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Im Zeichen der Toleranz

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Die Partnerstädte Langen, Mudanya und Long Eaton hatten sich in Romorantin getroffen, um ihre Städtepartnerschaft zu feiern. Die Vertreter bekräftigten, zusammenzuhalten – für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben.

Es war ein Zeichen der europäischen Freundschaft: Die Delegationen der Partnerschaftsvereine aus Langen, Long Eaton (England) und Romorantin (Frankreich) sowie Bürgermeister Frieder Gebhardt und seine Amtskollegen Kewal Singh Athwal (Long Eaton) und Jeanny Lorgeoux (Romoratin) versammelten sich in der französischen Partnerstadt zum Dreistädtetreffen –in diesem Jahr bereits zum 43. Mal. Erstmalig mit dabei war das Stadtoberhaupt der türkischen Stadt Mudanya, mit der Romorantin seit 2012 verschwistert ist. Damit wurde die Veranstaltung sogar zum Vierstädtetreffen.

Bürgermeister Lorgeoux begrüßte die Teilnehmer mit den Worten: „Über die alljährlichen Treffen hinaus eröffnet die Partnerschaft unterschiedliche Sichtweisen auf unsere Städte: historisch und kulturell. Die historische Sichtweise ergibt sich aus dem Erbe der Geschichte einer jeden Stadt und dem Einfluss, den wir den Römern verdanken. Die kulturelle Sichtweise zeigt sich in der Unterschiedlichkeit unserer Sprachen und Länder, in denen wir leben. Dennoch verhindert diese Unterschiedlichkeit nicht das bemühte Streben nach gemeinsamen Werten, wie zum Beispiel der Toleranz, die heute unser besonderes Thema ist.“

Hort von Freiheit sein

Aufgrund der jüngsten Terrorakte in Paris ging es während der dreitägigen Veranstaltung vermehrt um das Thema Toleranz. In Frankreich ist die Trauer über die 16 Menschen, die Anfang 2015 Opfer islamistischer Täter wurden, weiterhin sehr groß. Am 7. Januar hatten Terroristen Redaktionsmitglieder der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo und einen Tag später eine Polizistin sowie Angestellte und Kunden eines jüdischen Supermarkts ermordet. „Diese Verbrechen können, weit über die Empörung hinaus, die sie hervorgerufen haben, unser Ziel, an der Toleranz als Wert festzuhalten und sie auszuüben, nur noch bekräftigen, denn ohne sie ist jedes friedliche Zusammenleben unmöglich“, erklärte Lorgeoux.

Frieder Gebhardt betonte: „Unsere Wertegemeinschaft will ein Hort von Freiheit und Toleranz sein. Sie muss sich wehren gegen Fanatiker und Ideologen, die Menschen gegeneinander hetzen, Gewalt predigen und unsere politischen Grundlagen untergraben. Sie gestaltet ein Gebiet, in dem die Völker friedlich miteinander leben und nicht mehr gegeneinander zu Felde ziehen.“

Long Eatons Bürgermeister Kewal Singh Arthwal lobte die besonderen Beziehungen zwischen den drei Städten, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt hätten und auf die alle stolz sein könnten.

Gegenseitige Besuche

Alle offiziellen Vertreter waren sich einig, dass die europäische Einigung ein bedeutender Wert sei, den es zu verteidigen und weiterzuentwickeln gelte. Gerade die Schüler- und Jugendaustausch-Programme seien ein elementarer Baustein dieser Völkerfreundschaft, mit denen Briten, Deutsche und Franzosen eng zusammengewachsen seien. Um die guten Beziehungen dauerhaft zu stärken, plädierten sie für mehr gegenseitige Besuche, vor allem auch in Sachen Sport und Kultur.

Ein kulinarisches Schmankerl war für die Franzosen das Langener Gastgeschenk, das die Konditorei Colorée ConditCouture in der Frankfurter Straße kreiert hatte: ein Boot aus Baumkuchen mit drei „Partnerstadt“-Bethmännchen.

Zur Langener Gruppe gehörten – neben zahlreichen Mitgliedern des Förderkreises für europäische Partnerschaften und Joachim Kolbe, der als städtischer Fachbereichsleiter auch für die Wirtschaftsförderung zuständig ist – noch zwei Lehrerinnen und zwei Schülerinnen der Adolf-Reichwein-Schule, die in Romorantin einen deutsch-französischen Schüleraustausch planen. Auf dem umfangreichen Programm standen unter anderem Besuche in verschiedenen Museen, dem Schloss Chenonceau und ein gemeinsamer ökumenischer Gottesdienst.

(fnp)

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