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Die Stadt Neu-Isenburg und eine Delegation aus Kwadaso, Ghana, möchten den Klimawandel gemeinsam bekämpfen.

Kommunale Partnerschaft

Gemeinsam gegen den Klimawandel - Neu-Isenburg und Kwadaso schmieden Bündnis

Die Stadt Neu-Isenburg und eine Delegation aus Kwadaso, Ghana, möchten den Klimawandel gemeinsam bekämpfen.

Neu-Isenburg - Das weltweite Klima ist im Wandel - zur negativen Seite hin. Diese Erkenntnis ist aufgrund der unübersehbaren Veränderungen weltumspannend, obwohl die Hauptverursacher sich vorwiegend auf einem kleineren Bereich des Globuses konzentrieren. Dennoch sind die Auswirkungen gerade dort, wo die Umwelt noch in Ordnung scheint, am gravierendsten zu spüren.

Klimwawandel trifft Mosambik schwer

Man denke an die aktuelle Situation nach den Wirbelstürmen in Ostafrika, wo Mosambik am schlimmsten betroffen war. Auf der anderen Seite des afrikanischen Kontinentes liegt Ghana. Auch dort nehmen die Auswirkungen des Klimawandels zu - es gibt vermehrt Stürme und Starkregen.

Klima-Partnerschaft mit Kwadaso, Ghana

Die Hauptverursacher des Kohlendioxidausstoßes, dazu zählt auch Deutschland, sehen sich vermehrt in der Verantwortung, nicht nur die CO2-Emissionen im eigenen Land zu reduzieren, sondern auch jenen Ländern zu helfen, in denen die Auswirkungen teilweise beträchtliche volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Die Bundesregierung hat dazu eine Initiative von "Klima-Partnerschaften" in Leben gerufen, von der auch Ghana partizipieren soll. Ähnlich wie Städtepartnerschaften auf gesellschaftlicher Ebene soll es bald Klima-Partnerschaften auf interkommunaler Ebene geben. Nun weilte eine Klima-Delegation aus Ghana vier Tage in Neu-Isenburg, für die es am Samstag einen Empfang mit Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) im Rathaus gab.

Klima-Konferenz in Münster

Aber wie kommt Neu-Isenburg zu einer Verbindung mit der Kwaso Municipal Assembly-Delegation aus Ghana? Der engagierte Isenburger Björn Kessler ist mit einer Ghanaerin verheiratet, und vergangene Woche fand eine Klimaschutzkonferenz im westfälischen Münster statt - mit dem Ziel, kommunale Partnerschaften zu suchen. Über Abigail Adusei-Kessler, die noch gute Verbindungen in ihre Heimat hat, war dann der Weg nach Neu-Isenburg nicht mehr allzu weit.

In Neu-Isenburg tagten sie mit der Delegation aus Ghana

Über das Büro des Isenburger Klimaschutz-Dezernenten Dirk Wölfing (Grüne) und des städtischen Klimaschutzbeauftragten Josef Weidner wurde eine Einladung für die Klimaschutz-Delegation aus Ghana ausgesprochen. Für vier Tage war die Hugenottenstadt nicht nur ein guter Gastgeber, sondern bot auch ein abwechslungsreiches Programm mit Schwerpunkten der praktischen Umsetzung von Klimaschutzprogrammen.

Klimawandel setzt Ghana hart zu

Während eines Empfangs wurden die Gäste am Freitagabend in der Bansamühle vom örtlichen Weltladen bewirtet. Ganz ohne klimapolitische Statements ging es freilich nicht. Wie Stephen Lurimnah, Entwicklungsplaner des ghanaischen Distrikts Kwadaso, schilderte, werde die Region immer mehr von unerwarteten und plötzlich auftretenden Umweltereignissen heimgesucht. 

"Es gibt nicht mehr die gewohnten Trocken- und Regenzeiten. Mal ist es lange ungewöhnlich heiß, und oft kommen Stürme mit großen Regenmengen - das stellt uns vor große Probleme", berichtete Lurimnah von bisher nicht gekannten Überschwemmungen dieses Ausmaßes. Er zeigte auf die Bäume des Bansaparks und meinte: "Diese Bäume erzeugen nicht nur Sauerstoff, sondern brechen auch die Stärke des Sturms - bei uns werden immer mehr Häuser durch Stürme beschädigt."

Neu-Isenburg hilft Ghana, den Klimawandel in den Grigg zu bekommen

Der Delegationsleiter aus dem Distrikt Kwadaso, Richmond Agyenim Boateng, erhofft sich durch den Besuch in Deutschland nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch Anregungen wie man in seinem Heimatland zu Lösungen für die Auswirkung des Klimawandels kommen könnte. Aus diesem Grunde besuchte die Delegation auch die Stadtwerke Neu-Isenburg, um das dortige moderne Energiemanagement kennenzulernen, wozu auch die Besichtigung der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes des Friedhofszweckverbandes am Waldfriedhof gehörte.

Überrascht zeigte sich Klimaschutzdezernent Dirk Wölfing von der CO2-Bilanz beider Länder. "In Ghana liegt der CO2-Ausstoß pro Kopf bei 0,6 Tonnen im Jahr, bei uns bei zehn Tonnen, da muss man schon mal an sein Umweltgewissen appellieren, was man da ändern könnte - ja muss", sagte Wölfing.

Von Leo Postl

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