Triathlon

Waldseehaie Langen wollen beim Ironman Frankfurt was reißen

  • Michael Forst
    VonMichael Forst
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Wenn am frühen Sonntagmorgen, 8. Juli, über 3 000 Athleten aus 78 Nationen sich in die Fluten des größten Badesees im Rhein-Main-Gebiet stürzen, sind auch acht Sportler im Namen der Bäder und Hallenmanagement GmbH am Start. Frank Richter ist einer von ihnen – er erfüllt sich damit einen Traum, für den er allerdings hart arbeiten muss.

Ein breites Spektrum an sportlichen Lebensläufen und Ambitionen verkörpern die Waldseehaie, die für die Bäder und Hallenmanagement Langen GmbH als eigene Mannschaft beim Sportspektakel Ironman an den Start gehen. Es reicht von den „alten Hasen“ wie dem zehnmaligen Teilnehmer Simon Müller oder Christoph Oldenburg, der wegen seiner Erfolge zum legendären Hawaii-Ironman im Oktober darf, bis hin zu den Neulingen im Team: Für Carina Baumgardt und Frank Richter geht es bei der sportlichen Dreifach-Tortur – 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen vor allem ums Ankommen.

Wie Reise ins Unbekannte

„Für manche“, erklärt Frank Richter im Gespräch mit dieser Zeitung, „ist der Wettbewerb ein weiterer Triathlon. Für mich ist es wie eine Reise in ein unbekanntes Land.“ Um die nicht unvorbereitet anzutreten, unterwirft sich der stellvertretende Leiter des Frankfurter Amtsgerichtes seit einem halben Jahr den Gesetzen eines unerbittlichen Trainingsprogramms. Ausgearbeitet hat es für ihn ein auf Mallorca lebender Coach, der eine virtuelle Gruppe von 15 Ironman-Neulingen aus ganz Deutschland für ihr Debüt gezielt vorbereitet. „Jeder von uns kriegt wöchentliche Pläne und muss regelmäßig berichten, was gut und was schlecht gelaufen ist.“

Zwar bleibe den Sportlern „eine gewisse Freiheit“, die auferlegten Trainingseinheiten innerhalb der Woche je nach individuellen Möglichkeiten zu verschieben. Dennoch gelte es, 14 Stunden Training pro Woche, über einen Zeitraum von etwa acht Wochen zu bewältigen. „Es ist schon wahnsinnig schwer, das zeitlich mit dem Job in Einklang zu bringen“, berichtet der Egelsbacher, der zudem im März noch für eine Woche im Trainingslager auf Mallorca war.

Im Sanitätszelt gelandet

Dennoch hält der 49-Jährige den Zeitpunkt jetzt für gekommen, zumal er das „Unternehmen Ironman“ eigentlich schon im vergangenen Jahr hatte angehen wollen. Doch im Februar 2017 wechselte Richter nach sechseinhalb Jahren als Direktor des Amtsgerichtes Dieburg nach Frankfurt und wusste gleich: „Neuer Job und Ironman-Vorbereitung, das beißt sich. Deshalb habe ich das um ein Jahr verschoben.“

So sympathisch und offen der stellvertretende Abteilungsleiter Triathlon der SG Egelsbach auftreten mag: Dahinter steckt die große Lust, sich neue Ziele zu setzen und die Disziplin, sie konsequent zu verfolgen. Dabei lässt er sich auch von Rückschlägen nicht abbringen. Wie seinem ersten Halbmarathon im Mai 2010 im Frankfurter Stadtwald. „Leider waren es an diesem Mittag 27 Grad und ich landete bei meiner ersten Ausdauerleistung nach zwei Stunden und vier Minuten erst im Ziel – und danach im Sanitätszelt der Commerzbank Arena“, erinnert er sich heute. Um das Negativerlebnis wegzustecken, lief er im kommenden Jahr gleich drei Halbmarathons in Frankfurt, Mainz und den Koberstädter Halbmarathon in Egelsbach.

Irgendwann gab ihm sein damaliger Lauftrainer den Tipp, es doch mal mit einem Triathlon zu versuchen. 2014, beim Frankfurt City Triathlon über die olympische Distanz (1,5 / 40 / 10 km) kam Richter dann richtig auf den Geschmack: „Im Langener Waldsee schwimmen, durch die gesperrte Stadt Frankfurt radeln und mitten auf der Zeil laufen – mehr geht ja eigentlich nicht!“ Geht wohl: Am Sonntag, 8. Juli. Wie es werden könnte, hat er sich schon mental ausgemalt: Er stelle sich vor, wie er mit dem Rad an den Main runterkomme, wo Freunde, die Eltern und Kollegen in einem großen Verpflegungszelt auf ihn warten. „Dann weiß ich: Jetzt habe ich nur noch einen Marathon vor mir – und lasse mich von der Stimmung und der Unterstützung meiner Leute tragen.“ Apropos: Ohne seinen Sohn (11), seine Tochter (13) und seine Frau, sagt Frank Richter, wäre er seinem Traum vom Ironman niemals so nahe gekommen. Dabei hilft es sicher, dass Tanja Richter selber Marathonläuferin ist. Mit ihr teilt er übrigens noch einen Traum: „Wir wollen gemeinsam beim New-York-Marathon 2019 starten.“

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