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Libby ist die Beste: Hundelig-Gründerin Simone Marquard knuddelt ihre Hündin vor dem Leckerli-Regal. Vor zehn Jahren hat sie den Futter- und Zubehörladen gegründet – damals noch in der elterlichen Garage.

„Hundelig“

Eis und Grillwürste: Hier gibt es ausgefallenes Futter und Zubehör für Hunde

Die vierbeinigen Kunden von „Hundelig“ fühlen sich wie im Paradies: Ob es der goldgelbe Retriever ist, der an diesem Vormittag schwanzwedelnd an den mit Leckerlis prall gefüllten Regalen vorbei schnüffelt, oder die elegante Jagdhunddame.

Neu-Isenburg – Hunde lieben das 60 Quadratmeter große Futter- und Zubehör-Paradies von Simone Marquard in Neu-Isenburg. Hier stapeln sich köstliche Ochsenziemer neben allergiker-tauglichem Bio-Hundefutter, hübsche Halsbänder gibt es ebenso wie Hundeeis oder Grillwürstchen namens „Tackis Knackis“. Alles eigens für das liebste, deutsche Haustier.

„Eigentlich ist mein Labrador JayJay schuld, dass es Hundelig nun schon seit zehn Jahren gibt. Als ich ihn bekam, hatte er offensichtlich seine Rassebeschreibung des unkomplizierten, leicht erziehbaren Hundes nicht gelesen“, erzählt die 37 Jahre alte Isenburgerin lachend. Die damalige Projektleiterin einer deutschen Großbank sucht sich Hilfe bei einer Hundetrainerin, damit JayJay gute Manieren lernt – und hat so viel Spaß an der Arbeit mit dem Tier, dass sie sich selbst zur Hundeerzieherin ausbilden lässt.

Fachfrau in Sachen Hundeerziehung

Sie wird mit offizieller IHK-Ausbildung zur Fachfrau in Sachen Hundeerziehung. Ihre Kunden holen sich immer häufiger Rat, wo sie das passende Futter oder das richtige Geschirr für den vierbeinigen Liebling bekommen können. „2009 habe ich dann in der Garage meiner Eltern im Buchenbusch einen kleinen Laden eingerichtet“, sagt Marquard. Das lief so gut, dass sie später einen weiteren Raum umbaut, um mehr Platz zu haben. „Das war eine schöne Zeit. Ich hatte mittwochs und samstags geöffnet und wir trafen uns mit mehreren Hundebesitzern zum Gassigehen und anschließendem Kaffeetrinken“, erinnert sich die Geschäftsfrau. Eines Tages wird auch das heimische Lädchen zu klein und so wagt Marquard vor fünf Jahren den Schritt auf die Bahnhofstraße. Letztlich ist das Geschäft mit einem Vollzeitjob und den eigenen Hunden schwierig auf Dauer alleine zu betreiben.

Ende 2016 holt sie ihren Geschäftspartner Robert Schüler ins Boot. Seither hat Hundelig einen Onlineshop und eine festangestellte Verkäuferin – die Chefin steht nur noch samstags selbst hinter der Ladentheke. „Es war die richtige Entscheidung. Die Kunden wollen einen Ansprechpartner, sie lieben es, wenn wir den Namen ihrer Hunde kennen und sie individuell beraten können. Das ist so viel besser zu realisieren als mit ständig wechselnden Aushilfen“, sagt Marquard.

Leidenschaft für das Geschäft ist geblieben

Ihre Leidenschaft für das Geschäft ist geblieben. Wichtig ist ihr insbesondere die Qualität des Futters: „Es gibt nicht die eine, richtige Ernährungsweise für jeden Hund. Es gibt aber die perfekte Lösung für jedes Hund- und Herrchen-Paar“, betont die Fachfrau. In Mode sei seit einigen Jahren das „Barfen“. So nennt man die Fütterung mit rohem Fleisch. Dazu benötige der Halter aber viel Fachwissen, denn ein Hund sei ein Allesfresser und brauche ausreichend Vitamine und Mineralien. Marquard hält nicht viel von einer rein kohlenhydratfreien Nahrung für die Tiere, wohl aber plädiert sie für eine möglichst getreidearme Nahrung. Keine Frage, Hundeernährung ist eine Wissenschaft für sich und Simone Marquard bietet mit ihrem Team fachliche Hilfe. Offen ist sie für Neuigkeiten: Gerade sind das proteinreiche Insekten-Leckerlis aus Mehlwürmern oder Hundepopcorn mit Leber-Geschmack – ein Leckerbissen für JayJay und seine Kollegen. Hundeschokolade oder Hundebier kommen ihr aber nicht ins Haus. Es gibt eben auch hundelige Grenzen, findet Marquard.

VON NICOLE JOST

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