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Das erwartet Besucher der Kunstbühne "Treffpunkt" im ersten Halbjahr

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Von: Leo Postl

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Nach dem Wechsel vom „Löwen-Keller“ in den Treffpunkt hat sich die Kunstbühne an neuer Wirkungsstätte gut etabliert. Das neue Programm hält zwei besondere Konzerte und einen Poetry-Slam mit Kabarett parat.

Unter ihrem Motto „Kleine Bühne – große Kunst“ will die Kunstbühne Neu-Isenburg auch in diesem Jahr besondere Höhepunkte aus den Genres Kabarett, Musik und Literatur bieten. Im Programm, für das Miruna Costa verantwortlich zeichnet, finden sich für das erste Halbjahr einmal mehr Künstler und Ensembles, die sich in der Kleinkunstszene einen besonderen Namen gemacht haben. Mit dem Wechsel vom „Löwen-Keller“ in die Kult-Gaststätte „Treffpunkt“ im Herbst 2016 wurde nicht nur räumlich eine bessere Situation geschaffen, sondern auch das gesamte Umfeld mit Service sorgt für große Zufriedenheit bei den Gästen.

Mit allen Sinnen erleben

„Kunst will mit allen Sinnen gelebt werden, und dies erfahren wir dort“, betont Nick Timm, Sprecher der Kunstbühne Neu-Isenburg, in Vertretung von Miruna Costa, und verweist auf den Glücksfall mit Martina Grossmann und Manfred Ferger, die den Treffpunkt betreiben. Die Veranstaltungen waren nahezu alle ausverkauft und so soll es auch weitergehen. „Eine erfolgreiche Kunstbühne basiert nicht nur auf einem guten Programm, sondern vor allem auch auf den dem anspruchsvollen Programm entsprechenden Räumlichkeiten“, unterstreicht Oliver Quilling, Vorsitzender des Forums zur Förderung von Kunst und Kultur (FFK), unter dessen Dach die Kunstbühne angesiedelt ist.

Den Auftakt machen am Sonntag, 28. Januar, im „Treffer“ Anna Katharina Kränzlein und Florian Ernst Kirner, alias Prinz Chaos. Auf mehr als 50 Saiten, gemeint sind hier die unterschiedlichen Zupfinstrumente, präsentieren Kränzlein, Gründungsmitglied der Mittelalterrockband „Schandmaul“, und Kirner, eine zentrale Figur der deutschen Liedermacher-Renaissance, einen Spannungsbogen von Folkrock bis zu poetischen und politisch gefärbten Liedern.

„Die Leistung ist größer als die Summe der Einzelerfolge der beiden – und diese sind schon beachtlich“, beschreibt Nick Timm die Erwartungshaltung. Er ist insbesondere von der Beherrschung alter Zupfinstrumente durch die beiden Ausnahmekünstler begeistert. Ob Geige, Bratsche, Cello, Mandoline, Gitarren oder auch Zither – es gibt kaum ein Saiteninstrument, das die beiden nicht virtuos beherrschen. So kommen insgesamt mehr als 50 Saiten zusammen.

Hintersinniger Humor

Weiter geht es am Sonntag, 25. Februar, mit Alex Burkhard. Er wird einen Poetry-Slam, also einen modernen Dichterwettstreit, präsentieren, dazu noch kabarettistische Einlagen. Unter der Überschrift „Man kennt das ja“ dürfen die Gäste einen wortgewaltigen Kabarettabend zwischen Rentieren und Alpen, zwischen dem Fußballer Philipp Lahm und nicht erledigten To-Do-Listen erwarten. Burkhard verwebt seine Geschichten mit viel hintersinnigem Humor und feiner Sprache zu einem intimen Blick auf die Welt. „Ich bin gespannt auf die Streiche von Max und Moritz, die Alex Burkhard in unsere Zeit transferiert“, nennt Timm schon mal einen Grund, diese Veranstaltung zu besuchen.

Bob Dylan gilt als einer der bedeutendsten Song-Schreiber der Pop-Geschichte – er selbst wird am Sonntag, 11. März, zwar nicht in den „Treffpunkt“ kommen, doch dafür Moritz Stoepel. Mit dabei sind auch noch Christoph Herrmann, Cellist und langjähriger musikalischer Partner von Stoepel, sowie Volker Rebell, Rezitator, Sänger und Gitarrist. „Wie ein rollender Stein“ lautet der Titel des musikalisch-literarischen Kammerpop-Programms mit Songs und Prosatexten des Literaturnobelpreisträgers Bob Dylan – dies jedoch auf Deutsch.

Dylan gelang es wie kaum einem anderen Song-Poeten, die uramerikanischen Musikstile von Blues über Country, Folk und Rock bis zum Tropical Song – dem plakativen Song zu aktuellen politischen und gesellschaftskritischen Themen – mit Texten von hohem literarischen Rang zu verschmelzen. „Der Mann ist einzigartig, von Klamauk bis ernsthafte Themen“, beschreibt Timm die zentrale Figur Moritz Stoepel im Trio mit Christopher Herrmann und Volker Rebell.

Mit diesem Programm will die Kunstbühne ihren eingeschlagenen und erfolgreichen Weg fortsetzen. „Wir sind mittlerweile eine Institution, bei der man anklopft“, betont Nick Timm, verweist aber auch darauf, dass manche Künstler das vorhandene Budget sprengen würden. Das Team um die künstlerische Leiterin Miruna Costa will weiter den Weg eines sehr selektiven Vorgehens beschreiten, um Kleinkunst mit hohem Unterhaltungswert zu bieten. Die Kult-Gaststätte „Treffer“ in der Bahnhofstraße 50 wird so weiterhin zu einem Treffpunkt für auserlesene Kleinkunst.

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