Veranstaltung im Bansapark

Das war das Barockfest in Neu-Isenburg

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Die Stadt hatte zum Barockfest in den Bansapark eingeladen. Dort gab es unter anderem in einem historischen Spielepark Unterhaltung für Groß und Klein. Höhepunkt des Festes war eine Lesung mit Chantal Prinzessin zu Ysenburg.

Das Barock ist ein Zeitalter, geprägt von Pomp und Prunk, in dem die Mächtigen ihren Reichtum zur Schau stellen wollten. In dieser Zeit lebte auch Graf Johann Philipp zu Ysenburg-Büdingen, der 1699 zum Stadtgründer Neu-Isenburgs wurde und 1718 starb. Zu seinem 300. Todestag hat die Stadt eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, zu der auch das barocke Sommerfest im Bansapark zählt.

Attraktion war der Besuch von Chantal Prinzessin zu Ysenburg, die sich für eine kleine Lesung in der Bansamühle eingefunden hatte. Sie hatte sich sowohl auf kleine Zuhörer eingestellt, für die sie aus dem Buch „Treueeid und Wüstenprinz“ vorlesen wollte, als auch auf ältere, denen sie Historisches aus der Geschichte des Hauses Ysenburg zum Besten geben wollte. Als sich die bezaubernde Prinzessin im Trauzimmer der Bansamühle niederließ, ihren Sohn Kaspar auf dem Schoß, sah sie sich im voll besetzten Saal einem älteren Publikum gegenüber. Der Andrang war so groß, dass die, die keinen Platz mehr fanden, auf eine zweite Lesung vertröstet wurden. Vermisst wurde allerdings, wie ein Besucher des Barockfestes scherzend bemerkte, dass die Prinzessin kein Krönchen trug.

Doch auch im Bansapark wurde den Besuchern einiges geboten, allem voran ein großer historischer Holzspielepark, den die Firma Spiel-Erlebniswelten aus der Nähe von Oranienburg im Brandenburgischen aufgebaut hatte. Jürgen Hohenwald, Geschäftsführer des Unternehmens erläuterte, dass diese großen Spielzeuge während des Barocks und der Renaissance von adeligen Erwachsenen genutzt wurden. Für Kinder gab es noch keine Spielzeuge.

Besonders umlagert war stets das Mayong-Spiel, das im Mittelalter von Matrosen mit aus Japan nach Europa gebracht wurde. Pia Plump und Laura Hohenwald, beide in prachtvollen barocken Kleidern gewandet, wurden nicht müde, den Besuchern des Barockfestes die Regeln zu erklären.

Nebenan hatte Christian Kunz, Leiter des Stadtmuseums im „Haus zum Löwen“, seinen Stand aufgeschlagen. Dort konnten Kinder schreiben wie vor 300 Jahren, mit Federkiel und Tintenfass. Und der Clou: Am Ende konnten sie ihre Schriften noch mit einer Petschaft siegeln. Stolz präsentierte die neunjährige Louisa ihr Schriftstück mit zwei Siegeln, die eine Sonne und eine Krone zeigten.

Daneben wartete das Ensemble „Vierfarben Saxophon“ mit Barockwerken von Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach auf, „alle eigens für Saxophon komponiert“, wie einer der Musiker augenzwinkernd mitteilte. Ein Geschichtenerzähler unterhielt zudem kleine Besucher mit Märchen zum Schmunzeln und Träumen.

Für das leibliche Wohl zeichnete das Iseborjer Babbelcafé verantwortlich, das mit etwa zwölf ehrenamtlichen Helfern Kaffee und Kuchen unters Volk brachten. Der Renner war wohl der gedeckte Apfelkuchen, denn der war als erstes weg, wie Gabriele Trapold vom Babbelcafé berichtete.

Daneben waren auch zwei Marktfrauen unterwegs, Silvia Pleiß und Antje Schäffer, die auf dem Festgelände Haddekuchen, Zuckerstangen und knackige Äpfel feilboten. Und zwischendrin bewegte sich noch ein strammer Soldat, Alexander Jungmann, der eine selbst entworfene blau-gelbe Uniform trug, wie sie wohl einst das Regiment des Casimir von Ysenburg schmückte.

Ungeladene Gäste des Festes waren übrigens eine Vielzahl von Wespen. Die ebenso kurzsichtigen wie neugierigen Quälgeister wurden nicht müde, an den süßen Kuchen zu naschen.

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