EU-Abgeordneter Thomas Mann

„Einen Pakt mit dem Teufel schließen“

  • vonLeo Postl
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Der EU-Abgeordnete Thomas Mann war zu Gast beim Kroatischen Verein Neu-Isenburg. Dort fand er klare Worte zur Flüchtlingskrise.

Der Kroatische Verein hatte gemeinsam mit der Jungen Union (JU) Neu-Isenburg einen informellen Abend mit dem EU-Abgeordneten Thomas Mann organisiert. Die Resonanz hätte durchaus größer sein können, das Thema „Flüchtlinge“ hätte es verdient gehabt. „Wo wären wir heute, wenn jeder sagen würde, das geht nicht?“, stellte Mann seinem Vortrag voran.

„Schleuser-Apps“

„Ich habe viele Erstaufnahmeeinrichtungen und Heime für unbegleitete Jugendliche besucht, mir wurden ,Schleuser-Apps’ gezeigt, die genau angeben, wann wo welche Grenzen offen oder geschlossen sind“, verwies der EU-Abgeordnete auf das wohl größte Problem. Viele Flüchtlinge würden mit Versprechungen gelockt, die nicht der Realität in Deutschland entsprechen. „Hier gilt es diese mafiösen Strukturen zu zerschlagen und die Außengrenzen der EU besser zu sichern“, so Mann.

Grenzen innerhalb der EU zu schließen sah der EU-Abgeordnete in vielfacher Hinsicht als problematisch. Ein Unternehmer im Publikum verwies darauf, dass er Mitarbeiter entlassen müsse, wenn er seine Lastkraftwagen nicht mehr frei in andere EU-Länder transportieren könnte. „Angela Merkel hat nie gesagt, alle sollen kommen, sondern nur jene fänden hier eine Aufnahme, die vor Krieg flüchten, nicht aus wirtschaftlichen Gründen“, so Mann deutlich. Er plädierte für eine Registrierung an den Grenzen, wer sich unregistriert im Land aufhalte, für den gelte der Status der Illegalität. Der EU-Abgeordnete verwies auf die Juristerei, die zu viele Ausnahmen zulasse, um dennoch im Land bleiben zu können.

Mann kritisierte auch, dass in der EU keine Solidarität herrsche, sondern nationale Interessen im Vordergrund stehen würden. „Wir sollten Ländern, die keine Flüchtlinge aufnehmen, das EU-Fördergeld reduzieren.“ In der Europäischen Union gibt es zwar einen Migrationsagenda, aber kein einheitliches Asylrecht.

Es muss Pflichten geben

„Wer wirklich schutzbedürftig ist, dem sollten wir auch diesen gewähren“, betonte Mann. Allerdings müsse es für jene, die hier bleiben wollen, auch Pflichten geben, allen voran das Erlernen der Sprache und der Wille zur Arbeit. Flüchtlinge können durchaus ein bereicherndes Element der Gesellschaft sein, so Mann.

„Um eine Lösung der großen Probleme zu erreichen, muss man auch mal einen Pakt mit dem Teufel schließen“, verwies Mann auf Recep Erdogan aber auch auf Wladimir Putin. Viele Syrer sollten nahe der Grenze eine menschenwürdige Bleibe erhalten, um nach Beendigung des Krieges möglichst bald wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können, so Mann.

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