entspannt lächelnd und unbeeindruckt von Anstrengung und Kälte stieg Dana Grahnert aus dem Wasser. Die 13-jährige ist die Strecke aus Spaß mitgeschwommen. Die Tochter von Waldsee-Hai-Sportlerin Ines Grahnert hat die Mama beim Training begleitet, und Schwimmtrainer Thomas Grahnert stand am Strand schon mit lobenden Worten bereit. „Wir sind eine sportliche Familie, und wenn der Ironman ansteht, wird alles der Vorbereitung untergeordnet. Wir machen dann im Herbst einen schönen Urlaub“, sagte der Familienvater gelassen.

Für die Gruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war es ebenfalls ein guter Trainingstag. „Wir waren mit zehn Leuten auf dem Wasser und hatten immer den Letzten im Blick. Erst wenn alle wieder aus dem Wasser draußen sind, gehen auch unsere Leute raus“, betonte Jürgen Kleinkauf, DLRG-Einsatzleiter am Waldsee.

Auch wenn der „Swimday“ jetzt vorbei ist, kommen die Sportler doch jeden Donnerstagabend vor dem Ironman zur „Swimnight“ an den Langener Waldsee, um das Freiwasser-Schwimmen zu trainieren.

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