Heimatforscher Wilhelm Ott

Früheren Standort des Dreiherrensteins lokalisiert

  • schließen

Seit 60 Jahren steht der Dreiherrenstein im Beet der Polizei Gravenbruch. Heimatforscher Wilhelm Ott hat den Originalstandplatz ermittelt.

Der Dreiherrnsteinplatz in Gravenbruch hat seinen Namen vom Dreiherrenstein und was wohl nur die wenigsten Gravenbrucher wissen, dieser Stein ziert schon seit rund 60 Jahren das Beet der Polizeistation in dem Neu-Isenburger Stadtteil. Aber der Grenzstein, der 1730 den Berührungspunkt der drei Herrschaftsgebiete Forst Offenbach der Fürsten von Ysenburg, den Gravenbruchwald der Grafen von Schönborn und den Deutschherrenwald des Deutschen Ordens auswies, stand natürlich ursprünglich im Wald.

Diesen lokalhistorisch interessanten Ort hat der engagierte Heimatforscher Wilhelm Ott am Waldrand gegenüber des heutigen Regenrückhaltebeckens wieder mit einem Grenzpfahl markiert. An dem Pfahl ist ein QR Code angebracht, mit dem Waldbesucher mit ihren Smartphones Informationen über den Stein und die Grenze aufrufen können.

„Hier gibt es eine ganze Reihe von Grenzsteinen, sicher 80 bis 90, die noch nicht beschrieben und dokumentiert worden sind. Aber der Dreiherrenstein ist wohl einer der wichtigsten“, sagt Ott, der gemeinsam mit dem Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) Neu-Isenburg die Markierung verwirklicht hat.

Es habe etwas Mühe bedeutet, den ursprünglichen Standort des Steins herauszufinden, gab Wilhelm Ott zu. „Aber mit Hilfe des Internets, GPS und Maßband ist es doch gelungen“, sagte der Obmann für Grenzsteine im Kreis Offenbach. Bürgermeister Herbert Hunkel freuen die Forschungsergebnisse von Wilhelm Ott ganz besonders: „Endlich gibt es Klarheit um die Geschichte des Dreiherrensteins.“

Ein Nachfahre, Graf Anselm Franz von Schönborn und seine Frau, Gräfin Maria Theresia, geborene Gräfin Montfort, erweiterte im 18. Jahrhundert den Hof um ein Jagdschlösschen. Maria Theresia von Schönborn, geb. Gräfin Montfort, verwitwete früh (1726) und wurde als Vormund für ihren minderjährigen Sohn eingesetzt. In ihre Regierungszeit fällt auch die Grenzmarkierung, in welcher der Dreiherrenstein gesetzt wurde.

Das Ysenburger Gebiet umfasste neben Offenbach unter anderem die Gemarkungen von Neu-Isenburg, Sprendlingen und anderen Dreieichgemeinden. Die Grafen von Schönborn waren von 1661 bis 1806 die Territorialherren von Heusenstamm und besaßen das Waldstück, in dessen nördlichem Teil später die Wohnstadt Gravenbruch erbaut wurde. Der Deutschherrenwald gehörte der Niederlassung („Commende“) Frankfurt dieses Ritterordens.

Auf dem jetzt im Beet der Polizeistation liegenden Dreiherrenstein sind die Wappen der drei Herrschaften eingemeißelt. Die Grenze zwischen dem ehemaligen Gravenbruchwald und dem Deutschherrenwald wurde 1730 neu besteint. Am Waldrandweg stehen noch vier schöne Grenzsteine mit den Schönborner Löwen und dem Kreuz des Deutschen Ordens. Die beiden anderen Grenzsteine am Dreiherrnsteinplatz standen früher jeweils circa 100 Meter vom Dreiherrenstein entfernt an diesem Weg.

Weitere Informationen auch unter .

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare