Gravenbruch: Der Kirchturm muss weichen

Auf dem Gelände der St. Christoph Gemeinde soll ein Wohnkomplex entstehen

Die Vorarbeiten laufen bereits: Die St. Christoph Gemeinde Gravenbruch verpachtet einen Teil ihres Areals an einen Investor. Dieser will dort 20 Mietwohnungen bauen. Die Gemeindemitglieder müssen sich auf einige Veränderungen einstellen.

Die katholische Gemeinde St. Christoph in Gravenbruch wird einen Teil ihres Kirchengeländes an den Investor Gemeinnütziges Siedlungswerk Frankfurt (GSW) verpachten. Dieser will auf dem Areal am Dreiherrnsteinplatz einen vierstöckigen Wohnkomplex mit 20 barrierefreien Mietwohnungen errichten und diesen später auch als Vermieter betreiben. Die zugehörigen Verträge sind mittlerweile unterschrieben. Mit dem Eintrag im Grundbuch wurde das zu verpachtende Gelände nun mit allen Rechten und Pflichten an das GSW übergeben.

In Vorbereitung auf die Bauarbeiten und die damit verbundene Verlegung einer Fernwärmeleitung der Energieversorgung Offenbach (EVO) wurden bereits Ende Februar der Baumbestand am Rand des Grundstücks gerodet und die Hecken entfernt. Der Gemeinde St. Christoph liegt mittlerweile eine grobe Zeitplanung des GSW vor, die mit dem Projektteam abgestimmt wurde. Demnach sollen im April/Mai der Kirchturm abgetragen und die Fernwärmeleitung der EVO verlegt werden. In den Monaten Juli bis September sind dann der Abriss von Teilen der Sakristei und der Anbau ein neues Gebäudeteils vorgesehen. In diesem Zeitraum wird die Tageskapelle als Sakristei genutzt und steht nicht als öffentlicher Gebetsraum zur Verfügung.

Die eigentlichen Bauarbeiten für den geplanten Wohnkomplex sollen im August beginnen und im November 2018 abgeschlossen sein. Auf Basis der derzeitigen Planung sollen die neuen Wohnungen bis zum Jahreswechsel 2018/2019 bezugsfertig sein. Mit Beginn der Bauarbeiten wird der tiefergelegene Teil des Kirchenvorplatzes nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Mit Fertigstellung des Gebäudes wird dieser dauerhaft wegfallen, da dort Parkplätze für die Bewohner der neuen Wohnungen entstehen.

Wie Andreas Frieler, Sprecher der Gemeinde St. Christoph, erklärt, könne die Pfarrgemeinde keine Fragen zu einer möglichen Anmietung von Wohnungen oder zum konkreten Zeitplan beantworten, da sie weder Bauherr noch Vermieter der Wohnungen ist. Das GSW habe angeboten, zu diesem Thema eine Informationsveranstaltung abzuhalten. Ein genauer Termin stehe jedoch noch nicht fest.

Zur Zukunft des Kirchturmkreuzes berichtet Andreas Frieler, die Räte der Gemeinde seien sich darin einig, dass das Kreuz erhalten werden solle, um es später auf dem Dach der Kirche zu installieren. Das Siedlungswerk habe zugesichert, das Kreuz – soweit möglich – zu erhalten.

Ob es später auf dem Dach der Kirche aufgestellt werden könne, sei vom materiellen Zustand des Kreuzes sowie seiner Größe und seinem Gewicht abhängig. Dazu müsse vom Kirchenbauamt des Bistums die Statik des Daches bezüglich der Tragfähigkeit und Sicherheit geprüft werden. Daher liege die endgültige Entscheidung nicht in der Hand des Verwaltungsrats der Gemeinde. Sollte das Kreuz nicht erhalten oder auf dem Kirchendach installiert werden können, strebe der Verwaltungsrat in Zusammenarbeit mit dem Bistum eine Ersatzlösung an. (fnp)

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