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Gelebtes Symbol der Freundschaft

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Gemeinsam wurde von den Bürgermeistern der Kuchen aus der Partnerstadt Weida angeschnitten.
Gemeinsam wurde von den Bürgermeistern der Kuchen aus der Partnerstadt Weida angeschnitten. © Leo F. Postl

Es war ein großes Fest mit Freunden Neu-Isenburgs aus ganz Europa. Gefeiert wurde auf dem Rosenauplatz, in der Bahnhofstraße und im Isenburg-Zentrum.

Von eo Postl

Es ist schön, Freunde zu haben. Und es ist noch schöner, verlässliche Freunde zu haben, die kommen, um ein großes Fest zu feiern: das Europafest in Neu-Isenburg. Die Hugenottenstadt pflegt seit 45 Jahren freundschaftliche Beziehungen zu den französischen Städten Andrézieux-Bouthéon und Veauche, seit 40 Jahren einen Städtepartnerschaft mit Dacorum Borough in England, ist seit 25 Jahren mit der thüringischen Stadt Weida verbandelt und seit fünf Jahren mit Chiusi in Italien. „Im vergangenen Jahr konnten wir das 35-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Bad Vöslau feiern, doch wenn es ums Feiern geht, dann sind wir alle gern dabei“, meinte Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel bei seiner Begrüßung der offiziellen Delegationen und vieler Freunde am Verschwisterungsabend. Für Freitagabend hatte die Stadt zu einer Feier in die Hugenottenhalle eingeladen.

Während die Gäste sich angeregt unterhielten, sorgte die Band „Frizzante“ mit Ed Bayer, Herbert Lehr und Sängerin Andrea Seufert für musikalische Begleitung. Neben den Sprachbarrieren, die hin und wieder am Buffet auftauchten, gab es auch die spannende Frage, welche Speisen der Koch zubereitet hatte. Als alle gut gesättigt waren, startet das offizielle Abendprogramm mit der Unterzeichnung der Verschwisterungs-Urkunden. Das Licht wurde gedimmt, und im Halbdunkel rollten junge Läuferinnen des Rollsportvereins Neu-Isenburg mit Rosen im Arm in den Saal und verteilten diese an die Gäste. Eine schöne Geste, die bei allen sehr gut ankam.

„Mit unserem Europafest wollen wir nicht nur unsere Städtepartnerschaften feiern und die Verschwisterungs-Jubiläen würdigen. Wir wollen auch ganz viele Menschen an den Verbindungen teilhaben lassen“, bekannte Herbert Hunkel. Mit Blick auf das Europafest auf dem Rosenauplatz sagte er: „Ich finde es gut, dass sie sich in unterschiedlichen Formen den Isenburgern vorstellen werden. Mit Kunst und Kultur, mit Informationen über ihre Städte und auch mit Produkten aus ihren Regionen“, so Hunkel.

Der Gastgeber verwies auf die Zertifizierung als Fair-Trade-Stadt, die Neu-Isenburg im September 2012 erreichen konnte, und lobte alle, die sich weiterhin aktiv daran beteiligten, fair gehandelte Produkte zu vertreiben. Hunkel verwies auf die vielen besonderen Angebote der Hugenottenstadt für die Gäste – vom gemeinsamen Bummel über den Wochenmarkt, einer Führung durch das Isenburg-Zentrum, einem Besuch des Künstlerhauses K39 oder auch der beiden Vorträge des EU-Abgeordneten Thomas Mann sowie Stefan Weber von der in Neu-Isenburg ansässigen Firma Dupont zu europäischen Themen.

Bühnenprogramm gestaltet

Monique Girardon, die Bürgermeisterin von Veauche, hob hervor, dass sie auf die Jugendlichen aller Partnerstädte setze. „Wir haben diese Partnerschaften ins Leben gerufen, und ich hoffe darauf, dass die Jugend künftig diese Aufgabe übernimmt und fortführt“, so Girardon. Sie verwies darauf, dass Europa nicht immer perfekt sei, aber es liege an den Menschen, dies zu verbessern.

