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Festival

Brücken bauen mit Musik

Torsten de Winkel und Thomas Peter-Horas haben eine dritte Auflage des Open-World-Festivals organisiert: Am Sonntag, 11. November, gibt es bei freiem Eintritt mehrere Konzerte, Workshops, eine Lesung und Gespräche über Kultur und Nachhaltigkeit. Beteiligt sind Musiker aus der Türkei, Kroatien, Afghanistan, Iran und aus Deutschland.

Es gibt eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird: die Musik. Ob heiße Rhythmen, mitreißende Takte oder sanfte Melodien – diese Sprache ist weltumspannend und führt Menschen zusammen. „Auch wenn oft die Sprache zwischen einer verständlichen Kommunikation steht, die Musik baut Brücken zu allen Menschen“, betont Thomas Peter-Horas, der Leiter der Musikschule. Dies war auch die Intention, die vor zwei Jahren zum ersten Open-World-Festival in Neu-Isenburg führte. Damals, noch unter dem frischen Eindruck der Flüchtlingsereignisse, wurde die Hugenottenhalle zur Bühne, die Musikkünstler aus aller Welt zusammenführte. Im vergangenen Jahr war es dann schon ruhiger um das Open-World-Projekt geworden – und in diesem Jahr schien es ganz zu versiegen.

Gleichgesinnte gefunden

Doch genau dies wollten Thomas Peter-Horas und Torsten de Winkel, der von Beginn an einer der Triebkräfte war, nicht zulassen. „In einer Welt aufgewühlter politischer Atmosphäre ist es umso wichtiger, neue Brücken zu bauen – und dies können wir Künstler auf sehr praktische, anschauliche Weise tun“, so Torsten de Winkel. Der international erfolgreiche Gitarrenvirtuose mit weitreichenden Verbindungen in die Musikszene hat beherzt Gleichgesinnte aus Neu-Isenburg und der Region um sich versammelt und hochkarätige Kollegen von drei Kontinenten gewinnen können, um das dritte Open-World-Festival realisieren zu können. „In Thomas Peter-Horas habe ich einen Partner gefunden, in dem ebenfalls noch das Feuer der Begeisterung der vorausgegangenen Festivals brennt“, lobt er den Musikschulleiter. „Open World 3“ wird am Sonntag, 11. November, zwar nicht in der großen Hugenottenhalle stattfinden, sondern in den Räumen der Musikschule sowie im Cineplace veranstaltet. Dort wird auch der Dokumentarfilm „Sounds Connect The World“ (17.30 Uhr, Beethovenstraße 89 a) gezeigt, der die Erfahrung von Künstlern mit Behinderung beim inklusiven Bimbache openART Festival im Weltbiosphärenreservat El Hierro auf ergreifende Weise dokumentiert.

Potenziale nutzen

Im Anschluss an den Film laden die Veranstalter zur offenen Gesprächsrunde zum Thema „Kultur und Nachhaltigkeit – lokale und globale Visionen für eine humanere Zukunft“ ein. „Wir haben mit dem Concert Space im zweiten Stock der Musikschule als auch mit dem Iseborjer Kinno einen intimeren Rahmen, der Künstler und Zuhörer schon räumlich besser zueinander bringt“, betont Peter-Horas. Für Torsten de Winkel soll das Musiklaboratorium nicht rein musikalisch nachhaltig sein. „Die Globalisierung hat weltweit zu noch mehr Druck und Zunahme von psychischen Erkrankungen sowie zu stressbedingten Störungen bei vielen Menschen geführt, deshalb wollen wir die positiven Potenziale von intuitiver Improvisation noch weiterentwickeln und mehr nutzen“, erklärt er. Gerade für geflüchtete Menschen sei die Chance, sich musikalisch mitzuteilen, oft wertvoll. „Es ist erstaunlich, wie sich in den Workshops vielfältige Kompetenzen auftun, die uns auch selbst in Erstaunen versetzen“, berichtet Torsten de Winkel aus seiner Erfahrung.

von Leo Postl

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