Hilfe für den letzten Weg eines Sterbenden

Benefiz-Nachmittag zugunsten der Neu-Isenburger Hospiztage

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Während der Neu-Isenburger Hospiztage sprach sich Bürgermeister Herbert Hunkel für ein Netzwerk der Hilfekultur aus.

Die schwungvollen Klarinettenklänge erfüllten den Stadtverordnetensitzungssaal in Neu-Isenburg. Mit fröhlichen und auch melancholischen Klängen stimmte Irith Gabriely, die „Queen of Klezmer“, in den Benefiz-Nachmittag zugunsten der Neu-Isenburger Hospiztage ein. Die Stadt, der Malteser Hilfsdienst und die ehrenamtlichen Hospizhelfer hatten zu dem musikalischen Nachmittag ins Rathaus eingeladen, um für die Arbeit Spenden zu sammeln, und sie gleichzeitig auch noch bekannter zu machen.

Für Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) ist es an der Zeit, in seiner Stadt ein Netzwerk der Hilfekultur zu installieren. „Die Menschen wollen doch am liebsten zu Hause sterben, diesem Wunsch wollen wir möglichst nachkommen. Dazu die Voraussetzungen zu schaffen und es auch den Angehörigen leichter zu machen, ist das Ziel in Kooperation mit den Maltesern“, kündigte der Bürgermeister an.

Aber was machen die Ehrenamtlichen denn eigentlich, wie können sie den alten oder kranken Menschen und den Angehörigen helfen? Davon berichteten Walpurga Markovic und Ina Paul am Samstagnachmittag. „Ich wollte mich immer mit der Arbeit von Hospizen beschäftigen, hatte es aber eigentlich geplant, dies auf meine Zeit als Rentnerin zu verschieben“, erzählte Walpurga Markovic.

Der Tod der eigenen Eltern und der Schwester, die dabei gemachten Erfahrungen und der Kontakt zu anderen Hospizhelfern hätten sie davon überzeugt, sich jetzt schon mit dem Thema auseinander zu setzen.

Eines berichteten alle Damen an dem Nachmittag: die Arbeit im Team der Hospizhelfer, und der Umgang mit Sterbenden, sei nicht immer leicht, gebe ihnen aber ganz viel zurück. Für Alexander Rudolf war es ein erfolgreicher Nachmittag, mit vielen emotionalen Momenten und guter Musik. „Wir haben 250 Euro für unsere Arbeit als Spende erhalten, und auch mit der Anzahl der Besucher können wir zufrieden sein. Wir wissen, dass dieses Thema einfach nicht die großen Massen anzieht“, zog Rudolf eine positive Bilanz.

Die Ehrenamtlichen bekommen übrigens von den Maltesern ein gutes „Rüstzeug“ für ihre Arbeit. Rund

125 Ausbildungsstunden

dauert es, bis die Hospizhelfer erstmals zu sterbenden Menschen gehen. Im ersten Teil der Ausbildung steht das theoretische Wissen zur Gesprächsführung an, im Rollenspiel wird das Zuhören geübt, und es gibt eine fachliche Einführung in die Palliativmedizin, damit die Hospizhelfer theoretisch wissen, welche Möglichkeiten es gibt, medizinisch den letzten Weg eines Sterbenden zu erleichtern. In einer Praktikumsphase werden die Helfer dann auf die Arbeit mit den Menschen vorbereitet. „Wir arbeiten in Neu-Isenburg mit dem Haus an den Platanen, dem Haus Erlenbach und dem Haus Königsheide zusammen“, erklärt Alexander Rudolf. Ambulant gibt es Kooperationen mit den Pflegediensten in der Stadt und den Kirchen. Die fertig ausgebildeten Hospizhelfer bleiben immer im engen Kontakt mit den Profis der Malteser.

Die Neu-Isenburger Hospiztage gehen am Freitag, 26. Oktober, weiter. Dann erzählen die Hospizbegleiter um 19.30 Uhr im Pavillon der evangelischen Johannesgemeinde, Friedrichstraße 94, von ihren Erfahrungen. Dort wird auch Zeit für die Beantwortung vieler Fragen sein.

(njo)

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