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Los geht?s an der Stieglitzstraße: Die Haltestellen Süd (links) und Nord (gegenüber) werden barrierefrei.

Barrierefrei zum Bus

Jetzt ist Gravenbruch dran: Umbau der Haltestellen beginnt in der Stieglitzstraße

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In Gravenbruch soll sich fortsetzen, was in Zeppelinheim schon begonnen hat: Die Bushaltestellen werden barrierefrei umgestaltet. Schrittweise will die Stadt so die Vorgabe aus dem Personenbeförderungsgesetz erfüllen, dass bis 2022 sämtliche knapp 140 Bushaltestellen in der Stadt barrierefrei sein müssen.

Der Startschuss für den Umbau der Gravenbrucher Haltepunkte ist auf dem Papier bereits Mitte November gefallen: Da hat die Stadt den Vertrag mit der Baufirma unterschrieben. Wenn das Wetter mitspielt, beginnt die Baufirma nun laut Magistrat am Montag, 21. Januar, an der Bushaltestelle Stieglitzstraße mit den Arbeiten. Neben den Bushaltestellen Stieglitzstraße Nord und Süd steht 2019 auch der Ausbau der zwei Haltestellen am Dreiherrnsteinplatz (Nord und Süd), in der Nachtigallenstraße und Gravenbruch Ost auf der Agenda.

Barrierefreiheit bedeutet, dass alle und vor allem auch Menschen mit Beeinträchtigungen den ungehinderten Zugang zu den Bussen haben und dabei nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind. Wesentliche Merkmale sind der stufenlose Einstieg und ein Weg zur Haltestelle, der ertastbar und visuell gut erkennbar ist. Die Bordsteinhöhe wird auf 22 Zentimeter gesetzt, um das Ein- und Aussteigen von Personen im Rollstuhl oder mit Gehhilfe besser möglich zu machen. Teilweise, so ergänzt der Magistrat, sei es zudem erforderlich, die Haltestellen länger und breiter auszubauen, damit die Busse möglichst nah an den Bordstein heranfahren können.

Dass es während der Arbeiten zu Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen kann, ist klar. Um diese so gering wie möglich zu halten, will die Stadt jeweils vor Baubeginn an den einzelnen Haltestellen noch einmal über etwaige Änderungen im Verkehrsverlauf und die genauen Bauzeiten informieren.

Das Investitionsvolumen in Gravenbruch beträgt insgesamt 770 000 Euro (für alle Haltestellen inklusive Gravenbruch Ost) und muss von der Stadt vorfinanziert werden. Einen Zuschuss von 70 Prozent gibt es wohl aber vom Land Hessen zurück.

Wie bereits vielfach im Stadtteil diskutiert, ist im Zusammenhang mit dem barrierefreien Ausbau die Verlegung der Bushaltestelle in der Straße „Am Forsthaus Gravenbruch“ um etwa 250 Meter gen Westen notwendig. Denn der Stopp liegt derzeit im Kurvenbereich „und dort können die gesetzlich vorgegebenen Anforderungen nicht erfüllt werden“, erklärt der Magistrat. „Diese geben eine fahrbahnparallele Anfahrbarkeit der einzelnen Haltepositionen vor. Das wäre am jetzigen Standort ohne den Wegfall von 22 Parkplätzen nicht machbar gewesen“, erklärt Bürgermeister Herbert Hunkel. Für die Verlegung hat der Magistrat sich auch entschieden, um die ohnehin angespannte Parksituation in Gravenbruch nicht zu verschärfen.

Indem die bestehende Haltestelle Ost in Richtung der Haltestelle Nachtigallenstraße rückt, könne der Verlust der Stellplätze nun deutlich reduziert wird: lediglich vier Parkplätze fallen weg.

Einige der Anwohner der Straße Am Forsthaus Gravenbruch müssen zwar künftig ein Stück weiter zum Bus laufen, aber insgesamt werden nach Rechnung des Magistrats am neuen Standort mehr Bewohner im Radius von 300 Metern erreicht. Gemäß einer Statistik leben im Bereich der Überschneidung der Einzugsbereiche Dreiherrnsteinplatz und Gravenbruch Ost (Neu) 973 Einwohner und im Überschneidungsbereich Gravenbruch Ost (Alt) und Gravenbruch Ost (Neu) 2111. „Beide Gruppen haben nun teilweise eine kürzeren Weg und profitieren damit vom neuen Standort“, so Hunkel. Im verbleibenden Bereich, der zuvor gar nicht innerhalb des 300-Meter-Einzugsgebiets eines Busstopps lag, können sich laut Magistrat 326 Leute künftig über kürzere Wege freuen.

Die Bauarbeiten für die Haltestelle Gravenbruch Ost sollen voraussichtlich im Mai oder Juni beginnen. Läuft alles nach Plan, sollen die gesetzlichen Vorgaben in Sachen Barrierefreiheit im Stadtteil Gravenbruch dann bereits Ende des Jahres erfüllt sein.

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