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Kalte Hände will keiner: Dick eingepackt macht sich diese Gruppe auf die 71-Kilometer-Strecke, die die Radler mit einem 23er-Schnitt bewältigen wollen. Sie dürfen dabei keine Scheu davor haben, auch mal dreckig zu werden.

Trotz Regenwetter

Diese Sportler starten gemeinsam bei der Hugenotten-Country-Tourenfahrt durch

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Für echte Sportler ist Regenwetter kein Grund, auf ihre Training zu verzichten. Und in netter Gesellschaft macht das sowieso mehr Spaß – so kamen rund 100 Sportler zur CTF, die bereits zum elften Mal veranstaltet wurde.

Zum Glück gibt es Handschuhe. Und Mützen, die wunderbar unter den Fahrradhelm passen. Sonst hätte gestern so mancher Teilnehmer der Hugenotten-Country-Tourenfahrt (CTF) bestimmt kalte Ohren bekommen. Denn es ist so ein richtig ekliger Sauwetter-Sonntagmorgen im Januar; ein Wetter, bei dem man sprichwörtlich nicht einmal einen Hund vor die Türe jagen würde.

Dennoch treffen immer mehr Fahrzeuge rund um den Sportpark ein, mit Fahrrädern im Kofferraum. Die Räder, meist mit „bulligen“ Reifen, werden ausgeladen und zusammengebaut. Alle wollen an der Veranstaltung teilnehmen, mit der das Isenburger Radteam der immer größer werdenden Fangemeinde der Mountainbike- und Crossradfahrer eine gute Möglichkeit bieten will, die für 2019 gesetzten Fitnessziele mit einem frühzeitigen Einstieg ins Radsportprogramm umzusetzen.

„Alles halb so schlimm“

Auch Stephanie Geider aus Ober-Roden ist mit ihrem Mann in der Alicestraße eingetroffen und hält erst mal die flache Hand aus dem Wagenfenster. Es nieselt stark. „Na, was habe ich gesagt, alles halb so schlimm. Auf, los geht’s“, stupst sie ihren Mann Oliver an. Eigentlich, verrät der, hätten sie die Teilnahme vom Wetter abhängig machen wollen. „Aber sie hat gesagt, jetzt, wo wir alles vorbereitet haben, wird auch gefahren – also sind wir hier.“

Für Alexander Schmieder aus Mörfelden-Walldorf war es keine Frage, bei der CTF zu starten. „Ich hätte heute ohnehin trainiert – und hier, im Rahmen einer geführten Tour, brauche ich mir keine Gedanken um die Strecke zu machen; in netter Gesellschaft zu radeln macht ohnehin mehr Spaß“, meint der Triathlet vom Team MöWathlon aus Mörfelden-Walldorf.

Auch für Ian Heiringhoff von Triathlon-Team der TG Rüsselsheim hätte ohnehin „selbstständiges Training“ auf dem Plan gestanden. „Das Wetter ist kein Problem, es ist nicht zu kalt und glatte Straßen gibt es auch nicht – also keine Ausreden“, sagt der Triathlet.

Bereits zum elften Mal richtet das Radteam die CTF aus. Früher startete man von der Sportanlage in Götzenhain – da war man schnell im Gelände. Doch seit zwei Jahren ist der Sportpark Start- und Zielort. „Hier ist alles für uns einfacher zu organisieren und Helfer finden sich auch einfacher“, verweist Hans Hermann Theis vom Radteam auf das Frühstücksangebot mit heißen Getränken vor dem Start und die neuen Duschen der Sporthalle nach der Rückkehr.

Geführte Gruppen

Dass sich trotz des ungemütlichen Wetters mehr als 100 Starter eingefunden haben, ist für das Ausrichter-Team überraschend. „Ich wäre wahrscheinlich heute auch länger im Bett geblieben, aber es gab keinen Grund, die Veranstaltung abzusagen. Und wie man sieht, haben viele auch darauf gesetzt, dass sie stattfindet“, meint Theis.

Start ist um 9 Uhr für die geführten Gruppen, auch Einzelstarter können sich dann auf den Weg machen. Angeboten werden drei Strecken über 71, 46 und – erstmals – über 31 Kilometer.

Es ist kurz vor 9 Uhr und es nieselt immer noch recht stark. Andreas Kronir hält ein Schild mit dem Aufruf für die „schnelle“ Runde über 71 Kilometer hoch. Um sportlich ambitionierten Teilnehmern eine Herausforderung zu bieten, will er „seine“ Gruppe mit einem Schnitt von 23 Kilometern in der Stunde über die Country-Strecke führen.

„Das ist heute schon recht ambitioniert, ich will sehen, ob wir mit unserem gesetzten 21er-Schnitt hinkommen“, meint Rolf Feldmann, der die zweite Gruppe anführt. Michael Erzberger führt eine weitere Gruppe rund 46 Kilometer über Feldwege und wieder zurück nach Neu-Isenburg. „Wir fahren einfach mal hinterher, mal sehen, wie lange wir da mithalten können, es ist ja kein Wettbewerb“, meint ein Paar, das die Sache ganz locker angehen will.

Der Regen wird zeitweise stärker – da ist es auch für noch so dick einpackte Radler gut, dass es unterwegs eine „Trockenstation“ gibt, wo sich die Sportler mit heißer Brühe stärken können.

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