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Protestbanner am Zaun: Anwohner aus der Friedhofstraße kritisieren, dass die Züge der RTW zu lang sein könnten. 

Offener Brief

Zankapfel Regionaltangente West: "S-Bahn-Ring ist in Gefahr"

Die Isenburger Gegner der Regionaltangente West sehen bei einer Umsetzung der Planungen einen durchgängigen S-Bahn-Ring durch die Metropolregion in Gefahr. Deshalb fordern sie einen Masterplan.

Neu-Isenburg – Die Gegner der Regionaltangente West (RTW) in Neu-Isenburg lassen nicht locker - auch nicht, nachdem Ende Mai im Stadtparlament die Grundsatzentscheidung für die Verlängerung der Trasse bis ins Birkengewann gefallen ist. Nun haben sie in einem "Positionspapier besorgter Neu-Isenburger Bürger", das sie unter anderem an Thomas Horn, Direktor des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, geschickt haben, ihren Bedenken gegen die Strecke Luft gemacht.

Der Hintergrund: Die RTW kommt langsam ins Rollen. Die Planung für die Schienenverbindung rund um den Frankfurter Westen, die zwischen Neu-Isenburg/Dreieich und Bad Homburg verlaufen soll, geht weiter. Die Bürger haben derzeit die Möglichkeit, sich mit dem Projekt zu beschäftigen und die Unterlagen einzusehen. Die RTW-Planungsgesellschaft hat das Planfeststellungsverfahren Süd 1, das den Streckenabschnitt am Neu-Isenburger Bahnhof betrifft, beantragt. Die Beschreibungen und Zeichnungen für das Projekt liegen noch bis 18. September im Isenburger Rathaus öffentlich aus.

Einfluss geltend machen

Diese Offenlage der Dokumente zum Planfeststellungsabschnitt Süd 1 "war Anlass für uns, die Einwendungen im beigefügten Positionspapier festzuhalten", heißt es in einer von Ulrich Gottschalck aus Neu-Isenburg verschickten E-Mail der Gegner an Horn. "Wir befürchten, dass durch die Realisierung der Planungen der Regionaltangente West GmbH demnächst Fakten geschaffen werden, die eine stringente zukünftige Weiterentwicklung zu einem nachhaltigen S-Bahn-Ring der Metropolregion verhindern."

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Regionalen Master Mobilitätsplan

Daher richten Gottschalck und seine Mitstreiter die Bitte an Horn, "Ihren Einfluss im Zuge des Verfahrens geltend zu machen, um bis zur Fertigstellung eines abgestimmten Regionalen Master Mobilitätsplan durch Einwendungen vorzeitigen Baugenehmigungen für die RTW Süd zu widersprechen, die gegebenenfalls später einer ganzheitlichen Lösung eines S-Bahn-Rings rund um Frankfurt entgegenstehen".

Im Positionspapier machen die Gegner ihre Bedenken schon in der Überschrift deutlich: "Ohne einen abgestimmten Regionalen Mobilitäts-Masterplan führt die Planung der Regionaltangente West (RTW) in die Sackgasse" - und verhindere einen zukünftigen S-Bahn-Ring rund um Frankfurt. Die Kapazität des Regionalbahnhofs Flughafen sei mit den geplanten RTW-Frequenzen erschöpft; eine geplante RTW-Brücke zur Querung des Ostkopfes am Bahnhof Stadion verhindere einen S-Bahn-Anschluss an die S-Bahngleise einer Südtangente Richtung Offenbach.

Ungeklärte Details

Aus Sicht der Verfasser des offenen Briefs fehlt ein gemeinsam entwickeltes, stimmiges verkehrspolitisches Leitbild des Regionalverbands für die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Als Kritikpunkte führen sie unter anderem auf, es gebe "aufgrund mehrerer eingleisiger RTW-Streckenabschnitte zu viele Fahrplanrestriktionen und Verspätungs-Übertragungen in das S-Bahn-Netz hinein", ferner seien Details zur Realisierung einer Südtangente bisher nicht geklärt. Die Isenburger RTW-Gegner fordern vom Regionalverband die "Erstellung eines abgestimmten Mobilitätsplans und sukzessive Realisierung von Teilstrecken zum zukünftigen S-Bahn-Ringschluss". 

hov

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