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Dass VfB-Schlussmann Sasa Savic wegen seines Patzers ganz in schwarz gekleidet war, ist Spekulation.

Fußball-Verbandsliga Süd

Ginsheim beherrscht den Spitzenreiter

Im Spitzenspiel der Fußball-Verbandsliga Süd musste sich der VfB Ginsheim nach 3:1-Führung mit einem 3:3 in Neu-Isenburg begnügen.

Gerade hatten sie dem Spitzenreiter einen Punkt abgerungen. Jener Spvgg Neu-Isenburg, die bis gestern alle Heimspiele dieser Saison gewonnen hatte. Die Verbandsliga-Fußballer des VfB Ginsheim waren ihrem Gastgeber ein mehr als ebenbürtiger Gegner.

Sie hätten also glücklich mit ihrem Gastspiel im Sportpark sein können. Doch nach dem Schlusspfiff eines packenden Spitzenspiels, das 3:3 (1:2) endete, blickten die Ginsheimer bedröppelt drein. Wie versteinert wirkten die Gesichter der Blau-Weißen. Fußballer können sich eben nicht über ein Unentschieden freuen, wenn sie sich schon als Sieger gewähnt haben.

In der Nachspielzeit kam der Kapitän der Spielvereinigung, Marco Betz, zum Kopfball, nachdem VfB-Innenverteidiger Tobias Bednarz am aufspringenden Ball vorbeigetreten hatte. Über den verdutzten Torhüter Sasa Savic hinweg flog die Kugel ins Tor – 3:3. Mit einem Sieg, dem die Ginsheimer ob einer 3:1-Führung bis zur 76. Minute so nahe waren, hätten sie die Spielvereinigung von der Tabellenspitze verdrängt. So bleibt der VfB auf dem zweiten Rang.

„Wir haben uns in den letzten 20 Minuten zu weit hinten reindrängen lassen“, sagte Artur Lemm, der mit Carsten Hennig das VfB-Trainerduo bildet. „Das war keine Frage von Kondition, das fand im Kopf statt“, so Lemm, der seinem Team aber ansonsten keinen Vorwurf machte. Im Gegenteil: „Wir haben den Spitzenreiter bis zum 2:3 klar beherrscht.“

Ein haltbarer Schuss des Neu-Isenburgers Mario Marx zum Anschlusstreffer (76.). Was dem Klassenprimus wieder Hoffnung gab. Bis dahin „waren wir die reifere Mannschaft“, sagte Lemm. Nach einem Strafstoßtor von Ivan Raspaglia lag der VfB vor. Berat Karabey war elfmeterreif gefoult worden (17.). Unaufmerksam war die Gästeabwehr fünf Minuten danach, da Aljoscha Atzberger von der rechten Seite flanken durfte – und Marc Züge in der Strafraummitte sträflich frei stand. Prompt gab es für dieses nachlässige Abwehrverhalten einen Rüffel von Lemm. „Das war ein völlig unnötiges Tor“, rief der Trainer.

Doch der VfB schlug Sekunden vor der Halbzeitpause zurück. Ein weiter Pass von Hennig erreichte Kamil Kwiaton, der an Torhüter Lazar Kacarevic vorbei dribbelte und den Ball ins leere Gehäuse schob – 1:2. Den dritten Gästetreffer bereitete Raspaglia vor, indem er sich – hart bedrängt – durchkämpfte und das Spielgerät zum loseilenden Tim Steingötter spitzelte. Der Stürmer schlenzte den Ball dann an Kacarevic vorbei ins Ziel (64.).

Oft blieb dem Spitzenreiter nichts anderes übrig, als den Ball weit nach vorne zu schlagen. Dies in der 68. fast mit Erfolg, denn Marx tauchte frei vor Savic auf, doch der VfB-Torhüter fischte ihm den Ball vom Fuß. Dann rettete Bednarz akrobatisch auf der Torlinie, da Savic nach einem Lupfer von Dennis Weiland schon überwunden gewesen war (71.). Nach Savic’ Patzer zum 2:3 zeichnete sich der Torhüter jedoch aus, als er gegen Marx rettete (78.).

VfB Ginsheim: Savic – Carbone, Jörg Finger, Hennig, Bednarz, Jan Finger, Raspaglia (71. Pascali), Kwiaton, Karabey, Steingötter (75. Serafin), Halla (81. Görlich).

Tore: 0:1 Raspaglia (17./FE), 1:1 Züge (22.), 1:2 Kwiaton (45.), 1:3 Steingötter (64.), 2:3 Marx (76.), 3:3 Betz (90+1.).

Schiedsrichter: Glaser (Wiesbaden). Zuschauer: 500.

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