Francis Pieczynski ist derzeit die einzige Baskets-Centerin.
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Francis Pieczynski ist derzeit die einzige Baskets-Centerin.

Basketball

Unterm Korb ist noch Größe gefragt

  • vonAlexander Wolf
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Zwei Siege und zwei Niederlagen: So lautete die Bilanz der Rhein-Main Baskets im Vorbereitungsturnier beim TSV Speyer-Schifferstadt.

Die Zweitliga-Basketballerinnen von Coach Peter Kortmann trafen beim internationalen Turnier in ihrer Gruppe 2 auf den französischen Zweitligisten Strasbourg IG Baskets und das luxemburgische Team Musel Pikes. Diese zählten mit den deutschen Erstligisten aus Freiburg und Keltern zu den Turnierfavoriten. Auch die Spielgemeinschaft aus Langen und Hofheim schickte sich im ersten Spiel an, beim Traditionsturnier eine gute Rolle zu spielen. Gegen Strasbourg funktionierte vor allem die Verteidigung gut und aggressiv, so dass die Französinnen trotz ihrer körperlichen Überlegenheit den Kürzeren zogen. Schon beim 47:39-Erfolg wurde aber ein Problem offensichtlich. „Wir haben nur eine große Spielerin unter dem Korb“, meinte Silke Dietrich. Die Präsidentin der Baskets weiß, dass Francis Pieczynski als einzige, etatmäßige Centerin nach ihrer langen Spielpause und dem jobbedingten, unregelmäßigen Training aktuell noch nicht fit sein kann. „Wenn wir merken, dass die personelle Unterbesetzung auch weiterhin Probleme bringt, unter denen während der Saison vor allem die jungen Spielerinnen mit kurzen Einsatzzeiten leiden würden, werden wir reagieren.“ Die Verpflichtung einer weiteren großen Spielerin – vielleicht aus dem Ausland – könnte in zwei bis vier Wochen Abhilfe schaffen. In Speyer schauten sich die Verantwortlichen zunächst das zweite Gruppenspiel gegen Musel Pikes an. Gegen die Luxemburgerinnen erwischte das Kortmann-Team zwar einen guten Start und führte bis zur Halbzeit mit zehn Punkten, am Ende stand aber eine verdiente 45:57-Niederlage. „Wir müssen noch an vielen Dingen arbeiten“, meinte Coach Kortmann. Auf der einen Seite brachte der fehlende Einsatzwillen ihn auf die Palme. Auf der anderen Seite erklärte er, dass sein Team durch Lauf- und Konditionstraining aktuell nicht in Top-Form sein könne. „Erst jetzt werden wir verstärkt ins Spieltraining kommen.“ Weil Strasbourg gegen Musel Pikes gewann, waren alle Teams in Gruppe 2 punktgleich. Der Dreiervergleich ließ die Baskets trotz des Sieges gegen Strasbourg auf Rang drei zurück. Diese Konstellation brachte in der Finalrunde das Duell mit Liga-Konkurrent SG Weiterstadt. Ausgerechnet der Verein aus der unmittelbaren Langener Nachbarschaft, auf den die Baskets erst im DBBL-Pokal (22. September) und dann in der Liga (15. Oktober) treffen werden, war der Gegner. Der Lokalrivale trat mit starken Neuzugängen an und war in seiner Gruppe mit Keltern und dem französischen Zweitligisten aus Geipolsheim/Elsass ebenfalls nur Dritter geworden. Das Spiel auf Augenhöhe endete unentschieden. Erst nach Verlängerung gelang der Main-Taunus-Spielgemeinschaft ein 50:45-Sieg. Das abschließende Match gegen den nächsten Liga-Konkurrenten aus Würzburg ging für die Baskets dann denkbar knapp mit 32:34 verloren. Trainer Kortmann konnte in Speyer 12 seiner insgesamt 13 Spielerinnen einsetzen. Lediglich Jule Seegräber fehlte wegen eines HBV-Lehrgangs am Samstag und spielte gemeinsam mit Miriam Lincoln sonntags mit der U17-Mannschaft beim zeitgleich stattfindenden WNBL-Turnier. Nach dem ausgeglichenen Spiel zwischen den Baskets und der SG Weiterstadt steigen die Derby-Stimmung und die Motivation in der heißen Phase der Vorbereitung. Neben den personellen Baustellen wollen die Verantwortlichen weitere Testspiele – zum Beispiel gegen Osnabrück – nutzen, um ihrem ambitionierten Zweitligateam den letzten Schliff zu verpassen.

(awo)

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