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Neues Leben für das Ex-Rundschau-Areal in Sicht: Der neue Eigentümer, ein bayerisches Unternehmen, plant dort ein Hotel und ein Gründerzentrum.

Bauprojekt in Neu-Isenburg

Auf dem ehemaligen Rundschau-Areal soll ein Hotel und ein Gründerzentrum entstehen

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Das ehemalige Rundschau-Gelände war lange in einen Dornröschenschlaf versunken. Doch jetzt tut sich etwas auf dem Areal in der Rathenaustraße. Der Eigentümer will die alten Gebäude komplett abreißen und das Grundstück neu bebauen.

Neu-Isenburg - Ein bisschen traurig flattern die halb heruntergelassenen Jalousien der alten Rundschau-Verwaltungsgebäude im Wind. Der Anblick des gesamten Areals ist nicht sonderlich schön. Seit dem Frühjahr 2013 sind Druckerei und Redaktion in der Rathenaustraße in Neu-Isenburg nicht mehr in Betrieb, 2015 wurde das 53 000 Quadratmeter große Grundstück kurzzeitig Heimat für 700 Flüchtlinge, bevor es wieder in einen Dornröschenschlaf versank.

Doch jetzt tut sich etwas auf dem Gelände: Der Eigentümer, seit Sommer 2017 die Firma Isarkies Wohn- und Gewerbegrund GmbH aus dem bayerischen Essenbach in der Nähe von Landshut, trifft wichtige Vorbereitungen zur Gestaltung der Zukunft im Gewerbegebiet Süd. „Uns liegen jetzt die Abbruchgenehmigungen für die meisten Gebäude vor“, sagt Herbert Blaschke, Geschäftsführer von Isarkies. Schon im Dezember habe das Unternehmen mit dem Abbau im Inneren der Bürogebäude begonnen. In dieser Woche wurden die Arbeiten auch von außen sichtbar, als eine Fachfirma die Dämmplatten der Dächer entfernte. All das unter der Aufsicht des Regierungspräsidiums in Darmstadt, betont Blaschke.

Wunsch der Stadt

Die Pläne des bayerischen Unternehmens haben sich indes ein wenig verändert. „Unsere erste Idee war es, einen Teil der Gebäude, darunter auch die Hallen, zu erhalten und zu revitalisieren. Doch im Augenblick arbeiten wir auch an einer Abrissgenehmigung für diese.“ Denn wenn man es genau betrachte, sei es wahrscheinlich interessanter, das Areal komplett neu zu beplanen. „So können wir die Qualität des gut zugänglichen Geländes besser nutzen“, kündigt Blaschke an.

Auf der zweiten Isarkies-Baustelle beißt bereits der Bagger: Das Ex-Langnese-Gelände in der Dornhofstraße wird ebenfalls von dem Unternehmen entwickelt.

Das Vorhaben, in der Rathenaustraße ein Gründerzentrum entstehen zu lassen, gelte aber dennoch, dann eben in einem Neubau. „Das war ein Wunsch der Stadt Neu-Isenburg, die sich solch einen Treffpunkt für Jungunternehmer gut vorstellen kann und auch Bedarf sieht“, sagt Blaschke. Überhaupt sei die Absprache mit Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und der Wirtschaftsförderung im Rathaus sehr eng.

Der Fokus von Isarkies liege jetzt zunächst auf dem ehemaligen Verwaltungsgebäude direkt an der Rathenau-/Ecke Hermannstraße. Denn dort soll das geplante Hotel mit 120 bis 140 Betten entstehen. „Der Abriss soll spätestens im Sommer erledigt sein. Es ist immer besser, mit künftigen Interessenten zu verhandeln, wenn sie sich vor Ort schon ein Bild über die Fläche machen können“, weiß der Geschäftsführer. Erst dann könne er mit den potenziellen Investoren auch über die Zeitschiene sprechen, bis wann das Hotel realisiert sein soll.

Überhaupt möchte er möglichst viele Interessen berücksichtigen. Blaschke schwebt ein in sich passendes Konzept mit mittelständischen Betrieben vor. Er spricht von kleinteiligem Gewerbe, einem Handwerkerhof, der den Gewerken Ausstellungs- und Arbeitsfläche bietet. Es gebe schon konkrete Verhandlungen mit mittelständischen Unternehmen, die am Standort Isenburg ihren Betrieb vergrößern wollen, ein Interessent suche Lagerfläche für Archive. Auch etwas größere Einheiten seien denkbar und die dringend benötigten Parkplätze ebenfalls vorgesehen. „Wir müssen das Gelände mit so viel Weitsicht planen, dass das Konzept auch Sinn macht. Es nutzt uns nichts, wenn wir den Handwerksbetrieb neben das Hotel legen und dann morgens um sechs die Flex losgeht, während in den Hotelzimmern die Gäste noch schlafen wollen“, so Blaschke.

Zweite Baustelle

Ein bisschen weiter ist Isarkies auf seiner zweiten Isenburger Baustelle. Das ehemalige Langnese-Gelände in der Dornhofstraße wird ebenfalls von der bayerischen Unternehmensgruppe entwickelt. Dort sind die Abrissarbeiten schon in vollem Gange. Die alte Halle ist bereits nicht mehr vorhanden, als nächstes wird das Verwaltungsgebäude dem Erdboden gleich gemacht. Für das interessante Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zu AirPlus gibt es bereits konkrete Verhandlungen: Es soll ein Ausbildungszentrum für den medizinischen Bereich entstehen.

Damit werden die Isenburger wohl insgesamt zufrieden sein mit der Entwicklung ihres Gewerbegebiets Süd: Die Stadtverordneten hatten an dieser Stelle nämlich ein Logistikzentrum für Amazon – und damit vermutlich sehr viel mehr Verkehr – verhindert.

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