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Günther Marx, Ludi Berdel (2. und 3. v. l.) und Michael Götz nahmen Landesehrenbriefe entgegen. Mit den Ehrenamtlichen freuen sich Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und Bürgermeister Herbert Hunkel (l.).

Auszeichnung

Sie gehen als Vorbilder voran: Günther Marx, Ludi Berdel und Michael Götz erhalten Landesehrenbriefe

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Ehrenamtliche leisten Arbeit für die Allgemeinheit. Michael Götz, Ludi Berdel und Günther Marx sind solch engagierte Bürger, die Verantwortung tragen. Den drei Neu-Isenburgern wurde der Ehrenbrief des Landes verliehen.

Aller guten Dinge sind drei: Ein Isenburger Trio wurde am Donnerstagabend mit Ehrenbriefen des Landes Hessen ausgezeichnet. Denn Ludwig „Ludi“ Berdel, Michael Götz und Günther Marx engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich zum Wohl der Allgemeinheit.

Von den 6,2 Millionen Menschen, die in Hessen leben, engagieren sich rund zwei Millionen ehrenamtlich. „Und im Kreis sind es sogar ein Drittel der 250 000 Einwohner, die sich in Vereinen, Institutionen und Kirchen einbringen“, betonte Landrat Oliver Quilling während der Feierstunde im Rathaus. „Vieles, was wir gewohnt sind und auch schätzen, würde ohne sie so nicht laufen.“ Quilling verwies darauf, dass auch die Lokalpolitik zum großen Teil von Ehrenamtlichen getragen werde – und gerade jene, die an der Basis zu den Bürgern stehen, nicht die Anerkennung erfahren würden, die sie sich erhofften. Besonders stolz zeigte sich Isenburgs ehemaliger Bürgermeister, dass er gerade in seiner Heimatstadt mit Ludi Berdel, Michael Götz und Günther Marx gleich drei besonders Engagierte auszeichnen darf. Und der amtierende Rathauschef Herbert Hunkel betonte: „Auch wir versuchen seitens der Stadtverwaltung, die Arbeit der ehrenamtlich Tätigen so weit als möglich zu unterstützen.“

Seit fünf Jahrzehnten gehört Michael Götz dem Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an, der mit seinen rund 1300 Mitgliedern für den Zivil- und Katastrophenschutz in der Stadt steht. 1950 in Lorsch geboren, kam Götz nach Isenburg und trat mit 16 Jahren ins Jugendrotkreuz ein. Von 1976 bis 1988 war er Gruppenführer, von 2000 an vier Jahre lang stellvertretender Vorsitzender und ist seit 2004 Vorsitzender des DRK-Ortsverbands.

Eine Führungskraft

Er engagiert sich aber auch über die Grenzen von Neu-Isenburg hinaus, hatte von 1988 bis 2012 als Kreisbereitschaftsleiter des DRK-Kreisverbandes Offenbach eine besondere Verantwortung inne. 1987 war Götz im Einsatz bei der Sportgroßveranstaltung „Universiade“ in Zagreb und leitete 1990 und 1991 drei Hilfsgütertransporte nach Rumänien.

„Wegen seiner umfassenden Kenntnisse und seines immensen Engagements ist Götz eine anerkannte Persönlichkeit und Führungskraft des DRK“, betonte Quilling. Gerade auch in Zeiten der Erstaufnahme der Flüchtlinge auf dem ehemaligen Rundschau-Gelände 2015 habe Götz sich große Verdienste erworben. Hunkel betonte, dass die Stadt seit Jahrzehnten mit dem örtlichen DRK unter der Ägide von Götz eng und gut zusammenarbeite.

„Mit ihm ehren wir heute einen Menschen für seine nahezu sieben Jahrzehnte Vereinstreue zur freiwilligen Feuerwehr“, so Quilling zu Ludi Berdel. Mit 16 Jahren trat der 1934 geborene Ruheständler, der das Handwerk des Schlossers erlernt hat, der Isenburger Wehr bei, als Fahrer und Maschinist kennt man ihn; noch heute ist „seine“ erste Drehleiter ein Schmuckstück im Feuerwehrstützpunkt. Im Alter von 71 Jahren übernahm er 2005 die Bauleitung für den Bau einer Fahrzeughalle für Feuerwehroldtimer. 1960 wurde Berdel zum Oberfeuerwehrmann und 1972 zum Hauptfeuerwehrmann befördert, 1994 wechselte er in die Alters- und Ehrenabteilung. Weggefährten berichten über ein bemerkenswertes Engagement Berdels für die jungen Feuerwehrleute.

Große Verdienste erworben

Doch Ludi Berdel ist auch ein echter Narr: 1963 schloss er sich dem Karnevalverein „Die Watze“ an und war nicht nur Elferratsmitglied, sondern von 1973 bis 1985 dessen Vorstandsmitglied und Geschäftsführer. Von 1986 bis 1998 war Berdel Vorsitzender des Lumpenmontagsausschusses, von 1976 bis 2014 Senator des Ehrensenats des Lumpenmontags. Seit 1998 ist „der Ludi“, wie viele Isenburger ihn nennen, Ehrenvorsitzender des Fördervereins zur Brauchtumspflege des Isenburger Karnevals. Berdel engagierte sich besonders im Bühnen- und Wagenbau, kochte Linsensuppe oder führte Regie bei Veranstaltungen im Zoo Gesellschaftshaus in Frankfurt. Große Verdienste erwarb Ludi Berdel sich zudem beim Bau des „Watzeloch“, wie das Vereinsheim der Watze genannt wird, aber auch bei der Wagenhalle in der Siemensstraße – die ihm zu Ehren auch seinen Namen trägt. „Ludi Berdel ist eine Institution in Neu-Isenburg“, sagte Herbert Hunkel.

Sowohl in der Kommunalpolitik als auch in der Vereinsarbeit ist der 1951 geborene pensionierte Schulleiter Günther Marx äußerst engagiert: Seine politische Heimat ist bei den Grünen, wo Marx als Mitglied des Vorstands von 1983 bis 1999 und wieder seit 2017 als Sprecher des Ortsverbands wirkt. Von 1997 bis 2001 gehörte er der Kreistagsfraktion der Grünen an, seit 2011 sitzt er für die Partei im Stadtparlament.

Ganz besondere Verdienste erwarb sich Marx als „Retter der Spielvereinigung 03“, deren Vorsitzender er von 1999 bis 2017 war. Ein besonderes Anliegen von ihm ist auch Freundschaft über die Landesgrenzen hinaus; er organisiert über den Städtepartnerschaftsverein alljährlich das Fußballturnier für den Nachwuchs an Pfingsten mit Isenburg und Veauche.

Auch bei der Schwarzen Elf, wo er seit 1996 aktives Mitglied ist, wurde Marx zu einer wichtigen Säule, ist dort Zeremonienmeister und schreibt Reden. Zudem steht er als hilfreicher Partner seiner Frau Maria, die die Speisekammer St. Josef leitet, zur Seite. „Günther Marx ist ein Mensch, den man sich einfach nicht mehr wegdenken kann“, lobte Herbert Hunkel.

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