Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation

Es fehlt an Organspendern

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Seit 1973 hat das KfH seinen Sitz in Neu-Isenburg. Professor Dieter Bach erläuterte die Aufgaben seiner Einrichtung.

„Seit 2011 ist die Zahl der Organspender deutlich zurückgegangen“, beklagte Professor Dieter Bach, Vorstandsvorsitzender des KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation. Das habe vor allem für Menschen, die dringend eine neue Niere benötigen, unangenehme Folgen, denn die Wartezeiten betragen bis zu vier Jahren. Zwar werde versucht, dies mit Lebendspenden, also Nieren von Familienangehörigen oder Lebenspartnern, aufzufangen, aber das reiche bei weitem nicht.

Knapp 10 000 Menschen in Deutschland brauchen eine neue Niere, führte Bach aus. Aber im Jahr 2014 konnten nur 2200 Transplantationen vorgenommen werden. Rund 600 davon beruhten auf „Lebendtransplantationen“. Der Facharzt für Innere Medizin (Nephrologie/Diabetologie) forderte, dass das Vertrauen in die Organspende wieder hergestellt werden müsse. Dabei müsse klar werden, dass kommerzieller Organhandel in Deutschland ausgeschlossen ist.

Das KfH, damals hieß es noch Kuratorium für Heimdialyse und ist ein eingetragener Verein, stehe mit seinen bundesweit mehr als 200 Behandlungszentren für eine qualitativ hochwertige Versorgung nierenkranker Patienten, so Bach. Der 1969 gegründete Verein hat seit 1973 seinen Hauptsitz in Neu-Isenburg. In der Martin-Behaim-Straße arbeiten derzeit 275 Mitarbeiter. Bundesweit sind insgesamt fast 7000 Mitarbeiter für 18 700 Dialysepatienten tätig. Hinzu kommen 57 000 Patienten, die Sprechstunden besuchen. Schwerpunkte der Arbeit des KfH seien neben Hessen auch Bayern und das Ruhrgebiet sowie die neuen Bundesländer. Der Jahresumsatz des KfH betrug 2014 rund 605 Millionen Euro. Da das Kuratorium als gemeinnützige Einrichtung nicht gewinnorientiert arbeitet, fließen alle Gewinne wieder in die Vereinsarbeit.

Das Hauptaugenmerk des KfH liege auf der Nierentransplantation, so Bach. Dazu gehöre auch die Betreuung von Patienten nach einer Transplantation. Aber auch die Behandlung von Dialysepatienten werde aufrecht erhalten. Diese sei allerdings für die Patienten recht aufwendig. Drei bis vier mal wöchentlich müsse er sich der Dialyse, also der Blutreinigung, unterziehen, wobei eine Behandlung rund vier Stunden dauert.

Zumeist erfolge eine solche Behandlung in einem Nierenzentrum. Daneben gebe es die Heimdialyse, die für mobile, berufstätige Menschen geeignet ist. Ein schonendes Alternativverfahren sei die Bauchfelldialyse, die gleichfalls zu Hause vorgenommen werden kann. „Sowohl die Heim- als auch die Bauchfelldialyse bedeuten ein

Mehr an Lebensqualität

“, sagte Bach, sie seien aber nicht immer möglich. Ursache für Nierenerkrankungen seien Diabetes, oft verbunden mit Übergewicht, Bluthochdruck und Bewegungsmangel.

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