„Wir sind alle sehr stolz, hier sein zu dürfen. Dieses Fest ist ein gelebtes Symbol der Freundschaft und Partnerschaft über Grenzen hinweg“, betonte Simone Agostinelli, Stadtrat aus Chiusi in Italien.

Und Christoph Prinz, Bürgermeister von Bad Vöslau meinte lachend: „Beim Feiern sind wir immer dabei, das hat man doch im vergangenen Jahr bei uns gesehen.“

Im Anschluss wurden alle Verschwisterungsurkunden, als Belege für die Erneuerung und Festigung der Städtepartnerschaften, unterzeichnet. Einzig aus der britischen Partnerstadt Dacorum Borough war kein Vertreter dabei. „Aber wir sind in Gedanken bei ihnen“, betonte Herbert Hunkel. Das Bühnenprogramm gestalteten die „Sweet Town Linedancer“ aus Weida, das Orchester „Tango“ aus Andrézieux-Bouthéon, und zum Finale sangen die „Melodia Boys und Girls“ aus Neu-Isenburg.

Am Samstagmorgen führte Bürgermeister Herbert Hunkel viele Freunde aus den Partnerstädten über den Wochenmarkt in der Bahnhofstraße und lud sie zu einem duftenden Tee ein. Centermanagerin im Isenburg-Zentrum (IZ), Annett Gurczinski, führte eine große Gruppe interessierter Gäste durch das IZ. Im InfoCafé informierten sich die französischen Gäste um Bürgermeisterin Monique Girardon über die Jugendarbeit und zeigten großes Interesse, ein solches Angebot auch in ihre Stadt auf die Beine stellen zu können. Mit einem verstärkten Jugendaustausch über Schulen soll dies erreicht werden.

Auf dem Rosenauplatz entwickelte sich am Nachmittag ein reges Treiben. Die Stadtkapelle aus Chiusi marschierte mit Majorette Sara Foscoli auf und zog ihre Blicke auf sich, ebenso wie die kroatische Trachtengruppe, in die sich der Generalkonsul der Republik Kroation, Josip ?poljaric, mischte und für sein Land warb. Die Weidaschen Kuchenfrauen verteilten ihr leckeres Gebäck und verwandelten sich danach in flotte Linedancerinnen. Am Stand der griechischen Gemeinde verteilte der in den Himmel aufsteigende Rauch den verlockenden Duft von Souflaki und Gyros. Wer wollte, konnte sich einer der Stadtführungen auf deutsch, englisch, französisch, italienisch und auch rumänisch anschließen.

Verschiedene Sprachen

Auch die Kunst und die Kultur waren mit Angeboten vertreten. Joël Mbai aus Veauche hatte seine gemalten Kunstwerke mitgebracht, bei der Isenburger Künstlerin Kati Conrad konnte sich jeder Besucher eine Wunschkarte zum Verschenken mitnehmen, musste aber eine mit einem anderen Wunsch hinterlassen. „Das kommt richtig gut an, besonders, weil die Wünsche in verschiedenen Sprachen aufgedruckt sind“, so die Künstlerin. Milena Meyer gestaltete Windlichter mit Wünschen, Martin Blankenhagen bot Kupferritzen an und Martina Philippi zeigte wie, wie das Malen mit Wachskreide funktioniert.

Dann traf auch die erste geführte Radeltour des Stadtradelns auf dem Rosenauplatz ein, für das Landrat Oliver Quilling die Schirmherrschaft übernommen hat. „Wir haben im vergangenen Jahr mehr als 45 000 Kilometer zusammengeradelt, das reichte aber nur zum 117. Platz in der Republik. Die Sache ist also noch steigerungsfähig“, so Quilling.

Zum großen Finale der Darbietungen reihten sich viele in den griechischen Tanz Chasapiko ein und tanzten mit. So international wie das Publikum auf dem Rosenauplatz war dann die Musik, mit der die Band „The Gypsys“ für beste Stimmung bis nach Sonnenuntergang sorgte.

Am Sonntag gab es dann während des verkaufsoffenen Nachmittags noch verschiedene Darbietungen auf der Europa-Bühne im Isenburg-Zentrum und in der Bahnhofstraße.

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