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Viel "Stöffsche" bei der "Daaf"

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Von: Nicole Jost

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Das Ebbelwoifest in den Langener Altstadtgassen lockte am Wochenende bei herrlichem Wetter Tausende Besucher an.
Das Ebbelwoifest in den Langener Altstadtgassen lockte am Wochenende bei herrlichem Wetter Tausende Besucher an. © Nicole Jost

Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring machte vier Bürger zu echten Langenern. Das Ebbelwoifest zog Tausende an.

Die Langener „Nationalfeiertage“ sind im vollen Gang, das ganze Wochenende flanierten Tausende Besucher durch die Altstadt, rund um den Vierröhrenbrunnen und die Stadtkirche. Schon gleich der Auftakt war mehr als gelungen. Als Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring an den Brunnen trat und das erste „Stöffsche“ golden ins Glas rann, konnte das Ebbelwoifest 2015 richtig beginnen.

Höhepunkt war ganz traditionell der Samstagnachmittag. Da bat Sehring auf die kleine Bühne. 50 Ebbelwoiritter hatten in dieser Woche ihre Gaumen bemüht, 34 Ebbelwoiproben des Jahrgangs 2015 in der Blindverkostung getestet – und am Samstag einen strahlenden König gekürt: Gunnar Strohfeldt durfte den Königsbembel entgegennehmen. Schon zum zweiten Mal nach 2010 hat den Rittern sein Ebbelwoi am besten geschmeckt. Vielleicht macht es die Mischung, denn Gunnar Strohfeldt gab zu, sich die Äpfel für den Königswein auf den Wiesen zusammenzuschnorren. Vielleicht ist es aber auch die gute Behandlung, die er seinem Gekelterten in den Glasballons zukommen lässt: „Ich streichele sie regelmäßig“, verriet er grinsend sein Geheimnis.

Krönungs-Ärger?

Der persönlichen Ansprache sei auch der gute Ebbelwoi von Prinzessin Hilde Knapp zu verdanken. Sie gab an, regelmäßig mit ihrem Stöffsche zu sprechen. Lange Tradition und viel Erfahrung haben Prinzessin Juli Metzger, deren Familie schon lange keltert, und Prinz Werner Ott. Bei dem Letztgenannten könnte es übrigens noch Ärger geben: Denn er gab bei seiner Krönung zu, dass der Ebbelwoi noch aus dem vergangenen Jahr, also Jahrgang 2014, stammt. Mal sehen, ob er seinen Prinzenbembel denn behalten darf.

Fest zum Zeremoniell des Ebbelwoifests gehört die „Daaf“. Kaum ist der König gekrönt, „daaft“ Brunnenwirt Sehring verdiente „Eigeplackte“ zu echten Langenern. In diesem Jahr waren das vier Menschen, die seit vielen Jahren in der Sterzbachstadt leben: Ute May-Baldner, die Langens ersten Bioladen eröffnete, den Verein Ginkgo mitbegründete und sich in der Flüchtlings- und Altenhilfe sehr verdient gemacht hat, Pietro Amico, der seit 26 Jahren in seiner Pizzeria die Langener mit Köstlichkeiten aus seiner italienischen Heimat verwöhnt, Ulrich Zeller, der seit 15 Jahren das Restaurant in der Stadthalle betreibt und im VVV-Vorstand auch dafür sorgt, dass die Weihnachtsbeleuchtung brennt und das Weinfest funktioniert, und Alice Pietrek, die ursprünglich aus Oberschlesien kommt und seit 1964 in Langen lebt.

Bembelchen verkauft

Für die Gäste spielt sich das Ebbelwoifest meist inmitten der Fahrgeschäfte, im Festzelt und natürlich in den beliebten Heckenwirtschaften ab. Freitag- und Samstagabend gab es kaum ein freies Plätzchen zu ergattern. „Es läuft einfach wieder ganz hervorragend“, war Rainer Schüller, Mitglied des VVV-Vorstandes am Sonntagvormittag mehr als zufrieden. Sogar die 4000 Bembelchen, die der Verein zum Ebbelwoifest 2015 herausgegeben hat und die helfen sollen das Fest zu finanzieren, waren alle verkauft. „Keine Klagen, alles prima“, sagte auch VVV-Vorsitzender Walter Metzger. Wenn er einen Wunsch frei hätte, würde er sich ein paar Vereine mehr wünschen, die sich an den Heckenwirtschaften aktiv beteiligen. Aber das sei derzeit überall das Problem.

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