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Viele Menschen versammelten sich zur Aktion der Fußballfans in der Fußgängerzone.

Zeichen setzen

Fußballfans im Kampf gegen Rassismus vereint

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Ob Anhänger von Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach oder Spielvereinigung Neu-Isenburg: Fußballfans setzten am Samstag gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus.

In der Brust von Fußballfans schlägt normalerweise nur ein Herz – das für ihren Verein. Doch es gibt Anlässe, da erwächst plötzlich ein zweites Herz, nicht minder stark als das erste. So könnte man die Aktion beschreiben, die Fußballfans aus verschiedenen Lagern zusammenführt, um mit einer Stimme zu sprechen. Seit mehreren Wochen setzt eine andere Initiative während des Samstag-Wochenmarktes in der Fußgängerzone der Neu-Isenburger Bahnhofstraße ein Zeichen gegen Rassismus. Nun waren es Fußballfans und deren Vereine, die sich gegen Rassismus wenden und ein öffentliches Zeichen setzen wollten.

Organisiert hatte das Fan-Bündnis gegen Rassismus Dieter Kasper, zusammen mit Michael Kaul von der örtlichen Flüchtlingshilfe. „Bei uns hier in der Stadt sind mir keine Anzeichen oder gar Vorkommnisse, die man in die Kategorie Rassismus stecken könnte, bekannt. Aber wir wollen ja auch über die Grenzen unserer Stadt hinaus ein Zeichen setzen und gehört werden“, betonte Kaul. Dieter Kasper hatte zudem mit Thomas Osterroth Gitarre), Wolfgang Seliger (Bass) und Rainer Bauer (Cachon) drei Musiker engagiert, die mit ihren Texten auf vielfältige Problematiken unter den Menschen hinwiesen und zum Handeln aufforderten.

Eingefunden hatten sich zu einem Konglomerat friedlicher Fußballfans die Anhänger von Kickers Offenbach, mit dem ehemaligen Pfarrer Matthias Loesch an der Spitze, dazu Fans der Frankfurter Eintracht, aber auch von der Spielvereinigung Neu-Isenburg und mit Karl-Heinz Groh auch der Vorsitzende der örtlichen Turn- und Sportgemeinschaft . „Auch wenn wir uns, wenn es um unsere Mannschaften geht, mal gegenseitig anbrüllen, in dieser Sache hier sind wir eins – und dies freut mich besonders“, betonte Loesch.

Bei einer vorausgegangenen Aktion hatte der Geistliche schon eine Lesung gegen rechts gestaltet, regelmäßig nimmt er eine Gruppe von Geflüchteten mit zum Spiel der Kickers auf den Bieberer Berg. Kaul erinnerte auch an die Erklärung des Eintracht-Präsidenten Peter Fischer, der lieber auf Mitglieder verzichtet, als dass er solche mit rechter Gesinnung aufnehmen würde.

Auch bei dieser Aktion in der Fußgängerzone wurden Unterschriften gesammelt, die Bürgermeister Herbert Hunkel übergeben werden sollen. Die gesammelten Spenden kommen wiederum der Aktion „Seebrücke“ zugute, die in Seenot geratene Geflüchtete aus dem Mittelmeer rettet. Die Aktionen gegen Rassismus gehen auch in den kommenden Wochen weiter, als nächstes will die Humanistische Gesellschaft auf dem Wochenmarkt „Flagge gegen Rechte Gesinnung“ zeigen.

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