Eine musikalische Wiederbelebung

Die Philharmonische Gesellschaft Neu-Isenburg feiert ihr Jubiläum auf ihre Weise: Mit Konzerten und einem Tag der offenen Tür.

Der Anlass zum Tag der offenen Tür war gleich ein zweifacher: Das Jubiläum zehn Jahre Philharmonische Gesellschaft Neu-Isenburg (PHG) fiel zusammen mit dem 45-jährigen Bestehen des Kammerorchesters.

Im Beisein von Landrat Oliver Quilling, ehemaliger Bürgermeister der Stadt und ihrem kulturellen Leben besonders verbunden, gab es in den Räumen der „Alten Goetheschule“ in der Hugenottenallee eine dreistündige Festveranstaltung. Ortrud Schröder als Stellvertretende Vorsitzende des Vereins zeichnete für die sorgfältig zusammengestellten, musikalischen Darbietungen verantwortlich.

In seiner Begrüßung hob der Vorsitzende Werner Castrian die lange Tradition der PHG hervor und dankte den politisch Verantwortlichen sowie dem Kulturbüro der Stadt für ihre langjährige und großzügige Unterstützung. Den Gästen wurden interessante Einblicke in die Arbeit der PHG von den Anfängen bis zur Gegenwart geboten. In der Folge spannte Ortrud Schröder den Bogen von der Vorgeschichte der Gesellschaft über die Aktivitäten der heutigen Zeit bis hin zu den Herausforderungen, die sich für die Zukunft ergeben. Heiterkeit erntete ihr Vortrag eines selbst verfassten Gedichts über den schwierigen Arbeitsalltag eines Dirigenten.

Günter Schröder, langjähriger musikalischer Leiter des Kammerorchesters, zeigte den zwischenzeitlichen Rückgang musikalischen Lebens in Neu-Isenburg auf, das vor dem Zweiten Weltkrieg als „Stadt der 1000 Sänger“ überregionale Bekanntheit erreicht hatte. Vor diesem Hintergrund ist die Gründung eines neuen Kammerorchesters und damit die Wiederbelebung der Instrumentalmusik besonders bemerkenswert. Unter seiner sachkundigen Führung konnte nach Abschluss der Musikaufführungen das angeschlossene Notenarchiv mit etwa 1500 Einheiten besichtigt werden.

Das Kammerorchester der Philharmonischen Gesellschaft präsentiert sich am Sonntag, 8. November, 19 Uhr, mit seinem beliebten

Sinfoniekonzert

in der Hugenottenhalle. Das Programm verspricht einen anspruchsvollen Abend. Als Solistin überzeugt Heike Matthiesen an der Gitarre. Die Leitung hat Werner Fürst. Das Konzert wird am 15. November um 18 Uhr in der evangelischen Kirche Gravenbruch wiederholt. Karten sind für 9,50 Euro bei Frankfurt Ticket RheinMain in der Hugenottenhalle erhältlich, Telefon (0 69) 1 34 04 00 sowie bei allen Vorverkaufsstellen.

Das PHG-Bläser-Ensemble hat in der Marktplatzkirche bereits sein Herbstkonzert gegeben. Das Ensemble unter der Leitung von Christine Stark, besetzt mit Gisela Rosenbusch (Flöte), Jil Born-Franz (Flöte), Christiane Schäfer (Flöte), Reinhard Marx (Klarinette), Wilfried Kahl (Fagott) und Klaus Michel (Posaune) bot klassische Werke verschiedener Komponisten.

Die Bläser eröffneten das stimmungsvolle und anspruchsvolle Konzert mit Johann Sebastian Bachs „Präludium und Fuge“ und ließen die „Ouvertüren-Suite“ aus der Feder von Georg Philipp Telemann folgen. Hier beeindruckte insbesondere die recht lebendig, ja gar spaßig dargebotene „Harlequinade“, ganz im Sinne des Komponisten. Georges Jean Pfeiffers „Musette“ beschloss den ersten Teil.

Nach einer „Verschnaufpause“ für die Bläser und einer Genießerpause bei Wein und Brezeln für die Zuhörer, wurde das Herbstkonzert mit dem Canon aus „Gradus ad Parnassum“ von Muzio Clementi fortgesetzt. Ganz hervorragend abgestimmt präsentierten die Bläser um Christine Stark das Trio Nr. 1 aus „Londoner Trios“ von Joseph Haydn. „Drei kleine Stücke“ aus der Feder von Anton Bruckner beschlossen das mit großem Applaus bedachte Konzert.

(lp,fnp)

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