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Sie wollen das Waldfest retten: Die verbliebenen Kümmler mit ihrem Vorsitzenden Fritz Himmighofen und Hajo Düll (Dritter und Zweiter von links) sowie der Eintracht-Fanclub "Küchenlämpche" mit Mikdat Odabasi (rechts) und Mario Sokolovic.

Einträchtige Kooperation

Fanclub "Küchenlämpche" bietet eine Zukunft für das Waldfest der Kümmler

Auflagen des Frankfurter Ordnungsamtes bedrohten das beliebte Waldfest der Kümmler. Jetzt sind alle Genehmigungen eingeholt. Und mit dem Eintracht-Fanclub "Küchenlämpchen" stehen neue Unterstützer bereit.

Neu-Isenburg - Auch Traditionsveranstaltungen wie das Waldfest der Kümmler sind längst keine Selbstläufer mehr. Diese Erfahrung müssen gerade die verbliebenen Mitglieder des einst so großen Männergesangvereins "Die Kümmler" machen. Sie sind aus einem Quartett, das einst an Christi Himmelfahrt im Frankfurter Stadtwald feierte, entstanden und hatten große Zeiten erlebt. Seit mehr als 60 Jahren wird in der Milanschneise am Vatertag groß gefeiert, das Waldfest der Kümmler lockt zahlreiche Besucher - nicht nur aus Neu-Isenburg - an.

Doch die Zeiten haben sich geändert - und dies gleich in mehrfacher Hinsicht, wie der Vorstand um den Vorsitzenden Fritz Himmighofen erfahren musste. Die Anzahl von verfügbaren Mitgliedern, die als dringend benötigte Helfer eingesetzt werden können, ist stark zurückgegangen. Dazu kommen neue Auflagen seitens der Behörden. Für das "Festgelände" im Frankfurter Stadtwald müssen Genehmigungen eingeholt werden. Wenn aber an einer zentralen Schaltstelle ein neuer Entscheidungsträger sitzt, dem das Waldfest völlig neu ist, dann wird es kompliziert.

Unter neuer Regie

"Ich weiß nicht, ob unser Fest stattfinden kann, das ist noch nicht in trockenen Tüchern", zeigte sich Kümmler-Vorsitzender Himmighofen zwischenzeitlich ziemlich irritiert angesichts der Auflagen seitens des Frankfurter Ordnungsamtes und der Forstbehörde. Statt der erwarteten Antwort, dass alles so ablaufen könne wie bisher, erhielt Himmighofen einen seitenlangen Verweis auf die neue Hessische Waldordnung. Ein absolutes Rauchverbot und offenes Feuer, wozu ja auch die Grillstationen zählen, waren die größten Stolpersteine. "Da nützt es nichts, wenn wir darauf verweisen, dass immer alles gut gegangen ist", so Himmighofen. Es folgten Telefonate und das Einholen einer Sondergenehmigung beim Forstamt Groß-Gerau.

"Ich glaube, wir haben es jetzt gepackt", vermeldete der Vorsitzende seinem Team am Donnerstag. Zum dringend benötigten Personal fand sich eine Lösung. Der Eintracht-Fanclub "Küchenlämpche" erklärte sich bereit, das Waldfest der Kümmler personell zu unterstützen. "Wir werden diesmal mithelfen und sehen, wie das dort abläuft", erklärt Mikdat Odabasi, Inhaber der Gaststätte Küchenlämpchen, die zugleich das "Nest" des Eintracht-Fanclubs ist. In der Bahnhofstraße 185 treffen sich immer Fans, um bei den Spielen ihrer Mannschaft am Bildschirm mitzufiebern. "Wir sind wohl der kleinste Eintracht-Fanclub und machen einmal im Jahr einen gemeinsamen Ausflug zu einem Auswärtsspiel der Eintracht", erklärt Odabasi.

Zum diesjährigen Waldfest legt sich also der Eintracht-Schal um das Traditionsfässchen der Kümmler - als Zeichen der Kooperation. "Vielleicht ist es im nächsten Jahr schon umgekehrt", hofft Himmighofen. Dann soll das Waldfest unter der Regie des Fanclubs fortgeführt werden. "Es wäre wirklich schade, wenn es dieses schöne Fest nicht mehr gäbe", betont Mario Sokolovic vom Fanclub - und wird schon diesmal kräftig mit anpacken.

Das Waldfest in der Milanschneise startet am Donnerstag, 30. Mai, ab 11 Uhr. Es gibt belegte Brötchen, Spezialitäten vom Grill, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen und gut gekühlte Getränke. Von 12 bis 17 Uhr spielen dann die Hessentaler Musikanten aus dem Spessartstädtchen Mespelbrunn. Das Waldfest wird bei jeder Witterung gefeiert. Die Kümmler und ihre Helfer hoffen, an diesem Tag wieder viele Gäste begrüßen zu können.

VON LEO POSTL

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