Engagement

Wie Zala Khalibi und Mahmoud Haji Flüchtlingen helfen

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MiKaDo ist ein Mentorenprojekt, das über drei Jahre eine Gruppe Jugendlicher mit erfolgreicher Integrationsbiografie unterstützt, ehrenamtlich aktiv zu werden. Zala Khalibi und Mahmoud Haji engagieren sich dort.

Zala Khalibi und Mahmoud Haji haben ihre Chance in der neuen Heimat Deutschland genutzt. Engagiert, mit viel Kraft und persönlichem Einsatz haben es die 22 Jahre alte Afghanin und der 20-Jährige Syrer geschafft, Fuß zu fassen.

Zala kam mit ihren Eltern aus Afghanistan. Heute, nur zweieinhalb Jahre nach ihrer Ankunft, ist sie Studentin der Wirtschaftswissenschaften im Studienkolleg der Goethe-Universität in Frankfurt.

Mahmoud kam mit seinem Bruder über den klassischen Fluchtweg über das Mittelmeer, die Balkanstaaten über Österreich nach Deutschland und hat nach dem Hauptschulabschluss in einer Offenbacher INTEA-Klasse und der Anerkennung seines syrischen Abiturs als Realschulabschluss gerade eine Lehrstelle als Fachinformatiker in Langen angetreten.

Die beiden jungen Leute engagieren sich allerdings nicht nur für sich selbst und ihre ganz persönliche Zukunft. Sie sind auch ehrenamtlich als Vorbilder im Projekt „MiKaDo“ des Internationalen Bundes in Langen aktiv.

„MiKaDo ist ein Mentorenprojekt, das über drei Jahre eine Gruppe Jugendlicher mit erfolgreicher Integrationsbiografie unterstützt, ehrenamtlich aktiv zu werden“, erläutert Projektleiterin Anette Chithavong. Das Programm ziele dabei auf die Integration der jungen Menschen durch Demokratie- und Wertevermittlung ab. Die jungen Leute mit erfolgreichem Bildungs- und Lebensweg sollen ihre Vorbildfunktion für andere erkennen, Mentoren werden und Projektideen für jugendliche Neuzugewanderte entwickeln.

Einmal im Monat kommen Mahmoud und Zala in Langen mit sechs weiteren Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Langen zusammen und entwickeln Ideen. „Ich bin zum Beispiel bei der Christlichen Flüchtlingshilfe in Egelsbach aktiv und helfe den afghanischen Frauen in Gesprächen mit den Sozialarbeitern beim Übersetzen. Auch als Lernbegleiterin bin ich aktiv, um den Einstieg in die deutsche Sprache zu erleichtern“, erzählt Zala in fast fehlerfreiem Deutsch.

Auch Mahmoud weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer die ersten Schritte in Deutschland sind. „Mein Bruder und ich sind von einer Turnhalle in Wiesbaden in eine Wohnung in den Rodgau umgezogen. Anfangs waren wir so verloren, dass wir zum Einkaufen mit dem Zug nach Wiesbaden gefahren sind, weil wir uns da wenigstens auskannten. Es war niemand da, der uns einen Supermarkt gezeigt hat“, berichtet der junge Mann. Inzwischen habe er sich etlichen Menschen angenommen, und ihnen geholfen, sich in der neuen Heimat zu orientieren.

Aber nicht nur für Migranten wollen die Jugendlichen aus der MiKaDo-Gruppe da sein: „Unser nächstes Projekt ist ein

Besuch im Altenwohnheim

. Wir wollen zum Kaffee trinken einladen, mit den alten Menschen spielen und reden. Wir haben schon in zwei Altenwohnheimen vorgesprochen, und die Leiterinnen waren begeistert von unserer Idee“, freut sich Zala. Und die ohnehin schon großen, dunklen Augen der jungen Frau werden noch ein bisschen größer, wenn sie von ihrer Motivation für das Projekt spricht: „Ich weiß einfach, wie schwer es ist. Ich kam hierher, ich war völlig fremd, konnte die Sprache nicht und ich hatte sehr viel Angst. Ich habe mich immer gefragt, was nur aus mir werden soll“, erzählt die junge Afghanin. Sie habe Glück gehabt, sie sei auf Menschen getroffen, die sie darin unterstützt haben, sich ihre Träume zu erfüllen. „Ich habe hier beim IB immer gehört: Es ist nicht so schwer, Du kannst es schaffen. Deswegen habe ich nie den Mut verloren“, sagt Zala. Und eines habe sie dabei erkannt: „Menschen können so viel erfolgreicher sein, wenn sie einander nur unterstützen!“

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