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Auch in Neu-Isenburg verbringen die Kinder zunehmend den Großteil des Tages in den Kitas. Symbolbild: dpa

Kindertagesstätten

Ganztagsbetreuung in Neu-Isenburg begehrt wie nie

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Immer mehr Jungen und Mädchen in der Hugenottenstadt verbringen den Großteil ihres Tages in der Kita. Dies geht aus dem Tätigkeitsbericht der städtischen Kindertagesstätten und der Schulbetreuung hervor. Die Bilanz zeigt auch: Frühkindliche Förderung und Sprachunterricht sind als Schwerpunkte wichtiger denn je.

Dieser gesellschaftliche Trend macht auch vor Neu-Isenburg nicht Halt: Die Nachfrage nach Ganztagesbetreuungsangeboten steigt stetig. Das verdeutlicht der Tätigkeitsbericht der städtischen Kindertagesstätten und der Schulbetreuung. Fast in allen Einrichtungen bleiben demnach 80 Prozent der Kinder bis 17 Uhr in der Betreuung, wie Bürgermeister Herbert Hunkel berichtete. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren wurden noch die meisten Kinder um 12 Uhr von der Kita abgeholt. Geschuldet sei dieser Wandel der veränderten Lebensrealität heutiger Familien heute; besonders, wenn beide Elternteile berufstätig sind.

„Wir bieten in Neu-Isenburg ein bedarfsgerechtes Angebot mit einer guten Betreuungsqualität, um Familien zu unterstützen“, betonte Hunkel. Außerdem fördere die Stadt die Trägervielfalt der Einrichtungen. Insgesamt gibt es laut Tätigkeitsbericht in der Hugenottenstadt insgesamt 1666 Kitaplätze, davon 957 Ganztagesplätze. In den fünf städtischen Einrichtungen werden 567 Plätze angeboten, davon 184 Angebote bis 17 Uhr.

In den fünf städtischen Kindertageseinrichtungen werden auch Grundschüler betreut: Der Freizeitbereich im Schul- und Bildungszentrum Westend mit 204 Kindern, die Freizeitvilla/Albert-Schweitzer-Schule (249 Kinder), der Freizeitbereich im Kinder- und Familienzentrum Gartenstraße (178 Kinder), der Freizeitbereich in der Friedrich-Froebel-Schule (30 Kinder) und das KiZ Gravenbruch (190 Kinder).

Dass in den Einrichtungen mehr denn je auf frühkindliche Förderung Wert gelegt werde, betonte Fachbereichsleiterin Sonja Ohr. „Sie ist zentral für die Entwicklung der Kinder“, erklärte sie und ergänzt: „Sprache ist der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe.“ Als Beispiel nannte sie die 20 Sprachspielgruppen, in denen jeweils drei bis sechs Kinder gemeinsam lernen: Im Zeitraum des Berichtes waren es 17 Vorschulkinder in insgesamt drei Gruppen und 94 kleinere Kinder in 17 Gruppen.

Seit 2002 fördere die Stadt Neu-Isenburg diese Deutsch-Sprachspsielgruppen in den Kindertagesstätten, wie Herbert Hunkel unterstrich – „lange bevor die Vorlaufkurse in hessischen Schulen verbindlich wurden.“

Katrin Strauß, die Leiterin der Sprachförderung, koordiniert den Einsatz der insgesamt 14 Kursleiterinnen, die nach einer intensiven Einarbeitung in regelmäßigem Kontakt mit den Erzieherinnen in den jeweiligen Kindertagesstätten die Kurse anbieten.

Zweimal pro Woche, so legt der Bericht dar, werden die einstündigen Kurse in den Kindertagesstätten angeboten – in der gewohnten Umgebung. In kleinen Gruppen, mit maximal sechs Kindern wird der Spracherwerb durch Vorlesen, gemeinsames Lieder singen, Reime sprechen, durch Rollenspiele, aber auch durch Ausflüge gefördert. Auch die Lautwahrnehmung wird hier gezielt gefördert. „Vor allem jedoch bauen die Kinder in der Kleingruppe schnell Vertrauen auf und haben hier viel Gelegenheit zu Wort zu kommen, um so Sprache auszuprobieren“, so Sonja Ohr.

Die Kinder seien mit großer Begeisterung dabei – und die Eltern freuten sich über die Fortschritte ihrer Kinder. Die Kurse fänden in der Regel vor dem Kindergarten statt – „oder danach, damit die Kinder nichts verpassen“. Sie stammten aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, viele wachsen bilingual auf.

Groß geschrieben werde laut Sonja Ohr ebenso die Sprachintegration im Alltag, mit dem Anliegen, dass auch die Eltern ihr Deutsch verbesserten.

Für die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen und die Betreuung an Schulen, so betont der Tätigkeitsbericht, wurden verbindliche Qualitätsstandards für den Betreuungsumfang und für pädagogisches Fachpersonal festgelegt. Von 2002 bis 2017 hat die Stadt laut Magistrat 882 436 Euro für die Sprachförderung der Kinder aufgewendet, aus Landes- und Kreismitteln wurden 266 600 Euro erstattet.

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