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Linsensuppenmarschall Roland Klammes und Gudrun Litzenberger kamen mit dem Ausgeben der Linsensuppe kaum nach.

Lumpenmontagsumzug

Die Gassen sind fest in Narrenhand

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Zwar mussten die Watze beim Lumpenmontagsumzug dieses Mal zu Fuß gehen. Dafür schmeckte die beliebte Linsensuppe aber umso besser. In Neu-Isenburg herrschte gestern fröhlicher Ausnahmezustand.

Der Lumpenmontag ist in Neu-Isenburg der höchste Feiertag – oder wie es Bürgermeister Herbert Hunkel formulierte, die größte Bürgerbewegung der Stadt. Doch der Lumpenmontag dürfte für viele auch der anstrengendste Tag sein – dieses Jahr sogar für ein paar mehr. Los ging es traditionell mit dem Weckruf der Hexen und Lumpen, bereits um 5.30 Uhr standen sie vor dem Haus von Peter Braun, dem Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Buchenbusch. Danach ging es durch die Gassen der Altstadt, um die schlafenden Isenburger zu wecken.

Wer als Karnevalist viel arbeitet, der muss auch gut essen, deshalb gibt es die Linsensuppe. Rund 1111 Liter hatten die fleißigen Linsensuppenmäuschen wieder vorbereitet. Mit Pauken und Trompeten wurden die beiden großen Suppentöpfe vom Rosenauplatz in die Fußgängerzone der Bahnhofstraße transportiert, wo bereits viele hungrige Isenburger warteten.

Zum Linsensuppenanstich war auch die närrische Delegation aus den französischen Partnerstädten Veauché und Andrezieux-Boutheon gekommen. Bürgermeister Christian Sapy aus Veauché, der erstmals am Finale der Isenburger Fastnacht teilnahm, erinnerte an die freundschaftlichen Bande, die einst von Bürgermeister Wilhelm Arnoul geknüpft worden war. „Die Fröhlichkeit und Freundschaft soll freilich nicht nur auf die Narrenzeit beschränkt bleiben, sondern das ganze Jahr über bestehen bleiben und durch gegenseitige Besuche mit Leben erfüllt werden“, wünschte sich Sapy.

Mit viel Mühen hatten die Helfer um Hallenmeister Marc Müller den Wagen der Watze gemäß TÜV-Auflagen fit gemacht. Doch es fehlten die Reifen, die als Sonderanfertigung aus Fernost bestellt werden mussten. Alles Warten war vergebens, die Watze-Narren mussten diesmal laufen. Aber beinahe wäre auch der Platz des Watz auf dem Bembelwagen leer geblieben, denn der Watz (Uwe Fräger) ist in diesem Jahr mit seiner Frau Andrea nämlich das Prinzenpaar der Hugenottenstadt. „So ein symbolhafter Platz darf nicht leer bleiben“, meinte Karl-Heinz Müller, der selbst über viele Jahre der „Watz von Iseborsch“ war. Er kehrte deshalb wieder an seine alte Wirkungsstätte zurück – aber nur für den Lumpenmontagszug.

Pünktlich um 14.11 Uhr setzte sich der närrische Lindwurm in Bewegung. Die 66 Zugnummern waren auf ihrem Schlängelkurs durch Neu-Isenburg von fünf Müllwagen und drei Schneeräumern abgesichert. Die Narren feierten ausgelassen und ließen sich auch durch ein kleines Schneegestöber die Laune nicht verderben.

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