Protest-Camp "Robin Wood"

Aktivisten kämpfen um jeden Baum

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Der Frankfurter Flughafen soll vergrößert werden, doch davon wollen die Bürgerinitiativen nichts wissen. Sie möchten die Grüne Lunge schützen. Dazu gibt es heute und morgen ein Aktionsprogramm.

Seitdem Fraport-Chef Stefan Schulte ankündigt hatte, noch dieses Jahr mit dem Bau des Terminal 3 im Süden des Frankfurter Flughafens beginnen zu wollen, laufen nicht nur in den Planungsbüros die Vorbereitungen auf Hochtouren – auch die Bürgerinitiativen der umliegenden Kommunen formieren sich und rufen zum Protest auf. Um die Aktionen der 80 Bürgerinitiativen (BI) zu unterstützen, hat die Umweltorganisation Robin Wood, wie im Februar vergangenen Jahres, im Treburer Oberwald bei Neu-Isenburg ein Protest-Camp gegen den Bau des Terminal 3 eingerichtet. Die berufenen Waldschützer protestieren damit insbesondere gegen die vorgesehen Abholzung von Wald für den nötigen Autobahnanschluss des neuen Terminals.

Um eine zeitgemäße Anbindung an die vorbeiführende Autobahn 5 zu erreichen, soll es neben der derzeitigen Abfahrt Zeppelinheim noch einen weiteren Anschluss geben. Dafür müssten rund 4,5 Hektar Wald entlang der Autobahn gerodet werden, der größte Teil davon liegt im Treburer Oberwald – der zur Gemarkung Trebur gehört – aber auch Neu-Isenburger Wald wäre betroffen. Dies ist im Verhältnis zu den 282 Hektar Wald für die Landebahn Nordwest zwar ein kleines Waldstück, doch die Bürgerinitiativen kämpfen mittlerweile um jeden einzelnen Baum im Rhein-Main-Gebiet. „Was nützt es uns hier, wenn, wie von Fraport behauptet, andernorts 288 Hektar Wald aufgeforstet wurden?“, kritisierte BI-Sprecherin Monika Plottnik aus Sachsenhausen.

Im Wald-Camp selbst soll es nicht so lautstark zugehen wie damals im Kelsterbacher Wald vor dem Bau der Landebahn Nordwest. Vielmehr setzen die Aktivisten auf Verbreitung von Informationen. So stand am Donnerstagabend bereits die Delegiertenversammlung der 80 Bürgerinitiativen an. „Wir haben ganz gezielt dieses Camp von Robin Wood gewählt, um Präsenz zu zeigen, aber auch, um Robin Wood zu unterstützen“, betonte Michael Flörsheimer, einer von fünf gewählten BI-Sprechern.

Zum Protest-Camp gibt es auch ein Programm mit Vorträgen. Am heutigen Samstag um 10 Uhr führen die Umweltschützer zu dort wachsenden Pflanzen, um 12 Uhr steht Schnupperklettern an. Von 20 Uhr an gibt es einen Fachvortrag, dazu spielt der Liedermacher Siggi Liersch auf. Morgen, Sonntag, unternimmt Robin Wood um 11 Uhr einen „Streifzug durch die

Geschichte des Widerstands

gegen den Flughafenausbau“.

„So, jetzt können wir gleich zur großen Protestaktion vor dem Sehring-Gelände gehen“, sagte dann Peter Schwarz von Robin Wood. Direkt vor der Einfahrt zur Firma Sehring spannten professionelle Robin Wood-Kletterer ein Protestbanner von Baum zu Baum. „Wir kennen kein Pardon bei Wald für Beton“, ist darauf zu lesen. Der Protest richtet sich vor allem gegen die Lieferung des Rohstoffes Sand für den Bau des Terminal 3.

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